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Samstag, 27. November 2021

»Die Dämonen« von Fjodor Dostojewski

Die Dämonen



Fjodor Dostojewski greift, wie so oft, in seinem Roman »Dämonen« auf einen realen Fall zurück. In den »Dämonen« verarbeitete er die sogenannte "Netschajew-Affäre". Netschajew war damals in aller Munde. Ein gebildeter Provinzler, der sich aber in der "verwestlichten" Hauptstadt an den Rand gedrängt fühlt und Bekanntschaft mit dem Gottvater des Anarchismus, Bakunin, schloss. Netschajew begann eine revolutionäre Zelle aufzubauen und entwickelte einen Hang zur Gewalt. Nach einigen Auslandsaufenthalten kehrte jener Netschajew dann nach Russland zurück, wo er einen "Genossen" ermordete, der andere Ansichten vertrat und angeblich als Spitzel agierte.

Dieser Fall von Willkür gepaart mit anarchistisch-bakunistischem Denken, diente Dostojewski als Hintergrund seiner Untersuchung des sich ausbreitenden Nihilismus. Gleichzeitig verhehlt er nicht seine Sympathie und zeigt, wie sogar die unschuldigsten Menschen mit den besten aller Vorsätze sich binnen kürzester Zeit in Terroristen oder Gewaltverbrecher verwandeln können.

Die Geschichte der »Dämonen« - manchmal auch »Die Bessesenen« oder »Die Teufel« genannt - basiert im Wesentlichen auf dem Mord an Ivan Ivanov durch "Volksvenge"-Mitglieder im Jahr 1869. Der Roman wurde zudem von dem Buch der Offenbarung beeinflusst.

Die Dämonen



Die Handlung des Romans findet in einer russischen Provinz, vor allem auf den Gütern von Stepan Verkhovensky und Varvara Stavrogina statt. Stepans Sohn Pyotr ist ein aufstrebender revolutionärer Verschwörer, der versucht, Revolutionäre in der Umgebung zu organisieren. Er hält den Sohn von Varvaras Sohn Nikolai Central für sein Grundstück an, weil er denkt, dass Nikolai das Sympathie für die Menschheit fehlt.

Der Roman ist in drei Teile untergliedert. Der erste stellt die Charaktere vor, v. a. den gebildeten, an klassischen Idealen orientierten Schöngeist Stepan Trofimowitsch Werchowenskij, der als ehemaliger Hauslehrer ihres Sohnes und Freund bei der vermögenden Witwe Warwara Petrowna Stawrogina lebt. Im zweiten Teil werden die Konflikte zwischen den Protagonisten entwickelt, die im dritten schließlich zum Ausbruch kommen.

Die Handlung spielt in einer namentlich nicht genannten Provinz nahe Sankt Petersburg und wird von dem Beamten Anton Lawrentjewitsch, einem Freund Stepans, erzählt, der einige Ereignisse und Gespräche selbst mitverfolgt hat, meist aber über die Vorgänge indirekt, durch Augenzeugenberichte, informiert wurde. In vielen Kapiteln tritt diese formale Konstruktion hinter einer polyperspektivischen Darstellung zurück.

Die Wurzeln der Dämonen und des Bösen sind Dostojewski zufolge in einer Epoche zu suchen, die die Persönlichkeit des Einzelnen inthronisierte und dem Individualismus des EInzelnen das Wort redete, der schließlich zum bedingungslosen Narzissmus pervertierte.

Im Vergleich zu seinem Roman »Der Idiot« mit seinem herrlich-naivem Christus-Narren Myschkin, dem Hamlet-artigen Raskolnikow oder dem grundsympathischen Karamasow-Säufer fehlt es an Identifikationspotential mit den Figuren. Der Roman bleibt insgesamt eher philosophisch-abstrakt, wie die Theorien von Saint-Simon, Bakunin, Kropotkin oder Feuerbach, von deren Ideen und prometheischem Eifer die Figuren förmlich gepackt werden. Es bleibt vor allem die unruhige, ideologisch aufgehetzte Atmosphäre hängen: Ein literarischer Nervenzusammenbruch erster Güte. Trotz allem gelingt es dem Autor jeder Idee oder jedem Standpunkt seinen Rang einzuräumen (das typische Merkmal eines Dostojewski-Romans), ohne sie im Vorhinein zu verurteilen.

Die »Dämonen« sind das schwierigste, gleichzeitig aktuellste Großwerk Dostojewskis. Unter Dostojewskis vier großen Roman-Tragödien ("Karamasow", "Der Idiot", "Schuld und Sühne") ragen die "Dämonen" als das pessimistische, unzugänglichste Werk hervor, markieren sie doch den Wandel des Autors zum Tiefreligiösen und Altgläubigen. Wie immer bei Dostojewski verfolgen wir die rastlosen, machiavellistischen Figuren dabei, wie sie sich selbst und ihre Mitmenschen verzehren.

Sonntag, 14. November 2021

»Schuld und Sühne« von Fjodor Dostojewski

Schuld und Sühne



Der Roman »Schuld und Sühne« ist einer der größten psychologischen Romane der Weltliteratur, in dem die Entwicklung eines Mannes zum Mörder geschildert wird. Der Roman handelt von einem halbwüchsigen Mann, der glaubt einen Mord verüben zu dürfen, weil er sich für skrupellos und moralisch überlegen hält. Sein Romanheld Raskolnikow glaubt, er sei ein Übermensch und stehe über dem Gesetz.

Der Roman schildert den berühmtesten Mord der russischen Literatur - aber eigentlich ist es sogar ein Doppelmord. Der arme Student Rodion Raskolnikow erschlägt eine gewissenlose, raffgierige alte Pfandleiherin – und, aus einem unvorhersehbaren Umstand heraus, auch deren völlig unschuldige Schwester.

Dostojewskij wohnte in diesen Jahren in verschiedenen Wohnungen im Viertel um den Heumarkt. Hier lebten Handwerker, kleine Beamte, Händler und Studenten oft auf engstem Raum und unter kärglichen Bedingungen. Dostojewskij kannte dieses Leben in den überfüllten Wohnungen, auf der Straße, den Hinterhöfen und in den Spelunken. Er war 1837, mit knapp sechzehn Jahren, erstmals nach Petersburg gekommen, um Militär-Ingenieur zu werden.

Im stickigen St. Petersburg des 19. Jahrhunderts wird Rodion Raskolnikow, ein mittelloser Student, der sich zu Höherem berufen fühlt, zum Mörder. Teils aus purer Not, teils aus Überzeugung, tötet er eine alte Pfandleiherin. Er hatte nichts als Verachtung für die alte "Laus" über, da sie aus der Not anderer Geschäfte gemacht hatte, und seiner Ansicht nach ihr Geld anderen mehr von Nutzen wäre. Große Männer wie er hätten ohnehin das Anrecht, für hehre Ideen Menschenleben zu opfern.

Nach der abscheulichen Tat aber treibt ihn sein Gewissen in Wahnsinn und Krankheit. Als ihm der scharfsinnige und hinterlistige Ermittler Petrowitsch durch seine Verdächtigungen zusetzt, obwohl keine Beweise vorliegen, ist er kurz davor, zu gestehen. Da Rodion sich aber in dieser Zeit in Sonja verliebt, ein junges Mädchen, das ihre heruntergekommene Familie mittels Prostitution ernährt, befindet er sich in einer klassischen Zwickmühle: Junge Liebe in Agonie oder Seelenfrieden im Arbeitslager.

Schuld und Sühne



Als Fjodor Dostojewskijs Roman »Verbrechen und Strafe« 1866 in der Zeitschrift »Russischer Bote« (»Russkij vestnik«) erschien - in deutschen Übersetzungen sollte er lange »Schuld und Sühne« heißen - , löste er heftige Diskussionen aus. Dostojewskij sprengte mit diesem ersten seiner großen Romane die Vorstellungen seiner Zeitgenossen davon, was ein Roman war.

Und er schockierte: Viele hätten den Roman beiseitegelegt; einige fühlten sich abgestoßen, die meisten aber waren fasziniert. Es brach ein Streit aus über die Jugend und ihre fehlenden Werte, über die sogenannten Nihilisten, mit denen Dostojewskij vermeintlich abrechnete, darüber, ob hier Armut und soziale Benachteiligung zu deutlich dargestellt werde oder ob sie umgekehrt im Nebel der psychologischen Introspektion verschwinde.

»Schuld und Sühne« ist nicht umsonst Weltliteratur. Alle Charaktere - nicht nur Rodion - sind brillant herausgearbeitet und geben dem Roman große Tiefe. Dostojewski schafft es, Empathie für einen eiskalten Mörder empfinden zu lassen und dessen seelischen Qualen nachzufühlen. Kurzum: ein Meisterwerk!

»Verbrechen und Strafe« zählt zu den Meilensteinen des modernen Kriminalromans. Vielleicht ist die Spannung, die schon die ersten Seiten des Romans prägt, auch dem Druck geschuldet, ein Publikum finden zu müssen, und vielleicht verleiht auch Dostojewskijs Schreibtempo seinen großen Romanen die innere Dynamik. Doch geht er in allem neue Wege, und trotz seiner finanziellen Abhängigkeiten bleibt er kompromisslos. Ihn interessieren die Figuren mit den großen Ideen, die Besessenen, Fanatischen, Grenzenlosen, Unangepassten.

Dostojewskij lässt dabei ganz persönliche Erfahrungen einfließen – auch diejenige als Strafgefangener. Die Handlung spielt an Orten und in Verhältnissen, die er aus täglicher Erfahrung kannte. Dabei entstand eine Milieustudie aus dem Petersburg dieser Zeit, die an Tiefenschärfe nicht zu überbieten war.

Literatur:

Schuld und Sühne
Schuld und Sühne
von Fjodor Dostojewski

Samstag, 6. November 2021

Fjodor Dostojewski ist ein »Literat des Leides«

Fjodor Dostojewski


Der russische Schrifsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski ist ein »Literat des Leides«, dessen bedeutender Teil seines literarischen Schaffens und Werkes auf der grundlegenden Erfahrung des Leides und Elends gegründet ist.

In seinen Romanen machte er die menschliche Unzulänglichkeit, die elenden Lebensbedingungen der einfachen Menschen in der frühkapitalistischen Zeit und die Armut zum Thema.

Dostojewski war ein meisterhafter Gestalter des menschlichen Seelenlebens, der vor allem schwierig und außenseiterisch veranlagte Menschen schildert, wie z.B. Verbrecher, Spieler, Wüstlinge, Gottesleugner und Gottsucher.

In seinen leidenschaftlichen, abgründigen udn psycholsogich ausgefeilten Romanen begegnet man Ausgestoßenen, Schwachsinnigen, exaltierten Spielern – und vor allem Mördern.

Als Meister des metaphysischen Krimis lässt uns der russische Schriftsteller Dostojewski in die Abgründe der menschlichen Natur blicken. Wir erscheinen darin als gespaltene Wesen, hin- und hergerissen von gegensätzlichen Kräften: Liebe und Hass, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse – stets gefangen in Versuchung.

Wie seine Werke war auch ihr Erschaffter eine vielfältige Natur. Seine Werke entstammen dem tiefen Einblick und das Verständnis des menschlichen Seelenlebens.

In seinen Werken, die teilweise stark auf eigenes Erleben zurückgreifen, schildert er gleichermassen treffend die äußere Wirklichkeit und komplizierte seelische Vorgänge.

Dienstag, 9. Februar 2021

Fjodor Dostojewski 140. Todestag

Fjodor Dostojewski


Der russische Nationaldichter Fjodor Dostojewski starb vor 140 Jahren am 9. Februar 1881 in Sankt Petersburg.

Fjodor Dostojewski war ein berühmter russischer Dichter, Essayist und meisterhafter Erzähler des 19. Jahrhunderts. Über Dostojewskis Leben und seinem geistigen Schaffen liegt etwas von der tiefen Tragik einer zwiespältigen Menschnenatur. Seine literarischen Werke ergründen die menschliche Psyche in dem Kontext einer problematischen politischen, sozialen und spirituellen Atmosphäre.

Dostojewskis Romane entstammen aus eigenem Erleben, er lebte den Stoff für seine Romane vor. Fast ausnahmslos handeln sie von Menschen in beengten und bedrängten Verhältnisse, wie er sie selbst ein Leben lang erleidet.



Dostojewski war ein meisterhafter Gestalter des menschlichen Seelenlebens, der vor allem schwierig und außenseiterisch veranlagte Menschen schildert, wie z.B. Verbrecher, Spieler, Wüstlinge, Gottesleugner und Gottsucher.

Seine Werke entstammen dem tiefen Einblick und das Verständnis des menschlichen Seelenlebens. In seinen Werken, die teilweise stark auf eigenes Erleben zurückgreifen, schildert er gleichermassen treffend die äußere Wirklichkeit und komplizierte seelische Vorgänge.

Im Jahr 1846 veröffentlichte er seinen Debütroman »Arme Leute«. Bald darauf wird der als Genie Gefeierte wegen missliebiger politischer Umtriebe verhaftet und zum Tode verurteilt. Er wurde jedoch nur zum Schein hingerichtet und für vier Jahre nach Sibirien verbannt.

Der Roman »Aufzeichnungen aus einem Totenhaus« (1860) schildert das Leben in einer sibirischen Strafkolonie und das Ringen der Insassen um einen Rest an Würde in einem brutalen, menschenverachtenden Umfeld. In diesem Buch spiegelte Dostojewski eigene Erlebnsisse während seiner Verbannung in Sibirien in den Jahren 1850 bis 1854 wieder.

Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er 1860 die Zeitschrift »Zeit« (»Wremja«), in der im darauf folgenden Jahr sein Roman »Erniedrigte und Beleidigte« erschien. Bereits 1863 jedoch fiel die »Zeit« wegen eines vermeintlich anti-patriotischen Beitrags der Zensur zum Opfer und wurde verboten.

Später reiste der mittellose Dichter rastlos quer durch Europa. Im Zustand finanzieller Nöte diktierte er 1866 in rasender Eile seinen meisterhaften Roman »Schuld und Sühne«.

Die Brüder Karamasow

Zu seinem berühmtesten Meisterwerken des grossen Seelendichters gehören »Die Brüder Karamasow«, die Autobiographie »Aufzeichnungen aus einem Totenhaus«, die Romane »Schuld und Sühne«, »Böse Geister«, »Der Idiot« und »Der Spieler«.

1866 erschien der erste große Roman von Fjodor Dostojewski »Schuld und Sühne«, in älteren Übersetzungen auch »Raskolnikow«, in neueren »Verbrechen und Strafe«.

Schuld und Sühne

Der Roman »Schuld und Sühne« ist einer der größten psychologischen Romane der Weltliteratur, in dem die Entwicklung eines Mannes zum Mörder geschildert wird. Der Roman handelt von einem halbwüchsigen Mann, der glaubt einen Mord verüben zu dürfen, weil er sich für skrupellos und moralisch überlegen hält. Sein Romanheld Raskolnikow glaubt, er sei ein Übermensch und stehe über dem Gesetz. Der Roman ist deprimierend und grausam, insbesondere was die elenden Lebensbedingungen der einfachen Menschen in der frühkapitalistischen Zeit um 1860 in Petersburg betrifft.

1868 erschien sein zweites Großwerk, »Der Idiot«, der die Geschichte des Fürsten Myschkin, der aufgrund seiner Güte, Ehrlichkeit und Tugendhaftigkeit in der St. Petersburger Gesellschaft scheitert.

1872 schrieb er seinen Roman »Die Dämonen«, in dem er radikale Positionen vertrat. Anschließend widmete er sich vor revolutionsträchtigem Hintergrund dem Kampf gegen den Sozialismus und für eine christliche Erneuerung Russlands.

Sein vierter großer Roman »Der Jüngling« entstand 1875 bei einem Kuraufenthalt in Bad Ems an der Lahn. In dem Roman begibt sich der Held, ein trauriger Halbwüchsling, infolge seelischer Unausgeglichenheit auf Selbstfindungskurs und sucht eine Richtschnur für sein Verhalten.

1880 veröffentlichte der meisterhafte Erzähler seinen letzten großen Roman »Die Brüder Karamasow«.



Dostojewski schrieb seine Gedichte unter den Bedingungen der Zensur des Zaren. Der Autor verwandte in seinen Romanen stets sprechende und einprägsame Namen, so ist seine Romanfigur Karamasow eine Wortschöpfung aus dem russischen Wort kara=Strafe und masat=beschmieren.

Der russische Nationaldichter Fjodor Dostojewski wurde am 11. November 1821 als Sohn eines Arztes in Moskau geboren.


Weblinks:

Fjodor Dostojewski-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Fjodor Dostojewski-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de



Mittwoch, 28. August 2013

Fjodor Dostojewski war eine Spielernatur

Fjodor Dostojewski

Über Fjodor Dostojewskis Leben und seinem geistigen Schaffen liegt etwas von der tiefen Tragik einer zwiespältigen Menschennatur. Er war nicht nur Schriftsteller, sondern auch ein leidenschaftlicher Spieler. In Sachen Roulette und dem Kartenglückspiel Trent-et-quarante war Dostojewski Fachmann. Das Spielen war für ihn einer der Versuche, der Armut zu entkommen.

Wiesbaden

Im August 1863, auf dem Weg nach Paris, wo er Apollinaria (Polina) Suslowa,die unstete Geliebte, treffen soll, machte er vier Tage in Wiesbaden halt und setzte sich zum erstenmal an den Roulette-Tisch. Er spielte wie besessen und wird über Jahre nicht mehr davon lassen können. Die Leidenschaft für Polina und die Ekstase des Spielens verschmolzen.

Empfohlene Der Spieler-Romane:








Er war eine Spielernatur mit unstetem Glück, die häufitg in Spielschulden steckte. Zwei Jahre nach seinem ersten Besuch, wieder in Wiesbaden, dem mutmaßlichen Roulettenburg des Romans und wieder mit Polina, verlor er wieder einmal alles (Absturz in Roulettenburg). Er musste wieder Schulden machen, um seine Rechnungen zu begleichen und nahm Hypotheken auf künftige Werke auf.

Der Stoff des Spielers bot sich dafür gleichsam wie von selbst für einen Roman an. Seit seinem ersten Casinobesuch trug Dostojewski die Idee mit sich herum. 1866 machte sich Dostojewski in Petersburg daran, rund um die Gestalt eines dem Spiel verfallenen jungen Mannes eine Geschichte zu schreiben.

Der Stoff des Spielers bot sich dafür gleichsam wie von selbst für einen Roman an. Seit seinem ersten Casinobesuch trug Dostojewski die Idee mit sich herum. 1866 machte sich Dostojewski in Petersburg daran, rund um die Gestalt eines dem Spiel verfallenen jungen Mannes eine Geschichte zu schreiben.

Dostojewskis Casino-Besuche sind in die Literaturgeschichte eingegangen und zu Weltliteratur geworden. In diesem autobiografisch geprägten Werk hat er seine Spielsucht literarisch verarbeitet, die vor 150 Jahren in Wiesbaden ihren Anfang nahm.

Dostojewskis Casino-Besuche sind in die Literaturgeschichte eingegangen und zu Weltliteratur geworden. In diesem autobiografisch geprägten Werk hat er seine Spielsucht literarisch verarbeitet, die vor 150 Jahren in Wiesbaden ihren Anfang nahm.

Weblink:


Absturz in Roulettenburg - DER SPIEGEL-Reportage www.spiegel.de

Mittwoch, 9. Februar 2011

Fjodor Dostojewski 130. Todestag

Fjodor Dostojewski


Der russische Nationaldichter Fjodor Dostojewski starb vor 130 Jahren am 9. Februar 1881 in Sankt Petersburg.

Fjodor Dostojewski war ein berühmter russischer Dichter, Essayist und meisterhafter Erzähler des 19. Jahrhunderts. Über Dostojewskis Leben und seinem geistigen Schaffen liegt etwas von der tiefen Tragik einer zwiespältigen Menschnenatur. Seine literarischen Werke ergründen die menschliche Psyche in dem Kontext einer problematischen politischen, sozialen und spirituellen Atmosphäre.

Dostojewskis Romane entstammen aus eigenem Erleben, er lebte den Stoff für seine Romane vor. Fast ausnahmslos handeln sie von Menschen in beengten und bedrängten Verhältnisse, wie er sie selbst ein Leben lang erleidet.



Dostojewski war ein meisterhafter Gestalter des menschlichen Seelenlebens, der vor allem schwierig und außenseiterisch veranlagte Menschen schildert, wie z.B. Verbrecher, Spieler, Wüstlinge, Gottesleugner und Gottsucher.

Seine Werke entstammen dem tiefen Einblick und das Verständnis des menschlichen Seelenlebens. In seinen Werken, die teilweise stark auf eigenes Erleben zurückgreifen, schildert er gleichermassen treffend die äußere Wirklichkeit und komplizierte seelische Vorgänge.

Im Jahr 1846 veröffentlichte er seinen Debütroman »Arme Leute«. Bald darauf wird der als Genie Gefeierte wegen missliebiger politischer Umtriebe verhaftet und zum Tode verurteilt. Er wurde jedoch nur zum Schein hingerichtet und für vier Jahre nach Sibirien verbannt.

Der Roman »Aufzeichnungen aus einem Totenhaus« (1860) schildert das Leben in einer sibirischen Strafkolonie und das Ringen der Insassen um einen Rest an Würde in einem brutalen, menschenverachtenden Umfeld. In diesem Buch spiegelte Dostojewski eigene Erlebnsisse während seiner Verbannung in Sibirien in den Jahren 1850 bis 1854 wieder.

Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er 1860 die Zeitschrift »Zeit« (»Wremja«), in der im darauf folgenden Jahr sein Roman »Erniedrigte und Beleidigte« erschien. Bereits 1863 jedoch fiel die »Zeit« wegen eines vermeintlich anti-patriotischen Beitrags der Zensur zum Opfer und wurde verboten.

Später reiste der mittellose Dichter rastlos quer durch Europa. Im Zustand finanzieller Nöte diktierte er 1866 in rasender Eile seinen meisterhaften Roman »Schuld und Sühne«.

Die Brüder Karamasow

Zu seinem berühmtesten Meisterwerken des grossen Seelendichters gehören »Die Brüder Karamasow«, die Autobiographie »Aufzeichnungen aus einem Totenhaus«, die Romane »Schuld und Sühne«, »Böse Geister«, »Der Idiot« und »Der Spieler«.

1866 erschien der erste große Roman von Fjodor Dostojewski »Schuld und Sühne«, in älteren Übersetzungen auch »Raskolnikow«, in neueren »Verbrechen und Strafe«.

Schuld und Sühne

Der Roman »Schuld und Sühne« ist einer der größten psychologischen Romane der Weltliteratur, in dem die Entwicklung eines Mannes zum Mörder geschildert wird. Der Roman handelt von einem halbwüchsigen Mann, der glaubt einen Mord verüben zu dürfen, weil er sich für skrupellos und moralisch überlegen hält. Sein Romanheld Raskolnikow glaubt, er sei ein Übermensch und stehe über dem Gesetz. Der Roman ist deprimierend und grausam, insbesondere was die elenden Lebensbedingungen der einfachen Menschen in der frühkapitalistischen Zeit um 1860 in Petersburg betrifft.

1868 erschien sein zweites Großwerk, »Der Idiot«, der die Geschichte des Fürsten Myschkin, der aufgrund seiner Güte, Ehrlichkeit und Tugendhaftigkeit in der St. Petersburger Gesellschaft scheitert.

1872 schrieb er seinen Roman »Die Dämonen«, in dem er radikale Positionen vertrat. Anschließend widmete er sich vor revolutionsträchtigem Hintergrund dem Kampf gegen den Sozialismus und für eine christliche Erneuerung Russlands.

Sein vierter großer Roman »Der Jüngling« entstand 1875 bei einem Kuraufenthalt in Bad Ems an der Lahn. In dem Roman begibt sich der Held, ein trauriger Halbwüchsling, infolge seelischer Unausgeglichenheit auf Selbstfindungskurs und sucht eine Richtschnur für sein Verhalten.

1880 veröffentlichte der meisterhafte Erzähler seinen letzten großen Roman »Die Brüder Karamasow«.



Dostojewski schrieb seine Gedichte unter den Bedingungen der Zensur des Zaren. Der Autor verwandte in seinen Romanen stets sprechende und einprägsame Namen, so ist seine Romanfigur Karamasow eine Wortschöpfung aus dem russischen Wort kara=Strafe und masat=beschmieren.

Der russische Nationaldichter Fjodor Dostojewski wurde am 11. November 1821 als Sohn eines Arztes in Moskau geboren.


Weblinks:

Fjodor Dostojewski-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Fjodor Dostojewski-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de