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Freitag, 26. Dezember 2014

»Warten auf Godot« von Samuel Beckett

Samuel Beckett

»Warten auf Godot« ist ein Theaterstück in zwei Akten von Samuel Beckett, das im Herbst 1948 begonnen, Anfang 1949 fertiggestellt und schließlich im Jahr 1952 publiziert wurde. Das Stück bietet Absurdität im Gewand der Weltliteratur. Zentrale Motive sind die Suche nach dem Sinn und das (vergebliche) Warten.



Becketts »Godot« ist ein Theaterstück über zwei Männer names Estragon und Wladimir, die sich unter einem großen Baum treffen und auf Godot warten. Dessen Kommen soll ihrer Existenz und damit auch dem Stück Sinn bringen.

Dabei philosophieren sie über Gott und die Welt und das Dasein. Hinzu gesellen sich im Laufe der Handlung zwei Männer, der eine heißt Lucky und der andere Pozzo, die das ohnehin absurde Stück noch mehr <i>ad absurdum</i> treiben.


Beim »Warten auf Godot« ist der Trübsinn Programm und doch lebt das Stück vom Zeitvertreib, auch wenn die »Frage des Wann?« zur inneren Eskalation führt. Absurd, so absurd, dass "Ratten zu töten, nichts anderes bedeutet, als sie vor dem Tod zu bewahren."

Samuel Becketts Stück stammt aus dem Jahr 1952.
Nachdem Beckett lange vergeblich nach einer Aufführungsmöglichkeit gesucht hatte, wurde es schließlich am 5. Januar 1953 vom »Théâtre de Babylone« in Paris uraufgeführt.

Weblink:

Warten auf Godot. Endspiel. Glückliche Tage: Drei Stücke
Warten auf Godot. Endspiel. Glückliche Tage: Drei Stücke
von Samuel Beckett




Alejo Carpentier 110. Geburtstag

Alejo Carpentier

Alejo Carpentier wurde vor 110 Jahren am 26. Dezember 1904 in Havanna als Sohn eines französischen Architekten und einer Russin geboren. Carpentier war ein kubanisch-französischer Schriftsteller.

Zweisprachig mit Französisch und Spanisch erzogen, ging er in Havanna und Paris zur Schule, studierte Architektur, Literatur und Musikwissenschaften. Er war Mitarbeiter und Herausgeber verschiedener Zeitungen und Zeitschriften, organisierte sich in der Opposition und kam 1927 wegen rebellischer Aktivitäten für ein halbes Jahr ins Gefängnis.

Kurze Zeit später ging Carpentier für 11 Jahre ins Exil nach Paris, wo er als Musikkritiker, Komponist und Journalist arbeitete. Das Exil machte ihn mit aktuellen Strömungen, vor allem mit dem Surrealismus, und mit vielen spanischen und lateinamerikanischen Schriftstellern vertraut und sensibilisierte ihn für seine lateinamerikanischen Wurzeln. Das Aufeinanderprallen von moderner Zivilisation und mythischen Kulturen Lateinamerikas bestimmte schon seinen ersten, dokumentarischen Roman »Ecué-Yamba-O!« aus dem Jahr 1933.

Von 1939 an lebte Carpentier wieder in Havanna. Er fand schnell Anschluß an die intellektuellen Kreise, lehrte als Professor für Musikwissenschaft an der Universität, schrieb Zeitungsbeiträge und arbeitete für eine staatliche Rundfunkanstalt. 1945 floh er vor dem Terror der Batista-Diktatur ins venezolanische Exil nach Caracas, wo ihm eine gut bezahlte Stelle bei einer Werbeagentur finanzielle Unabhängigkeit sicherte; gleichzeitig hatte er den Lehrstuhl für Kulturgeschichte an der dortigen Kunsthochschule inne. Die Eindrücke und Erfahrungen einer Haiti-Reise verarbeitete er in dem Roman »El reino de este mundo« aus dem Jahr 1949 (dt. »Das Reich von dieser Welt«, 1964) über den Aufstand der Haitianer gegen die französischen Unterdrücker in Napoleonischer Zeit.

Zu einem Manifest lateinamerikanischer Kultur wurde das Vorwort zu diesem Buch, in dem Carpentier sein Konzept des »Wunderbar Wirklichen« darlegte. Mit La música en Cuba von 1946 machte er sich einen Namen als einer der führenden Musikwissenschaftler Lateinamerikas. Musik spielte in seinem Leben und in seinen Büchern eine große Rolle, so in den Romanen »Los pasos perdidos« von 1953 (»Die verlorenen Spuren«) 1982 und »El acoso« von 1956, »Finale auf Kuba«, 1960, »Hetzjagd«, 1989.

In den 1950er Jahren gehörte Carpentier schon zu den bekanntesten Schriftstellern Lateinamerikas. Nach Castros Sieg kehrte er 1959 nach Kuba zurück, wo ihm viele hohe Ämter übertragen wurden. Er war außerdem Professor für Literatur an der Universität Havanna und von 1967 an Leiter des Staatsverlages. 1962 erschien der historische Roman El siglo de las luces (»Explosion in der Kathedrale«), 1964 über die Folgen der französischen Revolution auf Kuba.

Von 1966 an lebte Carpentier als Kulturattaché der kubanischen Regierung in Paris. 1974 erschienen der Roman »El recurso del método«, (»Staatsraison«) aus dem Jahr 1976. »Die Methode der Macht« 1989 - eine sarkastische Charakterisierung eines lateinamerikanischen Diktators - und die Novelle »Concierto barroco« (»Barockkonzert«) aus dem Jahr 1976. »La consagración de la primavera« von 1978 (»Le Sacre du Printemps«) aus dem Jahr 1993 gilt als eine Bilanz des 20. Jahrhunderts und trägt deutlich autobiographische Züge. 1979 erschien sein letztes Buch »El arpa y la sombra« (»Die Harfe und der Schatten«) aus dem Jahr 1979.

Carpentier war ein enzyklopädisch gebildeter Autor, dessen Werk als monumentales literarisches Geschichtsfresko Lateinamerikas bezeichnet wird. Es ist bestimmt von einer engagierten Verbindung von Literatur, Politik und Geschichte und dem Bekenntnis zur menschlichen und gesellschaftlichen Freiheit. Carpentier hat mit seinem Konzept des »Wunderbar Wirklichen« die Heterogenität lateinamerikanischer Kulturen in einer Konstante zusammengefaßt und den Weg geebnet für eine künstlerische und kulturelle Selbstbestimmung Lateinamerikas. 1977 wurde Alejo Carpentier mit dem Cervantes-Preis ausgezeichnet.

Alejo Carpentier starb am 24. April 1980 in Paris. Das Grab von Alejo Carpentier auf dem Friedhof »Cementerio de Colón« in Havanna.


Weblinks:

Das Reich von dieser Welt
Das Reich von dieser Welt
von Alejo Carpentier

Das Reich von dieser Welt
Das Reich von dieser Welt
von Alejo Carpentier

Samstag, 20. Dezember 2014

»Die schönsten Weihnachtsgeschichten« von Peter Härtling

<center><a title="»Die schönsten Weihnachtsgeschichten«
von Peter Härtling (Herausgeber), Philip Waechter (Illustrator)" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3351040903/zitatenschatz-21" rel="nofollow" target="blank"><img alt="Die schönsten Weihnachtsgeschichten" src="http://images-eu.amazon.com/images/P//3351040903.03.TZZZZZZZ.jpg" width="75" border="0"/><br />Die schönsten Weihnachtsgeschichten</a></center>

Peter Härtling hat in diesem Buch seine persönliche Weihnachtsbibliothek zusammengestellt. Entstanden ist ein großes Hausbuch, das – quer durch alle Epochen – einen Schatz an Weihnachtsgeschichten zwischen seinen Buchdeckeln aufbewahrt.

Peter Härtling hat besonderen Wert darauf gelegt, dass die Sammlung für jeden etwas bereithält: den Vorleser, den Zuhörer, kleine und große Leser, damit das Selberlesen und vor allem auch das gemeinsame Lesen zur Weihnachtszeit zu einem stimmungsvollen Moment werden kann. Philip Waechter begleitet die Texte mit seinen warmen und humorvollen Illustrationen.

»Die schönsten Weihnachtsgeschichten« beinhalten Geschichten von Hans Christian Andersen, Hans Fallada, James Krüss, Astrid Lindgren, Janosch, J. R. R. Tolkien, Paul Maar, Elke Heidenreich, Erwin Strittmatter, Gerhard Polt, Otfried Preußler, Agatha Christie, Wilhelm Busch, Robert Gernhardt, Cornelia Funke, Erich Kästner, Christine Nöstlinger, Michael Ende u. v. a.

Weblink:

<a title="»Die schönsten Weihnachtsgeschichten«
von Peter Härtling (Herausgeber), Philip Waechter (Illustrator)" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3351040903/zitatenschatz-21" rel="nofollow" target="blank"><img alt="Die schönsten Weihnachtsgeschichten" src="http://images-eu.amazon.com/images/P//3351040903.03.TZZZZZZZ.jpg" width="60" border="0"/><br />Die schönsten Weihnachtsgeschichten</a> von Peter Härtling (Herausgeber), Philip Waechter (Illustrator)

Samstag, 13. Dezember 2014

»Es ist ein Has' entsprungen« von Robert Gernhardt und Bernd Eilert

<center><a title="Es ist ein Has' entsprungen: Und andere Geschichten zum Fest von Robert Gernhardt und Bernd Eilert" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3596165164/zitatenschatz-21" rel="nofollow" target="blank"><img alt="Es ist ein Has' entsprungen: Und andere Geschichten zum Fest" src="http://images-eu.amazon.com/images/P/3596165164.03.TZZZZZZZ.jpg" width="70" border="0"/><br />Es ist ein Has' entsprungen: <br />Und andere Geschichten zum Fest</a></center>

Alles, was man zum Fest braucht ist eine Legende, eine Predigt und die Geschichte vom Weihnachtshasen. Heraus kommt eine Erzählung mit unkonventionellen Weihnachtsbetrachtungen.

Warum feiern wir überhaupt Weihnachten? Was sagt uns die Weihnachtsgeschichte? Und was muß man wissen beim Besuch des Weihnachtsgottesdienstes? In Szenen, Gedichten und Berichten geben die Autoren des legendären Weihnachtsspiels <i>»Erna, der Baum nadelt«</i> Antwort auf diese und andere Fragen, die auch Sie sich zum Fest stellen werden.

In den Geschichten verstehen es die Autoren, in liebevoller kritischer Distanz der weihnachtlichen Botschaft und den christlichen sowie kirchlichen Bräuchen auf die Finger zu schauen. Lesenswert für Kirchenmenschen, die Humor haben und sich für eine Sicht von außen interessieren.

Die Weihnachtspredigt hat vorbildlichen Charakter für jeden Prediger. Die Tipps für Seltengänger zeigt, wie fremd den Menschen heute der Gottesdienst geworden ist.

Weblink:

<a title="Es ist ein Has' entsprungen: Und andere Geschichten zum Fest von Robert Gernhardt und Bernd Eilert" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3596165164/zitatenschatz-21" rel="nofollow" target="blank"><img alt="Es ist ein Has' entsprungen: Und andere Geschichten zum Fest" src="http://images-eu.amazon.com/images/P/3596165164.03.TZZZZZZZ.jpg" width="60" border="0"/><br />Es ist ein Has' entsprungen: Und andere Geschichten zum Fest</a>
von Robert Gernhardt und Bernd Eilert

Mittwoch, 10. Dezember 2014

»Herkunft« von Botho Strauß

Herkunft

Botho Strauß, 1944 in Naumburg an der Saale geboren, erzählt in seinem Erinnerungsbuch »Herkunft«, wovon er noch nie erzählt hat: von seiner Kindheit und Jugend in den 1940er und 1950er Jahren, von Naumburg und Bad Ems, den Orten, in denen er aufgewachsen ist, von seinen frühen, prägenden Erinnerungen.

Mit diesem Buch findet er noch einmal zu einer ganz neuen Seite seines Schreibens: zum Ton des Erinnerns, der Vergewisserung über die eigenen Ursprünge. Die Jugend ist die Zeit, da die Zukunft einem noch bevorsteht; jetzt lässt Strauß eine lang zurückliegende Gegenwart wiedererstehen.

Seine Kindheitsschilderungen in den 1940er und 1950er Jahren, seine Darstellung von Naumburg und Bad Ems mit den vielen Details, ohne sich hierbei zu verlieren und vor allem seine frühen, prägenden Erinnerungen mit dem Vater und der Mutter sind hier in sprachlich sehr hoher Qualität verfassst. Vor allem ist es der Vater, dessen Bild immer deutlicher hervortritt, liebevoll gezeichnet, doch ohne Selbsttäuschung.

Es ist das Bleibende und das Scheidende, welches dieser so hochgradig konzentrierte Roman von Botho Strauß wirkungsvoll beschreibt, ohne hierbei in Melancholie zu verfallen. »Herkunft« von Botho Strauß ist unendlich mehr als eine Erinnerung an den Vater und die eigene Kindheit. Dieses Buch ist ein dichtes, ein lebenskluges und weises Buch über das Erinnern. Botho Strauß‘ »Herkunft« ist das konzentrierte, reiche Werk eines großen Erzählers aus Deutschland.

Literatur:

Herkunft
Herkunft
von Botho Strauß

Samstag, 6. Dezember 2014

»Die Schatzinsel« von Robert Louis Stevenson

<center><img title="»Die Schatzinsel« von Robert Louis Stevenson" src="https://encrypted-tbn2.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQb4MbusIJ6BCaril2cyEatrN6gqK8ozCNprlrZWMIGMXyT8V2ooQ" width="150" alt="Robert Louis Stevenson"/></center>

Als Robert Louis Stevenson war dreißig Jahre alt war, hatte er die Idee zu der Geschichte, die ihm Weltruhm einbringen sollte. »Die Schatzinsel« (engl. »Treasure Island«) ist der bekannteste Roman des schottischen Autors Robert Louis Stevenson. Er erzählt von der hindernisreichen Suche nach einem vergrabenen Piratenschatz – einem beliebten Thema von Abenteuerromane. Die englische Erstausgabe in Buchform erschien vor 130 Jahren im Jahr 1883 in London.

<center><img src="https://encrypted-tbn1.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcT3NST9UABVWT2NdRm1wp1DyRv7TI_E4UwPgk8f0OVu0T7fK7INGw" alt="Die Schatzinsel"/></center>

<!-- Stevenson war dreißig Jahre alt, als er die Idee zu der Geschichte hatte, die ihm Weltruhm einbringen sollte. Die Inspiration kam von einer Karte, die er während eines Urlaubs für seinen Sohn zeichnete.--> Stevenson wurde durch eine geheimnisvolle Schatzkarte in Gestalt einer Insel zu seinem Abenteuerroman inspiriert. Drei Tage später waren schon die ersten drei Kapitel fertig.  <!-- Die Gestalt dieser Insel befruchtete seine Phantasie außerordentlich. Da waren Hafenplätze, die mich entzückten wie Sonette, und im Bewußstsein einer Schicksalsbestimmung nannte ich mein Erzeugnis »Die Schatzinsel«. -->Durch Zufall gerät Jim Hawkins in den Besitz einer geheimnisvollen Karte, auf der die sagenhaften Schätze des Piratenkapitäns Flint verzeichnet sind. Gemeinsam mit seinen Freunden bricht Jim auf, die Schatzinsel zu finden. Doch auch einige Piraten aus Flints früherer Mannschaft sind hinter dem Schatz her, und der finstere Schiffskoch John Silver setzt alles daran, Jim aufzuhalten.
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Empfohlene Bücher »Die Schatzinsel«:
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<td>
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</tr>
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Auf der Insel kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den meuternden Piraten. Mehrfach wechselt das Glück, durch die Initiative Jims obsiegt schließlich die Mannschaft um Kapitän Smollet und den Squire. Mit der Hilfe eines vor Jahren auf der Insel ausgesetzten Matrosen wird schließlich auch der Schatz gehoben. Die Piraten werden auf der Insel zurückgelassen, nur Silver als ihr Rädelsführer wird auf die Heimfahrt mitgenommen. Allerdings gelingt es diesem, mit einem Teil des Schatzes das Schiff heimlich zu verlassen. Jim kehrt als reicher Mann nach Hause zurück, wird aber von schrecklichen Alpträumen geplagt.

Dieses Werk ist ein Klassiker der Weltliteratur und aufgrund seiner spannenden Handlung und interessanten Charakterzeichnung für alle Liebhaber von Abenteuergeschichten aus der Piratenzeit lesenswert.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Robert Louis Stevenson 220. Todestag

Robert Louis Stevenson

Robert Louis Stevenson starb im Alter von 44 Jahren am 3. Dezember 1894 auf der Südseeinsel Samoa an Tuberkulose. Stevenson war ein schottischer Schriftsteller des viktorianischen Zeitalters.

Er hinterlies ein umfangreiches Werk von Reiseerzählungen, Abenteuerliteratur und historischen Romanen sowie Lyrik und Essays. Bekannt geworden sind vor allem der Jugendbuchklassiker »Die Schatzinsel« und die Schauernovelle Der seltsame Fall des »Dr. Jekyll und Mr. Hyde«, die sich dem Phänomen der Persönlichkeitsspaltung widmet und als psychologischer Horrorroman gelesen werden kann. Einige Romane sind heute noch populär und verfilmt worden.

Robert Louis Stevenson hat ein umfangreiches Werk von Romanen, Novellen, Reisebeschreibungen, Theaterstücken, Gedichten, Essays und Briefen hinterlassen, die in neun verschiedenen Gesamtausgaben 10 bis 35 Bände umfassen. Schon die erste Gesamtausgabe, von seinem Freund Sidney Colvin herausgegeben, die „Edinburgh-Edition“ (1894–1898), umfasst 28 Bände.

Der Erstdruck von Stevensons populärstem Werk »Treasure Island« (»Die Schatzinsel«), ein Kinderbuchklassiker, erfolgte als Mehrteiler in der Zeitschrift »Young Folks« in der Zeit vom 1. Oktober 1881 bis 28. Januar 1882. Die englische Erstausgabe in Buchform erschien 1883 in London und war sein erster schriftstellerischer Erfolg. Eine ins Deutsche übersetzte Ausgabe erschien erstmals 1897.

Schon früh begab sich der Schriftsteller auf Reisen: Zunächst durch Schottland, dann durch Europa und später durch die Welt. Im Sommer 1876 wanderte Stevenson durch Ayrshire und Galloway und unternahm mit seinem Freund Walter Grindlay Simpson eine Kanufahrt von Antwerpen bis zur Oise. Der Reisebericht darüber erschien 1878 unter dem Titel »An Inland Voyage«.

Weitere literarischen Erfolg feierte er mit unheimlichen Geschichten in der Nachfolge E. A. Poes. Seine Einkünfte erlaubten dem gebürtigen Schotten lebenslanges Reisen auf der Suche nach einem Klima, das bekömmlicher war als das heimische.

Nachdem er wegen seines Lungenleidens lange vergeblich ein Klima gesucht hatte, das seine Krankheit heilte, lebte er seit 1888 auf Samoa, wo er 1894 starb.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Botho Strauß 70. Geburtstag

Botho Strauß

Botho Strauß wurde vor 70 Jahren am 2. Dezember 1944 in Naumburg geboren. Strauß ist ein deutscher Schriftsteller und Dramatiker. Er gehört zu den erfolgreichsten und meistgespielten zeitgenössischen Dramatikern auf deutschen Bühnen.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Remscheid und Bad Ems studerte er fünf Semester Germanistik, Theatergeschichte und Soziologie in Köln und München. 1967-1970 Redakteur und Kritiker der Zeitschrift „Theater heute“. 1970-1975 dramaturgischer Mitarbeiter an der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin.

Nach dem Studium der Germanistik, Theatergeschichte und Soziologie arbeitete Strauß von 1967 bis 1970 als Redakteur bei der Zeitschrift "Theater heute" und war von 1971 bis 1975 Dramaturg und Mitarbeiter von Peter Stein an der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin. 1972 trat Strauß mit dem Stück "Die Hypochonder" erstmals als Dramatiker in Erscheinung. Seine zweite Arbeit "Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle" stieß ebenso wie die erste bei der Kritik auf Ablehnung. Erst mit der "Trilogie des Wiedersehens" (1976) gelangte er zu allgemeiner Anerkennung.

Botho Strauß ist Mitglied des PEN-Zentrums und lebt als freier Schrifsteller in Berlin. Sein schriftstellerisches Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet: 1987 wurde ihm der Jean-Paul-Preis und 1989 der Georg-Büchner-Preis verliehen. Seine Theaterstücke gehören zu den meistgespielten an deutschen Bühnen.

Den großen Roman seiner Generation hat er nicht geschrieben, den ihm als junger Mann Marcel Reich-Ranicki voraussagte. Sonst aber hat Botho Strauß ziemlich alles erreicht. Er ist einer der wichtigsten Dramatiker der Gegenwart.

Er hat mit seinem Roman "Paare, Passanten" (1981) in die Literaturgeschichte geschrieben. Gehört neben Peter Handke und Volker Braun zu den wortmächtigsten deutschsprachigen Schriftstellern. Mit dem Georg-Büchner-Preis erhielt er 1989 den bedeutendsten deutschen Literaturpreis.

Mit Büchern wie "Die Nacht mit Alice, als Julia ums Haus schlich" (2003) oder "Die Unbeholfenen" (2007) – Texte, die die Grenze zur Philosophie überschreiten – hat er seinen Ruf als Prophet gefestigt, der nicht müde wird, Zivilisationskritik zu üben.

In seinem Buch "Herkunft", das wie auch das Gedankenbuch "Allein mit allen" jetzt zum Jubiläum erscheint, erinnert sich Strauß an die Jugend in Bad Ems.

Strauß hat sich immer getraut, gegen den Strom zu denken. Das hat ihm nicht selten Kritik eingebracht, wie 1993 nach der Publikation seines „Anschwellenden Bocksgesanges“. Mitunter neigt er zum Pathos, dann aber ist er wieder ganz modern.

Literatur:

Herkunft
»Herkunft« von Botho Strauß

Montag, 24. November 2014

»Candide« von Voltaire

Der Roman »Candide oder Der Optimismus« von Voltaire ist eines der wichtigsten Werke der französischen Aufklärung. <!-- Die philosophische Erzählung »Candide oder Der Optimismus« -->Seine Erzählung ist eine durchgängig witzige Parodie der Liebes-, Abenteuer- und Reiseromane seiner Zeit. Voltaire verknüpft darin Elemente von Philosophie, Zeitkritik und witziger Satire.<!-- Darin findet er die Leibnizsche Auffassung, es könne keine bessere Welt geben, naiv und machte den Denker lächerlich. Voltaire wusste in seiner Erzählung die Parodie gezielt als Stilmittel einzusetzen. -->

Voltaires Roman ist eine Replik auf Leibniz und seine allzu optimistische Weltauffasssung. In seinem philosophischen Roman <a title="Candide" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3866470746/zitatenschatz-21" target="blank">»Candide«</a> kehrt Voltaire die von Gottfried Wilhelm Leibniz aufgestellte These von <i>»dieser Welt als der besten aller möglichen«</i> ins Ironische um, indem er die Welt als eine in sich fragwürdige Konstruktion darstellt.

Voltaires Grundüberzeugungen von einer vernünftigen Einrichtung der Welt waren durch die Beendigung seiner Freundschaft mit König Friedrich II. von Preußen (1712–86), durch Berichte über den Siebenjährigen Krieg (1756–63) sowie durch das Erdbeben von Lissabon (1755) erschüttert worden. Seine daraus entstehenden Zweifel an einem optimistischen Weltbild der Metaphysik nahm Voltaire zum Anlass, diese in einem Roman auszudrücken.
<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3866470746/zitatenschatz-21" target="blank"><img alt="Candide" style="float: right; margin: 10px 0px 10px 0px; width: 50px" src="http://images-eu.amazon.com/images/P/3866470746.03.TZZZZZZZ.jpg" width="57" border="0"/></a>
Auf der Suche nach seiner geliebten Cunegonde zieht Candide quer durch Europa bis nach Südamerika und zurück. Zahlreiche Erlebnisse und Begegnungen zeigen dem neugierigen jungen Herrn die Welt, wie sie tatsächlich ist, nämlich keinesfalls nur zum Besten der Menschen, wie sein Lehrer Panglos behauptet hatte.

Voltaire hat mit diesem philosophisch-satirischen Roman eines der wichtigsten Werke der französischen Aufklärung geschrieben. Hier übt er zum einen harsche Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen seiner Zeit, zum anderen zweifelt er offen an der Existenz eines Gottes, der alles zum Guten lenkt und »die beste aller möglichen Welten« geschaffen habe.

Weblink:

<a title="Candide" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3866470746/zitatenschatz-21" target="blank"><img alt="Candide" src="http://images-eu.amazon.com/images/P/3866470746.03.TZZZZZZZ.jpg" width="50" border="0"/><br />Candide</a> von Voltaire

Samstag, 15. November 2014

»Berlin Alexanderplatz« von Alfred Döblin

Alfred Döblin

1929 erschien sein bekanntestes Werk »Berlin Alexanderplatz«. »Berlin Alexanderplatz« ist ein 1929 von Alfred Döblin veröffentlichter Roman über das Leben in der Berliner Großstadt am Ende der 1920er Jahre. Mit seinem Roman »Berlin Alexanderplatz« vollzog Döblin die radikale Abkehr vom bürgerlich-psychologischen Roman und entwarf mit seinem lebendigen Stadt-Portrait eine eigene literarische Gattung.

Die Geschichte ist die eines Kleinkriminellen, der aus dem Gefängnis entlassen beschließt anständig zu werden und doch an verschiedenen Prüfungen des Lebens scheitert, wieder kriminell, und dann zum Krüppel wird, schließlich seine Braut verliert und zum Schluss erkennt, dass er sich im Leben nur auf sich selbst und auf Gott verlassen kann. Döblin beschreibt ihn als den 'Hiob' Berlins.

In dem vielschichtigen Roman wird nicht nur ein Einzelschicksal beschrieben, sondern auch das kollektive Geschehen in einer Großstadt in seiner Ganzheit. Das Allgemeine einer menschlichen Situation erfährt hier eine gültige dichterische Gestaltung.


Der kunstvoll geschriebene Roman erzählt die bewegende Geschichte des ehemaligen Transportarbeiters Franz Biberkopf, der im Jähzorn seine Freundin erschlagen hat und der nach vier Jahren aus dem Gefängnis entlassen, fest entschlossen ist, nun anständig zu sein.



Bieberkof versucht als Hausierer und Zeitungsverkäufer seinen Lebensunterhalt in der Großstadt zu verdienen, den aber Politik nichts angeht und der vom Leben mehr erwartet asl ein Butterbrot. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis gerät in einen Strudel aus Verrat und Verbrechen und unter die Räder.

Das Berlin der Zwanziger Jahre ist der Schauplatz des Geschehens. Dabei wird die Großstadt selbst zum Gegenspieler des gutmütig-jähzornigen Franz Biberkopf, der dieser verlockenden, aber auch unerbittlichen Welt zu trotzen versucht.

»Biberkopf hat geschworen, er will anständig sein, und ihr habt gesehen, wie er wochenlang anständig ist, aber das war gewissermaßen nur eine Gnadenfrist. Das Leben findet das auf die Dauer zu fein und stellt ihm hinterlistig ein Bein.«

Um die Vielschichtigkeit der Stadt abzubilden, schöpft Döblin kunstvoll die Möglichkeiten der literarischen Montage und der Collage voll aus: verschiedene Textsorten wie Zeitungsausschnitte, Reklameslogans, Bibelzitate, Nachrichtenmeldungen, Wetterberichte und Liedtexte stehen übergangslos nebeneinander. Hinzu kommt der Einsatz verschiedener Sprachstile, vom Berliner Jargon bis hin zu lyrischen Passagen.

Die Geschichte ist ein episches Lehrstück, eine gleichnishafte Erzählung. Die Geschichte des Transportarbeiters Franz Biberkopf, der, aus der Strafanstalt Berlin-Tegel entlassen, als ehrlicher Mann ins Leben zurückfinden möchte, ist der erste deutsche Großstadtroman von literarischem Rang. »Berlin Alexanderplatz« gehört neben dem »Ulysses«‹ von James Joyce und »Manhattan Transfer« von John Dos Passos zu den bedeutendsten Großstadtromanen der Weltliteratur und zählt zu den großen epischen Werken des 20. Jahrhunderts.

Seine Erzähltechnik, die zwischen registrierender, neuer Sachlichkeit und Eindrücken der modernen Großstadt schwankt, brachte Döblin Vergleiche mit James Joyce ein.

Weltliteratur, die man gelesen haben sollte:

Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf
Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf
von Alfred Döblin


Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf
Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf
von Alfred Döblin

Freitag, 14. November 2014

Lutz Seilers Roman »Kruso«

Kruso

An Lutz Seilers erstem und gleich mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnetem Roman »Kruso« scheiden sich die Geister. »Kruso« ist sein erster Roman und zugleich das Werk eines Lyrikers. Ob Meisterwerk oder Langweiler - die Diskussion hat das auf der Ostseeinsel Hiddensee im Wendejahr 1989 spielende Epos jedenfalls tüchtig befeuert, denn »Kruso« ist ein ebenso vielschichtiges wie mehrdeutiges Buch.

Der Roman »Kruso« von Lutz Seiler spielt auf der Insel Hiddensee im Milieu der Saisonarbeiter und gesellschaftlichen Aussteiger zur Zeit des Zusammenbruchs der DDR 1989. Er erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen dem Germanistik-Studenten Edgar Bendler und dem Küchenmitarbeiter Alexey Krusowitsch, genannt »Kruso«, der in der Gemeinschaft der Saisonarbeiter als Autorität anerkannt ist. Beide sind vom Verlust eines ihnen nahe stehenden Menschen traumatisiert.

Die Gaststätte »Zum Klausner« mit großen grünen Garten und Terasse mit Sitzgelgenheiten für die für Tagesausflügler liegt idyllisch am Waldrand und in unmittelbarer Nähe zum Strand von Hiddensee, der nur eiene Steinwurf entfernt istt. Der Pächter sieht die Gaststätte als Schiff und die Angestellten als deren Besatzung an und entsprechend seemännisch fällt seine Wortwahl beim täglichen Appell aus: »Ab in die Wanten!«. Die Angestellten des Klausner sind wie die Mitglieder einer Schiffsbesatzung eine verschworene Gemeinschaft.

Der Romanheld, der psychisch labile, selbstmordgefährdete Germanistik-Studenten Edgar Bendler findet in der Gaststätte »Zum Klausner« eine Anstellung als Abwäscher. Sein charismatischer Mitarbeiter Kruso hat auf der Insel so etwas wie eine Auffangstation für alle Schiffbrüchigen errichtet, womit jene gemeint sind, die auf irgendeine Weise im DDR-Regime angeeckt sind oder das Land verlassen wollen.

»Kruso« entwickelt eine Freiheits-Utopie, in deren Sog der junge Edgar gerät. Gemeinsam kümmern sie sich um die „Schiffbrüchigen“ – all jene, die mit dem Staat abgeschlossen haben oder auf verschiedene Weisen gescheitert sind. Zwischen beiden Männern wächst eine tiefe Freundschaft, die sie fast übersehen lässt, dass rings um sie der Staat zerbricht und immer mehr Gefährten das Land verlassen. Kruso wird darüber krank und Ed übernimmt seine Aufgabe.

Am Ende muß die Gaststätte »Zum Klausner« schließen, das Klausner wird Kiel geholt und Kruso und Ed, die weiterhin dort wohnen und sich durchschlagen, sind ihrem Schicksal überlassen.

Das Feuilleton hat dieses Buch als Roman der Jahres ekstatisch in den Literaturhimmel gejubelt, doch der Roman ist problematisch in der Einordnung, denn er ist weder ein Bildungs- oder Initiationsroman - mit dem »Zauberberg« ist das Buch ja von einer verzückten Kritikerin verglichen worden - noch ein Wenderoman, weil sich das historische Geschehen nur ganz am Rande im Hintergrund abspielt.

Viele Feuilletonisten haben in diesen vielschichtigen Roman mehr hineininterpretiert, als dieser von der eigentlichen Erzählung über einen Studenten, der sich an der Ostseeküste in der Gastronomie verdingt und vom Rahmen der Handlung hergibt. Wer sich das Buch besorgt und zu lesen beginnt, sich auf eine außerordentliche, fesselnde Lektüre freut, wird enttäuscht.

Seilers Roman zeichnet sich durch eine hohe sprachliche Genauigkeit aus und verbindet historische Konkretheit mit surrealen Zügen. Im Erscheinungsjahr erhielt der Roman den »Uwe-Johnson-Preis« sowie den Deutschen Buchpreis.

Roman:

Kruso
Kruso
von Lutz Seiler


Rezension:

Kruso Rezension
Kruso Rezension
von Joachim Weiser

Mittwoch, 12. November 2014

Der Wenderoman - eine Gattung mit Tücken

Letztes Schweigen
Letztes Schweigen

Der Wenderoman ist längst zu einer eigenen literarischen Gattung geworden. Uwe Tellkamp, Ingo Schulze, Erich Loest haben einen solchen Wenderoman geschrieben und darin von ihren Gefühlen und Erlebnissen erzählt. Meist sind seine Protagonisten jedoch Privilegierte und Angepasste im "Arbeiter- und Bauernstaat".

Diese die Wendezeit thematisierende Literatur erzählt nur allzu oft vom Denken und Handeln gegen die DDR-Obrigkeit oder von Opfern des Systems. Häufig ist darin jedoch nur vom verfolgten Bildungsbürgertum im "Arbeiter- und Bauernstaat" die Rede. Arbeiter und Bauern konnen darin nur selten vor. Sie werden zu Statisten ihrer eigenen Geschichte.

Der Roman "Letztes Schweigen" von Volker H. Altwasser ist da etwas anders. Privilegiert sind seine Protagonisten nicht. Keine Großstadt, dafür ein Dorf, keine Villa, dafür ein Hof, keine offene Rotweinrunden mit Hausmusik, dafür versteckte Schnapsflaschen und keine Gespräche über Kommunismus und Gott, dafür Schweigen.

Dieser bewegende Roman erzählt vom wahren Leben in der DDR aus der Sicht eines ungeliebten Kindes, welches Kraft seiner eigenartigen Phantasie einen Weg aus der Trostlosigkeit findet und doch der ewige Außenseiter bleiben wird.

Weblink:

Letztes Schweigen
Letztes Schweigen
von Volker Harry Altwasser

Dienstag, 11. November 2014

Hans Magnus Enzensberger 85. Geburtstag

Hans Magnus Enzensberger

Hans Magnus Enzensberger wurde vor 85 Jahren am 11. November 1929 in Kaufbeuren im bayerischen Allgäu geboren . Hans Magnus Enzensberger ist ein deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer und Redakteur.

Hans Magnus Enzensberger ist eine intellektuelle Institution in der Bundesrepublik. Er war Mitglied der »Gruppe 47«.

Von 1949 bis 1954 studierte er Literaturwissenschaft, Sprachen und Philosophie in Erlangen, Freiburg im Breisgau, Hamburg und Paris und wurde anschließend promoviert.

Enzensberger nahm bereis in jungen Jahren an mehreren Tagungen der »Gruppe 47« teil und fiel durch den Vortrag provokanter Gedichte auf.

Ab 1957 arbeitete er als freier Schriftsteller in Stranda (West-Norwegen), ging dann 1959 für ein Jahr nach Lanuvio bei Rom.

1960 arbeitete er als Lektor beim Suhrkamp Verlag in Frankfurt am Main und zog sich 1961 auf Tjøme, eine Insel im Oslofjord, zurück.

1963 erhielt Hans Magnus Enzensberger den »Georg-Büchner-Preis«. Heute lebt Enzensberger in München.

Sonntag, 9. November 2014

»Der Turm« von Uwe Tellkamp - ein lebendiges Zeitpanorama

Der Turm Geschichte aus einem versunkenen Land.


Uwe Tellkamps Roman »Der Turm« ist ein akkurat gemaltes Sittenbild der Boheme in einem Dresdner Villenviertel. Der bezeichnende Titel »Der Turm« ist dabei eine Anspielung auf den Dresdner Villenvorort "Weißer Hirsch" mit jener Ansammlung verschnörkelter Bürgerhäuser, die wie die Burgen des nachgeahmten Adels, mit Türmen und Zinnen bewehrt sind.

Der Turm Geschichte aus einem versunkenen Land.
»Der Turm« ist ein lebendiges Zeitpanorama am Ende der DDR. Tellkamp erzählt in diesem umfangreichen Gesellschaftsroman mit epischer Breite die Geschichte eines untergehenden Landes anhand der Lebensgeschichte der wohlhabenden Bewohner eines Dresdner Villenviertels anhand der Familien Hoffmann und Rohde.

»Der Turm« erzählt die Geschichte eines untergehenden Landes anhand des Protagonisten und Ich-Erzählers des Romans Christian Hoffmann. Der Roman erzählt eine Familiengeschichte über drei Epochen, in der die Politik hineinreicht, so daß das Bild einer Epoche entsteht.

Es sind die letzten sieben Jahre der DDR, die der Autor durchaus detailgetreu in einem opulenten Sittengemälde auferstehen läßt. Schauplatz dieses Gesellschaftsportraits von Tolstoischen Ausmaß ist das Dresdner Villenviertel "Weißer Hirsch" - von jeher  eine Enklave des Bildungsbürgertums und der Gelehrten.

»Der Turm« erzählt eine kunstvoll verschachtelte Familiengeschichte mit einem geradezu überbordenden Personal. Er lässt Parteibonzen, Lektoren, Schüler, Soldaten, Künstler, Sprösslinge der Nomenklatura, Krankenschwestern, Anwälte und Republikflüchtlinge, Zensoren und Chefärzte auffahren. Diese haben nacheinander ihren genau berechneten Auftritt in diesem Roman.

Sein Zeitpanorama beginnt im Jahre 1982, dem Todesjahr Breschnews und endet punktgenau am 9. November 1989 - dramaturgisch durchaus geschickt - genau mit dem Datum des Mauerfalls.

Samstag, 8. November 2014

Louis de Bernières 60. Geburtstag

Louis de Bernières

Louis de Bernières wurde vor 60 Jahren am 8. Dezember 1954 in London geboren. Er ist ein britischer Schriftsteller. Zu seinen veröffentlichten Werken gehören Roamane, Erzählungeb und Hörspiele. Louis de Bernières galt nach seinen ersten drei Romsmen bereits als »Meister des magischen Realismus«.

Louis de Bernières wuchs im Nahen Osten als Sohn eines britischen Offiziers auf. Nach der Schule schrieb er sich in der Militärakademie Sandhurst ein, verließ die britische Militärschule jedoch bald darauf wieder. In der Folgezeit hielt sich de Bernières in Lateinamerika auf, bevor er wieder nach London zurückkehrte und ein Philosophiestudium aufnahm.

Der internationale Durchbruch gelang ihm mit seinem Roman »Corellis Mandoline«. Mit seinem Roman »Corellis Mandoline« konnte er 1994 seinen ersten Erfolg verzeichnen. Sein Bestseller »Corellis Mandoline« wurde erfolgreich mit Nicholas Cage und Penelope Cruz verfilmt.

Über die Jahre erhielt de Bernières (in verschiedenen Kategorien) den »Commonwealth Writers Prize«. 1991 für »The War of Don Emmanuel’s Nether Parts«, 1992 für »Señor Vivo and the Coca Lord«, 1995 für »Captain Corelli’s Mandolin« und 2005 für »Birds Without Wings«.

Außerdem wurde er 1997 mit einem der »British Book Awards« und 2004 mit dem »Whitbread Novel Award« ausgezeichnet.

Louis de Bernières lebt heute als Schriftsteller in London.


Weblinks:

Corellis Mandoline
Corellis Mandoline
von Louis de Bernieres

Corellis Mandoline
Corellis Mandoline
von Louis de Bernieres


Mittwoch, 5. November 2014

Hans Sachs 520. Geburtstag

Hans Sachs

Hans Sachs wurde vor 520 Jahren am 5. November 1494 geboren. Hans Sachs war ein deutscher Spruchdichter, Meistersinger und Dramatiker. Er war ein singender Dichter und dichtender Sänger zugleich. Sein Name ist untrennbar mit seiner Heimatstadt Nürnberg verbunden, wo er Mitglied der Meistersinger-Zunft war.

Sein dichterisches Werk ist enorm. Er verfasste über 6.000 Werke, darunter 4.000 Meistergesänge, 80 Fastnachtsspiele, Tragödien, Komödien und unzählige Spruchgedichte.

Hans Sachs erlernte zunächst das Schusterhandwerk und zog als Geselle auf Wanderschaft durch Deutschland. Nach dem Besuch einer Lateinschule absolvierte er von 1509 bis 1511 eine Schuhmacherlehre. Anschließend ging er für fünf Jahre auf Gesellenwanderung.



"Mensch, was du tust, bedenk' das End'
das wird die höchste Weisheit genennt."


Hans Sachs


Sein dichterisches Werk ist deshalb bemerkenswert, weil er in seinem Leben weiterhin als Schuhmacher arbeitete. Dies war nötig, weil Meistersinger, soweit bekannt ist, nicht für Geld schrieben oder sangen.

Neben dem Meistergesang beherrschte Sachs noch drei weitere literarische Gattungen: Das Spruchgedicht in der Nachfolge von Hans Rosenplüt und Hans Folz, das Spiel und den Dialog in Prosa.

Sein bekanntestes Fastnachts-Spiel "Der fahrend Schüler im Paradeis" spiegelt auf unterhaltsame Weise seine Erfahrungen aus dieser Zeit wieder. Wie man als Schuster obendrein Meister im Singen wird, das erzählt Richard Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg".

Der singende Dichter und Meistersinger Hans Sachs starb am 19. Oktober 1567 in seiner Heimatstadt.

Weblink:

Sachs, Hans
Sachs, Hans
von Eckhard Bernstein

»Verklärter Herbst« von Georg Trakl







Gewaltig endet so das Jahr
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.
Rund schweigen Wälder wunderbar
Und sind des Einsamen Gefährten.

Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
Gebt noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.

Es ist der Liebe milde Zeit.
Im Kahn den blauen Fluß hinunter
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht -
Das geht in Ruh und Schweigen unter.


Georg Trakl

österreichischer Lyriker, (1887-1914)






Weblinks:

Georg Trakl Lyrik-Portal - www.georgtrakl.at

Georg Trakl-Portal - www.georgtrakl.de

Gedichte:

Georg Trakl - Sämtliche Gedichte

Dienstag, 4. November 2014

Georg Trakl und seine Gedichte im Spiegel der Zeit

Georg Trakl gilt als großer expressionistischer Dichter. Sein Lyrik ist ein Spiegel der Zeit und ist Künderin des drohendnen Unheils.

Das Werk von Georg Trakl, aus reinster Lyrik bestehend, ist auffällig schmal im Umfang und eigentümlich monoton in der zumeist pessimistischen Aussage, aber von mythischer, magischer Schönheit.

Man liest seine Gedichte nicht nur, man sieht sie auch sehen: Gefühle, Beobachtungen, Beschreibungen und Eindrücke beschreibt Trakl immer direkt mit Farben. Allerdings leuchten seine Werke nicht, sondern sind düster, traurig und unheilvoll.


Im Werk Trakls überwiegen die Stimmung und die Farben des Herbstes, dunkle Bilder des Abends und der Nacht, des Sterbens, des Todes und des Vergehens.

Zwar sind die Gedichte reich an biblisch-religiösen Bezügen, und vielen eignet eine kontemplative Offenheit zur Transzendenz, doch nur selten bricht das Licht der Erlösung in das Dunkel.

Die häufige Farbsymbolik diente anfangs der Beschreibung realer Dinge, später waren die Farben - oft als eigenständige Metaphern verselbständigt (etwa: Schwermut blaut im Schoß der Fraun.

Seine Gedichte spiegeln das Genie des Dichters wieder. Sie sind ein Spiegel der Zeit und exemplarisch für die Ideen ihrer Epoche. Sie bringen das vorherrschende Gefühl der Düsternis zum Ausdruck.

Weblinks:

Georg Trakl-Portal - www.georgtrakl.de

Georg Trakl Lyrik-Portal - www.georgtrakl.at


Literatur:

Georg Trakl
Georg Trakl
von Gunnar Decker


Georg Trakl: Dichter im Jahrzehnt der Extreme
Georg Trakl: Dichter im Jahrzehnt der Extreme
von Rüdiger Görner


Georg Trakl gilt als einer der bedeutendsten Dichter des Expressionismus

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e3/GeorgTrakl.jpg/220px-GeorgTrakl.jpg


Georg Trakl gilt neben Gottfried Benn (1886-1956) und Georg Heym (1887-1912) als einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Epoche des Expressionismus.

Anders als die anderen Vertreter seiner Zeit, erschuf Trakl eine eigene, tiefsinnig-depressive und chiffrenhaltige Welt, die in ihren erzeugten Bildern eine typisch "schwermütige Grundstimmung" vermittelt.

Seine Gedichte spiegeln das Genie des Dichters wieder. Sie sind ein Spiegel der Zeit und exemplarisch für die Ideen ihrer Epoche. Sie bringen das vorherrschende Gefühl der Düsternis zum Ausdruck.

Trakls Schaffen lässt sich in vier Phasen untergliedern. Die erste Phase bezieht sich auf seine Jungwerke, welche durch zwei Einflüsse stark geprägt wurden, zum einen Nietzsche und die Strömungen des Jugendstils und zum anderen der Symbolismus.

In der zweiten Schaffensphase (ca. 1909–1912) ist der expressionistische Reihungsstil, den er selbst charakterisiert als „meine bildhafte Manier, die in vier Strophenzeilen vier einzelne Bildteile zu einem einzigen Eindruck zusammenschmiedet“.

Seine späteren Werke (ca. 1912 bis 914) liegen in seiner dritten Phase, welche durch die hohe poetische Suggestivität der Bilder eine großen semantischen Offenheit erzeugt. Dieser hermetisch-abstrakte Stil und das Bestreben Eindeutiges zu verunklaren, bildet einen Individualistil.

Die letzte Phase von 1914 bis zu seinem Ableben beinhaltet viele seiner postum veröffentlichten Werke. Sie ist geprägt durch seine Kriegserfahrung und einen archaisch-apokalyptischen Tenor wie beispielsweise in den drei Werken »Im Osten«, »Klage« und »Grodek«.

Weblinks:

Georg Trakl - Leben und Werk - www.georgtrakl.at

Georg Trakl Lyrik-Portal - www.georgtrakl.at

Biografien:<

Georg Trakl
Georg Trakl von Gunnar Decker

Georg Trakl: Dichter im Jahrzehnt der Extreme
Georg Trakl: Dichter im Jahrzehnt der Extreme
von Rüdiger Görner

Montag, 3. November 2014

Georg Trakl vor 100 Jahren gestorben

Georg Trakl

Georg Trakl starb vor 100 Jahren am 3. November 1914 in Krakau, Galizien. Georg Trakl war ein österreichischer Dichter des Expressionismus mit starken Einflüssen des Symbolismus. Der mit vielen literarischen Zeitgenossen befreundete Dichter gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter des Expressionismus in der deutschen Literatur.

Im August 1914 meldete sich Trakl als Freiwilliger Sanitäter für den Ersten Weltkrieg und wurde daraufhin an die Ostfront nach Galizien versetzt. Er erlebte den Krieg zwischen Österreich-Ungarn und Russland unmittelbar mit und hatte als Sanitätsoffizier zeitweise bis zu 100 Soldaten alleine zu versorgen.

In der Schlacht von Grodek im September 1914, als die maschinelle Menschenvernichtung des Ersten Weltkrieges ihren Anfang nahm, ging im Schrecknis des Krieges ein Zeitalter unter und mit ihm auch Georg Trakl, der als Sanitäter in der Schlacht dabei war, aber auf verlorenem Posten stand.

Georg Trakl hatte keine Möglichkeit, den Sterbenden zu Hilfe zu kommen, was ihn in tiefe Verzweiflung stürzte. Im gleichnamigen Gedicht »Grodek« verarbeitete Trakl wenige Tage vor seinem Tod seine Kriegserfahrungen.

Bei dem Versuch, sich zu erschießen, wurde Trakl durch Kameraden abgehalten und nach einem Fluchtversuch zur Beobachtung seines Geisteszustandes in ein Krakauer Militärhospital eingewiesen.

Dort starb er am Abend des 3. November 1914 nach Einnahme einer Überdosis Kokain an Herzstillstand. Ob es sich dabei um einen Unfall oder um Suizid handelte, ist ungeklärt.


Weblinks:

Georg Trakl-Portal - www.georgtrakl.de


Georg Trakl Lyrik-Portal - www.georgtrakl.at


Georg Trakl
Georg Trakl
von Gunnar Decker


Georg Trakl: Dichter im Jahrzehnt der Extreme
Georg Trakl: Dichter im Jahrzehnt der Extreme
von Rüdiger Görner

Samstag, 1. November 2014

Dylan Thomas und seine klangvolle Poesie im Spiegel der Natur

Dylan Thomas

Der aus Wales Dichter Dylan Thomas gilt als der geniale "walisische Rimbaud". Die ungestüme Begabung von Dylan Thomas kommt in der klangvollen Poesie seiner Gedichte zum Ausdruck.

So gewaltig wie die Landschaft, so wortgewaltig ist die Kunst des Dylan Thomas. Die walisische Landschaft ist der Spiegel seiner kunstvollen Lyrik und seiner Gedichte. Er hat seine Landschaft in Poesie verwandelt.

Die Mythologie der Landschaft, deren Märchen und Mythen sind der Stoff seiner Gedichte, welche sich um die großen Themen der Menschheit und des Lebens drehen.


Weltschmerz und Weltmüdigkeit, Wortverliebtheit und Wortstrenge, Sprachwitz und Sprachzauber - während seines kurzen Lebens hat er alle Register des Ausdrucks gezogen, um die Mythologie der walisischen Landschaft, deren Märchen und Mythen er sich als Hintergrund und Kontext anverwandelte, in dichterische Sprache zu verwandeln.

Und einzigartig sind die Gedichte des Mannes, der sich selbst so charakerisiert hat: "Der Erste. Ich bin ein Waliser; / Der Zweite. Ich bin ein Trinker; / Der Dritte. Ich bin ein Menschenfreund, / vor allem liebe ich die Frauen."

Der Band »Windabgeworfenes Licht« - angelehnt an ein Zitat aus seinem berühmten Gedicht »Fern Hill« - bietet die umfassendste Sammlung von Dylan Thomas' Gedichten, die bislang auf Deutsch erschienen ist.

Literatur:

Windabgeworfenes Licht: Gedichte
Windabgeworfenes Licht: Gedichte
von Dylan Thomas


Mittwoch, 29. Oktober 2014

Dylan Thomas und die Rezeption seines Werkes

Dylan Thomas


Dylan Thomas gehört zu den maßgeblichen modernen Literaten, die Generationen von Musikern und Lyrikern beeinflusst haben. Sein poetisches Werk fand schon zu Lebzeiten eine breite Rezeption in er Öffentlichkeit.


Dylan Thomas hat Schauspieler, Rockstars, Politiker und Generationen von Schriftstellern in der ganzen Welt gleichermaßen beeinflusst. Mick Jagger, Paul McCartney, Bob Dylan sowie Richard Burton und Anthony Hopkins, sie alle verehren Dylan Thomas und sind von ihm beeinflusst.








»Geh nicht so fügsam in die gute Nacht, nein, brennen soll das Alter, wenn der Tag sich neigt, wüte, ja wüte gegen das Sterben des Lichts.«


Dylan Thomas







Durch zahlreiche Lesereisen - inbes. durch Amerika - hatte er für eine breite Bekanntheit seiner Dichtung und seiner Werke gesorgt. Zahlreiche Hörspiele und Lyrik-Lesungen im englischen Radio trugen ebenfalls zu seiner Popularität bei. 1949 reiste er in die USA und trug seine Gedichte vor Studenten vor.


Trotz der Kritik von Teilen der Wissenschaft, wurde Thomas' breites Werk von den Lesern mehr als das viele seiner Zeitgenossen begeistert aufgenommen und geschätzt. Er ist einer der wenigen modernen Dichter, dessen Name von der Öffentlichkeit anerkannt wurde.


Weblink:


Dylan Thomas.com - Official website - www.dylanthomas.com


Dylan Thomas-Gedichte:


Windabgeworfenes Licht: Gedichte
Windabgeworfenes Licht: Gedichte
von Dylan Thomas


Dylan Thomas
Dylan Thomas
von Elke Heidenreich

Montag, 27. Oktober 2014

»Die neuen Leiden des jungen W« von Ulrich Plenzdorf

Die neuen Leiden des jungen W

Das bekannteste Werk von Ulrich Plenzdorf ist das 1972 in Halle uraufgeführte Bühnenstück »Die neuen Leiden des jungen W«, eine zeitgemäße Adaption des von Goethes »Werther«, die ein Jahr auch als Prosafassung erschien.

Die Bühnenfassung wurde am 18. Mai 1973 im Landestheater in Halle uraufgeführt. Ebenfalls 1973 erschien die sich von der ersten Prosafassung kaum unterscheidende Romanfassung in ganz Deutschland.

Die Handlung erzählt, dass der siebzehnjährige DDR-Jugendliche nach einem Konflikt seine Ausbildung abbricht und in eine abrissbereite Laube nach Berlin zieht. Edgar Wiebeau war ein Musterschüler und zudem noch der Sohn der Werksleiterin.

»Die neuen Leiden des jungen W« ist ein Werther der DDR. Darin wird die Geschichte des jungen Edgar Wibeau erzählt, der seine Lehre schmeißt, von zu Hause abhaut, sich ein Leben ohne Jeans nicht vorstellen kann und wie einst Goethes Werther in eine verheiratete Frau verliebt ist.

Edgar Wibeau ist 17 Jahre alt und steckt mitten in der Pubertät. Er begehrt auf, eckt an - und stößt sich den Kopf besonders hart, denn in der DDR, wo er aufwächst, ist kaum Platz für Individualisten wie ihn.

So flüchtet er aus dieser Gesellschaft, versteckt sich in einer alten Laube und entdeckt dort bei der Lektüre von Goethes »Die Leiden des jungen Werther«, dass er mit diesem berühmtesten aller Liebeskranken einiges gemeinsam hat.


Das Buch beginnt mit zwei Todesanzeigen. Edgar Wiebeau ist durch einen Stromschlag gestorben. Eine von seinen Kollegen vom Bau und eine von seiner alleinerziehenden Mutter.

Der Vater liest den Tod des 17-Jährigen und beschließt Fakten über seine letzten Wochen zu sammeln indem er alle, die Kontakt mit ihm hatten, zu den Geschehnissen befragt.

Die neuen Leiden des jungen W

Die neuen Leiden des jungen W


Das besondere bei der Ermittlung ist jedoch, dass nicht nur die Befragten und der Vater zu Wort kommen, sondern das auch Edgar sich aus dem Jenseits meldet und die Aussagen der Befragten für die Leser entweder korrigiert oder kommentiert.

Mit seinem Stück »Die neuen Leiden des jungen W.« gelang es Plenzdorf, die Ängste, Hoffnungen und das Lebensgefühl der Jugend in den 1970er Jahren in Ost- und Westdeutschland auf ungewöhnliche Art und Weise atmosphärisch einzufangen und auszudrücken.

Ulrich Plenzdorfs Name wird mit seinem berühmesten Werk »Die neuen Leiden des jungen Werther« untrennbar verbunden bleiben. Er schrieb "seinen Werther" zeitgemäß und gesellschaftskritisch von Goethes Original ab.

Weblinks:

Die neuen Leiden des jungen W. – Wikipedia

»Ein Werther der DDR« – Goethezeitportal – www.goethezeitportal.de

Literatur:

Die neuen Leiden des jungen W
Die neuen Leiden des jungen W
von Ulrich Plenzdorf

Dylan Thomas zum 100. Geburtstag

Dylan Thomas

Dylan Thomas wurde vor 100 Jahren am 27. Oktober 1914 in Swansea geboren. Dylan Thomas war ein walisischer Dichter und Schriftsteller, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelebt hat.

Thomas schrieb Gedichte, Essays, Briefe, Drehbücher, autobiographische Erzählungen und ein Theaterstück - sein bekanntestes Werk »Under Milk Wood« (»Unter dem Milchwald«).

Nach der Schule arbeitete er zwei Jahre als Journalist bei der Tageszeitung »South Wales Daily Post« in Swansea als Junior Reporter, bevor er 1934 von Wales nach London zog.

Im gleichen Jahr veröffentlichte er sein erstes Buch »Eighteen Poems«. Anschließend widmete er sich dem Londoner Bohèmeleben und seiner anderen Leidenschaft, dem Alkohol.

Wenig später heiratete er seine Frau Caitlin und kehrte mit ihr nach Wales zurück. 1940 arbeitete er als Drehbuchschreiber für die »Strand Film Company«.


Zahlreiche Hörspiele und Lyrik-Lesungen im englischen Radio trugen zu seiner Popularität bei. 1949 reiste er in die USA und trug seine Gedichte vor Studenten vor.

Dylans klangvolle Poetik zeichnet sich durch die Beschreibung von Natur und Landschaften seiner Heimat Wales aus. Seine Sprache ist kraftvoll und bilderreich und ihr Inhalt spiegelt vor allem seine Gefühle für die Schönheit der Natur wieder.

Sein Werk gehört inzwischen zum festen Bestand der modernen Poesie dieser Welt. Der »Rimbaud von Cwmdonkin Drive«, wie er sich selbst in die Ahnenreihe der rebellischen Dichter einfügte, sah sich stets als gefährdet und gefährdete sich selbst fortwährend durch exzessiven Alkoholgenuß.

Dylan Thomas war ein exzessiv und kompromisslos lebender Dichter und starb mit 39 Jahren als erfolgreicher Künstler und vom Alkohol zerstörter Mann währnde einer Lesereise am 9. Oktober 1953 in New York.

Weblink:

Dylan Thomas.com - Official website - www.dylanthomas.com

Dylan Thomas-Gedichte:

Windabgeworfenes Licht: Gedichte
Windabgeworfenes Licht: Gedichte
von Dylan Thomas

Dylan Thomas
Dylan Thomas
von Elke Heidenreich

Sonntag, 26. Oktober 2014

Ulrich Plenzdorf 80. Geburtstag

Ulrich Plenzdorf

Ulrich Plenzdorf wurde am 26. Oktober 1934 in Berlin geboren. Plenzdorf war ein ostdeutscher Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramaturg. Er gilt als einer der bekanntesten Schriftsteller der DDR.

Seine Eltern wurden wegen ihrer Mitgliedschaft in der KPD während der Zeit des Nationalsozialismus mehrfach inhaftiert. Der gebürtige Kreuzberger kam 1950 mit seinen Eltern nach Ostberlin.


Von 1949 bis 1952 besuchte er die Schulfarm Scharfenberg in Himmelpfort bei Fürstenberg (Havel). 1950 zog die Familie von West- nach Ost-Berlin um, wo Plenzdorf 1954 in Lichtenberg das Abitur bestand.

In Leipzig studierte Plenzdorf anschließend Marxismus-Leninismus und Philosophie am Franz-Mehring-Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig, verließ die Hochschule aber ohne Abschluss.

Ab 1959 besuchte er die Deutsche Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg. Ab 1963 arbeitete er als Szenarist und Dramaturg im DEFA-Studio Babelsberg. Parallel zu seinem Studium arbeitete Plenzdorf von 1955 bis 1958 als Bühnenarbeiter.


Das bekannteste Werk von Ulrich Plenzdorf ist das 1972 in Halle uraufgeführte Bühnenstück »Die neuen Leiden des jungen W«, eine zeitgemäße Adaption des von Goethes »Werther«, die ein Jahr später auch als Prosafassung erschien.

Mit seinem Stück »Die neuen Leiden des jungen W.« gelang es Plenzdorf, die Ängste, Hoffnungen und das Lebensgefühl der Jugend in den 1970er Jahren in Ost- und Westdeutschland auf ungewöhnliche Art und Weise atmosphärisch einzufangen und auszudrücken.

Plenzdorf konnte, so wie ein Böll, Brecht oder Strittmatter das wahre Leben zwischen die Deckel eines Buches bringen. Menschen, Orte, Geschichten und Träume, die wir jeden Tag sehen, hören und leben.

Plenzdorf machte sich aber vor allem auch als Drehbuchautor einen Namen. Von ihm stammen die Drehbücher zu dem von Heiner Carow gedrehten Kinofilm »Die Legende von Paul und Paula«, die Hans-Fallada-Verfilmung »Der Trinker« mit Harald Juhnke oder Frank Beyers Film »Abgehauen« nach der Autobiografie von Manfred Krug.

Er schrieb auch die Drehbücher der vierten von den fünf Staffeln von Jurek Beckers ARD-Fernsehserie »Liebling Kreuzberg«.

Seit 1992 war der DDR-Schriftsteller Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Im Jahr 2004 hatte er eine Gastdozentur am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig inne.

Ulrich Plenzdorfs Name wird aber vor allem mit seinem berühmtesten Werk »Die neuen Leiden des jungen Werther« untrennbar verbunden bleiben. Er schrieb "seinen Werther" zeitgemäß und gesellschaftskritisch von Goethes Original ab.

Der Schriftsteller war seit 1955 mit Helga Lieske verheiratet und hatte drei Kinder. Ulrich Plenzdorf starb am 9. August 2007 in Berlin.


Literatur:

Die neuen Leiden des jungen W
Die neuen Leiden des jungen W
von Ulrich Plenzdorf

Legende vom Glück ohne Ende
Legende vom Glück ohne Ende
von Ulrich Plenzdorf