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Dienstag, 28. Oktober 2025

Leo Tolstoi bricht zu seiner letzten Reise auf

Leo Tolstoi

Im Morgengrauen eines Oktobermorgens steigt Leo Tolstoi in die Kutsche und bricht auf zu seiner letzten Reise. Es ist kurz nach vier Uhr am 28. Oktober 1910, als er plötzlich beschließt, sein Landgut Jasnaja Poljana zu verlassen. Es ist das Ende eines unglücklichen Familiendramas.

Eilig kramt der alte Mann die nötigsten Habseligkeiten zusammen, Tochter Sascha und sein Leibarzt helfen beim Packen. Tolstoi schreibt einen letzten Brief an seine Frau Sofja. "Unerträglich" sei die Situation im Haus geworden, begründet er seine Flucht, die ein tragisches Ende finden sollte.

Begonnen hatte das Familiendrama schon viele Jahre vor dieser Oktobernacht. Die Protagonisten sind der weltberühmte und verehrte Lew Nikolajewitsch Tolstoi und seine Frau Sofja Andrejewna Tolstaja. Daneben noch Tochter Alexandra, Sascha genannt, die dem Vater treu ergeben ist, ebenso wie der intrigante Wladimir Grigorjewitsch Tschertkow, Begründer des Tolstojanismus, einer Art christlicher Anarchismus.

Graf Tolstoi pflegte bis zum Beginn der 1880er Jahre auf seinem Landgut Jasnaja Poljana den Lebensstil eines russischen Adligen, lud Aristokraten und Künstler zu Bällen und zur Jagd. Später vollzog er jedoch eine Abkehr zu einem einfachen und geistigen Leben.

Weblink:

Krieg und später Frieden - www.sueddeutsche.de

Samstag, 16. November 2024

»Die toten Seelen« von Nikolai Gogol

Die toten Seelen


»Die toten Seelen« ist ein Roman von Nikolai Gogol. Das Thema dieses Buches stammt eigentlich von Puschkin, der mit Gogol befreundet war und der Meinung war, daß sein Freund dieses Thema besser umsetzen könne. 1835 erklärte Puschkin Gogol den Stoff. 1841 schloss Gogol das Thema in Rom ab. Die Moskauer Zensurbehörde lehnte den Druck ab. Mit Vermittlung eines Freundes genehmigte die Sankt Petersburger Zensurbehörde die Herausgabe mit geändertem Titel.

Die Hauptperson ist ein Mann namens Tschitschikow, ein umtriebiger und schlitzohriger Mensch, der tote Seelen kauft umso reich zu werden. Immer wieder hat er Rückfälle. Mit Disziplin rafft er sich immer wieder auf und beginnt. Am Ende scheint alles verloren. Er sitzt schon im Kerker und wird wieder befreit um neu beginnen zu können. Trotz der zentralen Figur des Tschitschikow ist es nicht nur ein Roman über ihn; es wird das Leben am Land und viele Gutsbesitzer beschrieben.



Tschitschikow reist in eine Bezirkshauptstadt in der Ukraine und trifft hier Grundbesitzer, denen er leibeigene Bauern abkauft. Jedoch möchte er nur solche Bauern kaufen, die bereits verstorben sind, aber noch in den Registrierlisten aufscheinen, die nur alle 10 Jahre erneuert werden. Da die Steuer jedoch nach den Registrierlisten eingehoben wird und Tschitschikow durch den Kauf die Steuerlast der Grundbesitzer übernimmt, ist sein Motiv nicht ganz verständlich.


„Bekanntlich gibt es viele Gesichter auf der Welt, bei deren Bearbeitung sich die Natur nicht lange aufgehalten und keinerlei feine Instrumente, wie Feilen, kleine Bohrer und dergleichen, verwandt hat: sie Holte einfach mit der Axt aus, ein Schlag – und fertig war die Nase, ein zweiter Schlag - und fertig waren die Lippen, mit einem Riesenbohrer wurden die Augen gemacht, und dann hieß es: „Er lebt!“, und der Mensch wurde mit ungehobeltem Gesicht in die Welt geschickt.“

Die ausführlichen und detaillierten Erzählungen der russischen Dichter des 19. Jahrhunderts geben eine Zeit wieder, die es nicht mehr gibt. Das Wesentliche im Buch ist aber nicht die Geschichte, sondern die Beschreibung der Menschen und der Gesellschaft, die Tschitschikow hier im zaristischen Russland von 1820 antrifft. Neben menschlichen Schwächen führen die Versuchungen des aufkommenden westlichen Einflusses zu Materialismus und Kapitalimus, zu Korruption und illegalen Machenschaften.

Obwohl Gogol deutlich moralische Stellung bezieht, nimmt er seine Protagonisten in Schutz und versteht ihre Schwächen. So wendet er sich immer wieder direkt an den Leser um auch ihn zu beschwichtigen und nicht böse oder verurteilend zu sein.

Das Buch ist satirisch, ironisch geschrieben und köstlich zu lesen. Diese Ausgabe ist die erste deutsche Übersetzung aus dem Jahre 1846 und in der damaligen Sprache und Orthografie verfasst, was einen zusätzlichen Reiz beim Lesen ausmacht - ich fühlte mich in die Zeit, in der das ganze Buch spielt, versetzt.

Literatur:


Die toten Seelen
von Nikolai Gogol

Samstag, 25. Juni 2022

»Nachtasyl« von Maxim Gorki


Das im Jahr 1902 verfasste und ein Jahr später in Deutschland uraufgeführte Drama »Nachtasyl« des russischen Schriftstellers Maxim Gorki gehört zu den bedeutendsten Theaterstücken jener Zeit. Der Autor führt in das Milieu des zaristischen Prekariats, einer Gesellchaftsschicht, in der sich Gorki persönlich auskannte und dessen Sprachrohr er mit diesem und weiteren Stücken werden sollte.

Gegenstand der Handlung ist eine illustre Gruppe von gescheiterten Figuren, die alle zusammen bei der Vermieterin Wassilissa und ihrem Mann Kostylew wohnen. Beide führen ihre Wirtschaft mit harter Hand und die Mieter haben sich in diesem Zustand eingerichtet. Bis eines Tages der lebenserfahrene und -frohe Wanderer Luka auftaucht und erst beiläufig, später gezielt die Situation und ihre Umstände hinterfragt. Durch diesen externen Impuls aufgerüttelt, wandeln sich einige Bewohner von folgsamen Schafen zu mündigen Bürgern, die schließlich gegen ihre Vermieter aufbegehren. Das Stück endet tragisch und hinterlässt beim Leser den Eindruck einer gewissen Unvollkommenheit. Doch eben hier liegt Gorkis' Verdienst. Es wird kein Königsweg aufgezeigt, der die Menschen aus ihrer Unterdrückung befreit.

Vielmehr liefert »Nachtasyl« Denkanstöße zum Umgang miteinander und steht damit im Lichte eines kollektiven Humanismus. Denn nicht die Regierung ist entscheidend, oder der Staat, sondern immer nur der Mensch. Auf der Basis dieser Erkenntnis stehend ist das Stück auch mehr als hundert Jahre nach seiner Erscheinung noch aktuell und sollte daher unbedingt empfohlen und gelesen werden.

"Der Putz ist weg, nur der nackte Mensch ist geblieben."

Mit seinem grandiosen und ebenso beklemmenden wie aufrüttelnden Drama »Nachtasyl« schuf der russische Dichter Maxim Gorki ein zeitloses Werk von weltliterarischem Rang und einen Klassiker der russischen (sowjetischen) Literatur. Nach seiner Uraufführung 1902 entfaltete es eine ungeheure Wirkung: Denn hier gehört die Bühne nicht mehr den Begüterten, Privilegierten, sondern den Gedemütigten, den am Leben Gescheiterten. Ihr Platz ist das Nachtasyl, ein Elendsquartier, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Und doch führt ihr Ringen um Selbstwert und Würde, ihr Träumen und Hoffen, die Macht des menschlichen Überlebenswillens auf ergreifende Weise vor Augen.

In Russland wurde der umstrittene Nationaldichter nach dem Zusammenbruch des Kommunismus für viele von der vergötterten Leitfigur der Sowjetzeit zur Unperson. In Maxim Gorkis widersprüchlichem Leben ist jedoch bis heute vieles ungeklärt.

Literatur:


Nachtasyl
von Maxim Gorki


Weblink:

Von der Leitfigur zur Unperson - 75. Todestag des Dramatikers und Erzählers Maxim Gorki - dradio.de

Samstag, 18. Juni 2022

»Ivanow« von Anton Tschechow


»Ivanov« ist ein Drama in vier Akten des russischen Dramatikers Anton Tschechow, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf einem Landgut spielt.

Der Gutsbesitzer Ivanow ist mit 35 Jahren bereits von Leben erschöpft, dabei war er als Mann einmal erfolgreich. Er geht an sich selbst zugrunde. Zudem ist seine Frau ernsthaft erkrankt.

Kaum geht die Sonne unter, fällt die Schwermut ihn an. Ivanow leidet an Selbstüberdrss seiner eigenen Figur. Er lebt in einer leer und erstarrten Gesellschaft.


Der Zeithintergrund
Ivanow ist ein Seismograph seiner Zeit, der sich selbst verloren hat.

Literatur:


Ivanov. Drama in vier Akten
von Anton Tschechow


Ivanov. Drama in vier Akten
von Anton Tschechow

Mittwoch, 15. Juni 2022

»Eugen Onegin: Roman in Versen« von Alexander Puschkin

Jewgeni Onegin


»Eugen Onegin« von Alexander Puschkin ist ein Roman in Versen. Die Versdichtung erzählt die unglückliche Liebesgeschichte zwischen dem großstädtischen Dandy Jewgeni Onegin und der Schönheit vom Lande Tatjana Larina. Der Versroman erschien in den Jahren zwischen 1825 bis 1833. Ein Werk, das sprudelt vor Leben - wie Champagner.

Gelangweilt vom müßigen Leben in Petersburg macht sich der junge Adelige Jewgeni Onegin begierig auf Abwechslung und Abenteuer zum soeben, von seinem verstorbenen Onkel, geerbten Landgut auf. Dort lernt er den jungen Dichter Vladimir Lenski kennen, der ihm von seiner Jugendliebe Olga Larin erzählt.

In der Gestalt des Onegin erfaßte Puschkin charakteristische Züge der Jugend seiner Zeit. Der Rausch der Vergnügungen vermag Onegin auf die Dauer nicht zu befriedigen; da ihm aber trotz aller Begabung die Fähigkeit zu sinnvollem Tun fehlt, gewinnt das Gefühl der Langenweile und des Weltüberdrusses die Oberhand.

Die Erschütterung, die Onegin erleidet, als er seinen Freund, den romantischen Lenskij, in einem aus nichtigem Anlaß heraufbeschworenen Duell tötet und die jäh aufbrechende Liebe zu Tatjana, deren tief empfundene Zuneigung er anfänglich nicht erwidert hat, lassen ihn reifen.

Elegant und spritzig wie Champagner perlt dieser Versroman dahin. Puschkin ironisiert auf geniale Weise das Leben dieses Dandys. Die bezauberndste Stelle dieses Buches ist die Liebeserklärung Tatjanas. Dieses Buch gehört in die erste Reihe der Weltliteratur.

Alexander Puschkin

Puschkin begriff Byron und verstand das russische Volk und dessen Bestimmung. Diese Voraussetzung gilt für einen einmaligen Roman, in Verse gebannt und in eine Liebeslyrik verwoben, der seinesgleichen sucht. Die Sprachgewalt in Ratio wie Emotio ist unübertroffen, die russische Seele entwächst dem Text in Klarheit in Geist und Gefühl. Sein Protagonist Jewgeni (Eugen) Onegin ist ein russischer Byron, "Phantasmen maßlos sich ergeben, / Mit seinem aufgebrachten Geist, / Der sich in leerem Tun verschleißt", dem im Verhältnis zur russischen Seele auf dem Lande eine Selbstreflektion aufgezeigt wurde durch das Leben eines Mädchen vom Lande ("Daß unsere Blütentraumgefühle / In rascher Folge bald zu Staub zerfielen").

Tatjana, der Inbegriff der phantasievollen und träumerischen Existenz, verliebt sich unsterblich und wird enttäuscht, weil sich dieser Liebe Onegin noch nicht stellen konnte. Ihre Lebensveränderung vom Land- zur Stadterfahrung hilft ihrer Selbstbestimmung ohne die Tradition aufgeben zu müssen. Sie bleibt bei ihrem Ja gegenüber ihrem Mann, obwohl ihre gegenseitige Liebe erst mit erneuten Treffen zwischen Tatjana und Onegin in der Stadt eingestanden wird.

Alexander Puschkin

Puschkin spiegelt in den Personen und in ihren Beziehungen zueinander das Volk im Spiel von Tradition und Erneuerung. In diesem Spiegel kann jeder sich ansehen und im Blick dem Gedanken folgen, das zu lieben, was Puschkin liebt, das zu verehren, was Puschkin verehrt. Damit wird Puschkin nur zu Recht als Nationaldichter gefeiert, als einer, der die russische Seele belebt, in dem er lehrt, sich zu feiern, sich selbst neu zu schaffen. Neben all der Liebe in ihrer Verzweifelung gelten Eifersucht, Duell und Tod als mitbestimmende Größen des Romans.

In allem steckt Reflektion über sich, über die Wünsche und über das Sein in einer Kultur, wie sie das Landleben, die Familie vorgibt ("Das Leben sehen als Ritual / Und mitzutrotten mit der Menge, / Obgleich uns nichts von dem erwärmt"). Puschkin integriert den Leser bis zu letzt. "Leb wohl, da unser Weg sich trennt!" ist jene letzte Botschaft an den Leser, um klar zu machen, dass der Roman dem Leser gilt und dass dieser Abschied nehmen muss am Ende, "Abschied nehmen muss im Nu", damit er auf sein eigenes Leben trifft.

Dieser einzigartige Versroman gilt als Puschkins wohl großartigstes Werk; ihm gelingt jene Verbindung herzustellen, die ein Band schnürt zwischen jedem einzelnen Russen, um sich als ein Volk zu fühlen. Peter Tschaikowsky hat diesen Roman und dieses Puschkinsche Credo als Vorlage für sein Libretto seiner gleichnamigen grandiosen Oper gewählt. Mit der Verzweigung dorthin, erfährt der interessierte Leser zusätzlich (in einer weiteren Rezension) jenen Inhalt dieser Liebeslyrik, die Puschkin bravourös als Vorlage geschaffen hat.

»Jewgeni Onegin« ist mehr als nur die unglückliche Liebesgeschichte zwischen dem großstädtischen Dandy Jewgeni Onegin und der Schönheit vom Lande Tatjana Larina: Es ist die erste umfassende Schilderung der russischen Gesellschaft und war Vorbild für Pjotr Tschaikowskis berühmte Oper.

Literatur:

Jewgeni Onegin: Roman in Versen
Jewgeni Onegin: Roman in Versen
von Alexander Puschkin

Eugen Onegin: Roman in Versen
Eugen Onegin: Roman in Versen
von Alexander Puschkin

Samstag, 27. November 2021

»Die Dämonen« von Fjodor Dostojewski

Die Dämonen



Fjodor Dostojewski greift, wie so oft, in seinem Roman »Dämonen« auf einen realen Fall zurück. In den »Dämonen« verarbeitete er die sogenannte "Netschajew-Affäre". Netschajew war damals in aller Munde. Ein gebildeter Provinzler, der sich aber in der "verwestlichten" Hauptstadt an den Rand gedrängt fühlt und Bekanntschaft mit dem Gottvater des Anarchismus, Bakunin, schloss. Netschajew begann eine revolutionäre Zelle aufzubauen und entwickelte einen Hang zur Gewalt. Nach einigen Auslandsaufenthalten kehrte jener Netschajew dann nach Russland zurück, wo er einen "Genossen" ermordete, der andere Ansichten vertrat und angeblich als Spitzel agierte.

Dieser Fall von Willkür gepaart mit anarchistisch-bakunistischem Denken, diente Dostojewski als Hintergrund seiner Untersuchung des sich ausbreitenden Nihilismus. Gleichzeitig verhehlt er nicht seine Sympathie und zeigt, wie sogar die unschuldigsten Menschen mit den besten aller Vorsätze sich binnen kürzester Zeit in Terroristen oder Gewaltverbrecher verwandeln können.

Die Geschichte der »Dämonen« - manchmal auch »Die Bessesenen« oder »Die Teufel« genannt - basiert im Wesentlichen auf dem Mord an Ivan Ivanov durch "Volksvenge"-Mitglieder im Jahr 1869. Der Roman wurde zudem von dem Buch der Offenbarung beeinflusst.

Die Dämonen



Die Handlung des Romans findet in einer russischen Provinz, vor allem auf den Gütern von Stepan Verkhovensky und Varvara Stavrogina statt. Stepans Sohn Pyotr ist ein aufstrebender revolutionärer Verschwörer, der versucht, Revolutionäre in der Umgebung zu organisieren. Er hält den Sohn von Varvaras Sohn Nikolai Central für sein Grundstück an, weil er denkt, dass Nikolai das Sympathie für die Menschheit fehlt.

Der Roman ist in drei Teile untergliedert. Der erste stellt die Charaktere vor, v. a. den gebildeten, an klassischen Idealen orientierten Schöngeist Stepan Trofimowitsch Werchowenskij, der als ehemaliger Hauslehrer ihres Sohnes und Freund bei der vermögenden Witwe Warwara Petrowna Stawrogina lebt. Im zweiten Teil werden die Konflikte zwischen den Protagonisten entwickelt, die im dritten schließlich zum Ausbruch kommen.

Die Handlung spielt in einer namentlich nicht genannten Provinz nahe Sankt Petersburg und wird von dem Beamten Anton Lawrentjewitsch, einem Freund Stepans, erzählt, der einige Ereignisse und Gespräche selbst mitverfolgt hat, meist aber über die Vorgänge indirekt, durch Augenzeugenberichte, informiert wurde. In vielen Kapiteln tritt diese formale Konstruktion hinter einer polyperspektivischen Darstellung zurück.

Die Wurzeln der Dämonen und des Bösen sind Dostojewski zufolge in einer Epoche zu suchen, die die Persönlichkeit des Einzelnen inthronisierte und dem Individualismus des EInzelnen das Wort redete, der schließlich zum bedingungslosen Narzissmus pervertierte.

Im Vergleich zu seinem Roman »Der Idiot« mit seinem herrlich-naivem Christus-Narren Myschkin, dem Hamlet-artigen Raskolnikow oder dem grundsympathischen Karamasow-Säufer fehlt es an Identifikationspotential mit den Figuren. Der Roman bleibt insgesamt eher philosophisch-abstrakt, wie die Theorien von Saint-Simon, Bakunin, Kropotkin oder Feuerbach, von deren Ideen und prometheischem Eifer die Figuren förmlich gepackt werden. Es bleibt vor allem die unruhige, ideologisch aufgehetzte Atmosphäre hängen: Ein literarischer Nervenzusammenbruch erster Güte. Trotz allem gelingt es dem Autor jeder Idee oder jedem Standpunkt seinen Rang einzuräumen (das typische Merkmal eines Dostojewski-Romans), ohne sie im Vorhinein zu verurteilen.

Die »Dämonen« sind das schwierigste, gleichzeitig aktuellste Großwerk Dostojewskis. Unter Dostojewskis vier großen Roman-Tragödien ("Karamasow", "Der Idiot", "Schuld und Sühne") ragen die "Dämonen" als das pessimistische, unzugänglichste Werk hervor, markieren sie doch den Wandel des Autors zum Tiefreligiösen und Altgläubigen. Wie immer bei Dostojewski verfolgen wir die rastlosen, machiavellistischen Figuren dabei, wie sie sich selbst und ihre Mitmenschen verzehren.

Sonntag, 14. November 2021

»Schuld und Sühne« von Fjodor Dostojewski

Schuld und Sühne



Der Roman »Schuld und Sühne« ist einer der größten psychologischen Romane der Weltliteratur, in dem die Entwicklung eines Mannes zum Mörder geschildert wird. Der Roman handelt von einem halbwüchsigen Mann, der glaubt einen Mord verüben zu dürfen, weil er sich für skrupellos und moralisch überlegen hält. Sein Romanheld Raskolnikow glaubt, er sei ein Übermensch und stehe über dem Gesetz.

Der Roman schildert den berühmtesten Mord der russischen Literatur - aber eigentlich ist es sogar ein Doppelmord. Der arme Student Rodion Raskolnikow erschlägt eine gewissenlose, raffgierige alte Pfandleiherin – und, aus einem unvorhersehbaren Umstand heraus, auch deren völlig unschuldige Schwester.

Dostojewskij wohnte in diesen Jahren in verschiedenen Wohnungen im Viertel um den Heumarkt. Hier lebten Handwerker, kleine Beamte, Händler und Studenten oft auf engstem Raum und unter kärglichen Bedingungen. Dostojewskij kannte dieses Leben in den überfüllten Wohnungen, auf der Straße, den Hinterhöfen und in den Spelunken. Er war 1837, mit knapp sechzehn Jahren, erstmals nach Petersburg gekommen, um Militär-Ingenieur zu werden.

Im stickigen St. Petersburg des 19. Jahrhunderts wird Rodion Raskolnikow, ein mittelloser Student, der sich zu Höherem berufen fühlt, zum Mörder. Teils aus purer Not, teils aus Überzeugung, tötet er eine alte Pfandleiherin. Er hatte nichts als Verachtung für die alte "Laus" über, da sie aus der Not anderer Geschäfte gemacht hatte, und seiner Ansicht nach ihr Geld anderen mehr von Nutzen wäre. Große Männer wie er hätten ohnehin das Anrecht, für hehre Ideen Menschenleben zu opfern.

Nach der abscheulichen Tat aber treibt ihn sein Gewissen in Wahnsinn und Krankheit. Als ihm der scharfsinnige und hinterlistige Ermittler Petrowitsch durch seine Verdächtigungen zusetzt, obwohl keine Beweise vorliegen, ist er kurz davor, zu gestehen. Da Rodion sich aber in dieser Zeit in Sonja verliebt, ein junges Mädchen, das ihre heruntergekommene Familie mittels Prostitution ernährt, befindet er sich in einer klassischen Zwickmühle: Junge Liebe in Agonie oder Seelenfrieden im Arbeitslager.

Schuld und Sühne



Als Fjodor Dostojewskijs Roman »Verbrechen und Strafe« 1866 in der Zeitschrift »Russischer Bote« (»Russkij vestnik«) erschien - in deutschen Übersetzungen sollte er lange »Schuld und Sühne« heißen - , löste er heftige Diskussionen aus. Dostojewskij sprengte mit diesem ersten seiner großen Romane die Vorstellungen seiner Zeitgenossen davon, was ein Roman war.

Und er schockierte: Viele hätten den Roman beiseitegelegt; einige fühlten sich abgestoßen, die meisten aber waren fasziniert. Es brach ein Streit aus über die Jugend und ihre fehlenden Werte, über die sogenannten Nihilisten, mit denen Dostojewskij vermeintlich abrechnete, darüber, ob hier Armut und soziale Benachteiligung zu deutlich dargestellt werde oder ob sie umgekehrt im Nebel der psychologischen Introspektion verschwinde.

»Schuld und Sühne« ist nicht umsonst Weltliteratur. Alle Charaktere - nicht nur Rodion - sind brillant herausgearbeitet und geben dem Roman große Tiefe. Dostojewski schafft es, Empathie für einen eiskalten Mörder empfinden zu lassen und dessen seelischen Qualen nachzufühlen. Kurzum: ein Meisterwerk!

»Verbrechen und Strafe« zählt zu den Meilensteinen des modernen Kriminalromans. Vielleicht ist die Spannung, die schon die ersten Seiten des Romans prägt, auch dem Druck geschuldet, ein Publikum finden zu müssen, und vielleicht verleiht auch Dostojewskijs Schreibtempo seinen großen Romanen die innere Dynamik. Doch geht er in allem neue Wege, und trotz seiner finanziellen Abhängigkeiten bleibt er kompromisslos. Ihn interessieren die Figuren mit den großen Ideen, die Besessenen, Fanatischen, Grenzenlosen, Unangepassten.

Dostojewskij lässt dabei ganz persönliche Erfahrungen einfließen – auch diejenige als Strafgefangener. Die Handlung spielt an Orten und in Verhältnissen, die er aus täglicher Erfahrung kannte. Dabei entstand eine Milieustudie aus dem Petersburg dieser Zeit, die an Tiefenschärfe nicht zu überbieten war.

Literatur:

Schuld und Sühne
Schuld und Sühne
von Fjodor Dostojewski

Samstag, 6. November 2021

Fjodor Dostojewski ist ein »Literat des Leides«

Fjodor Dostojewski


Der russische Schrifsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski ist ein »Literat des Leides«, dessen bedeutender Teil seines literarischen Schaffens und Werkes auf der grundlegenden Erfahrung des Leides und Elends gegründet ist.

In seinen Romanen machte er die menschliche Unzulänglichkeit, die elenden Lebensbedingungen der einfachen Menschen in der frühkapitalistischen Zeit und die Armut zum Thema.

Dostojewski war ein meisterhafter Gestalter des menschlichen Seelenlebens, der vor allem schwierig und außenseiterisch veranlagte Menschen schildert, wie z.B. Verbrecher, Spieler, Wüstlinge, Gottesleugner und Gottsucher.

In seinen leidenschaftlichen, abgründigen udn psycholsogich ausgefeilten Romanen begegnet man Ausgestoßenen, Schwachsinnigen, exaltierten Spielern – und vor allem Mördern.

Als Meister des metaphysischen Krimis lässt uns der russische Schriftsteller Dostojewski in die Abgründe der menschlichen Natur blicken. Wir erscheinen darin als gespaltene Wesen, hin- und hergerissen von gegensätzlichen Kräften: Liebe und Hass, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse – stets gefangen in Versuchung.

Wie seine Werke war auch ihr Erschaffter eine vielfältige Natur. Seine Werke entstammen dem tiefen Einblick und das Verständnis des menschlichen Seelenlebens.

In seinen Werken, die teilweise stark auf eigenes Erleben zurückgreifen, schildert er gleichermassen treffend die äußere Wirklichkeit und komplizierte seelische Vorgänge.

Samstag, 26. Juni 2021

»Drei Schwestern« von Anton Tschechow

Drei Schwestern
Drei Schwestern


»Drei Schwestern« von Anton Tschechow ist ein Theaterstück in vier Akten. Es erzählt die Geschichte der drei Schwestern Olga, Mascha und Irina, die gemeinsam mit ihrem Bruder Andrej weitab in der russischen Provinz von der großen Stadt Moskau träumen und darauf hoffen, dorthin zurückzukehren. Der Wunsch scheint zunächst greifbar, rückt aber immer mehr in weite Ferne. Die Geschichte lebt von der Tragik, bringt aber auch zuweilen heitere Untertöne mit.

Als Drama bezeichnet ist das Stück doch eher eine Tragikkomödie. Mit ihm betritt die Provinz die Weltbühne. Wie schön ist doch die Provinz, schwärmen die Städter. Die Sommerfrische. - Und wie ist es mit den Menschen, die dort in der Provimz leben? Sie träumen natürlich von Moskau, den großen Bällen, dem wirklichen Leben.

Das 1900 entstandene Schauspiel »Tri Sestry« zeichnet das Leben der drei Schwestern Olga, Mascha und Irina nach, die nach dem Tode des Vaters gemeinsam mit ihrem Bruder Andrej in der russischen Provinz leben. Natascha, die Frau Andrejs, drängt die Schwestern nach und nach aus dem eigenen Hause.

Das Stück beginnt mit Irinas Geburtstag. Die drei Schwestern leben in der Provinz. Sie sind damals mit ihrem Vater aus Moskau hierher gekommen. Ein Jahr nach dessen Tod bleibt die Sehnsucht nach Moskau zu gehen. Ihr Bruder bleibt nach seinem Studium in der Stadtverwaltung hängen.

Der Traum eines wissenschaftlichen Berufs in Moskau bleibt unerfüllt. Die Schwestern können sich mit der Situation nicht abfinden. Dann kommt das Militär in die Stadt und es birgt bei den Schwestern die Hoffnung ein anderes Leben zuführen. Werschinin bringt Mascha auf andere Gedanken. Leider ist sie schon verheiratet und gibt sich einem Trugbild hin.

Er ist wie die Schwestern aus Moskau und die alten Erinnerungen kommen wieder in ihnen hoch. Olga, die Älteste, ist Lehrerin, sie wir später die Schule leiten. In der jüngeren Irina bleibt die Hoffnung nach Moskau zu kehren erhalten. Sie hat mit Tusenbach die Vorstellung von einem Leben, das durch die Arbeit bestimmt ist. Beide leben in ihren öden Leben nur vor sich hin. Der Gedanke an ein anders Leben ist so stark, dass sie in ihrem jetzigen Leben erstarren. Tusenbach kommt am Ende durch ein Duell um. Er und Irina können nicht mehr heiraten. Der Traum ist zerplatzt. Im letzten Akt zieht das Militär ab.

Der Traum vom Leben in Moskau ist ausgeträumt. Irina nimmt sich vor zu arbeiten. Es ist die letzte Hoffnung in ihrem Leben. Die drei Schwestern leben das Bild vor, dass man sich in späteren Zeiten an die Leute erinnern wird, die gelebt haben. Die Melancholie bleibt. Maschas Frage nach dem Sinn im Leben findet keine Erwiderung.

Anton Tschechows »Drei Schwestern« träumen vom Glück und einem erfüllten Leben – tagaus, tagein, jahrelang. Jobs, Männer, nichts funktioniert: »Ich bin schon vierundzwanzig Jahre, ich arbeite schon lange, und mein Hirn ist ausgetrocknet, ich bin mager, hässlich, alt geworden und nichts, nichts, nicht die geringste Befriedigung, und die Zeit vergeht, und immer ist das Gefühl da, du entfernst dich von dem wahren, schönen Leben, du entfernst dich immer weiter und weiter auf einen Abgrund zu.«

Drei Schwestern
Drei Schwestern



Wegen des Todes des eigenen Vaters in die russische Provinz verschlagen, an der Seite eines Bruders, der sich in dieser Umgebung einzurichten versteht, indem er sich neben einer Heirat dem Glücksspiel verschreibt und das Erbe verspielt, bietet die Stationierung eines Regiments in dieser Abgeschiedenheit, die einzige Abwechslung. Doch so trügerisch stabil Tschechows Welten daherkommen, desto schneller stürzen sie ein.

Die große Liebe zieht entweder mit dem Regiment ab, oder wird beim Duell erschossen oder immer nur herbeigesehnt. Die Drei Schwestern von Anton Chechov spiegeln eine Welt, bevor die großen Umwälzungen einsetzen. Fast spürt man einen Hauch von Revolution, die nicht sichtbar ist, doch kommen muß, damit sich etwas ändert. Nur bleiben die Menschen hier so wie sie sind. Olga, Irina, Mascha sind nicht darauf geeicht, ihr Leben zum Einsturz zu bringen. Sie nehmen sich überallhin mit, selbst wenn sie an Ort und Stelle bleiben.

Die drei Schwestern Olga, Mascha, Irina so unterschiedlich Tschechow sie auch zeichnet, so tragen sie alle jene Melancholie in sich, die seine Bühnenfiguren prägen.

Auf der Bühne schafft Tschechow eine sehr emotionale spannende Stimmung, die eine kommende Veränderung vorahnen lässt. Es gibt nicht viel Action. Die Spannung wird hauptsächlich durch Dialoge und Emotionen der Charaktere erzeugt.

Eine Karikatur auf die Langeweile und die Schicht, die sich diese leisten kann,

Literatur:

Drei Schwestern
Drei Schwestern
von Anton Tschechow

Drei Schwestern
Drei Schwestern
von Anton Tschechow

Drei Schwestern
Drei Schwestern
von Anton Tschechow


Dienstag, 9. Februar 2021

Fjodor Dostojewski 140. Todestag

Fjodor Dostojewski


Der russische Nationaldichter Fjodor Dostojewski starb vor 140 Jahren am 9. Februar 1881 in Sankt Petersburg.

Fjodor Dostojewski war ein berühmter russischer Dichter, Essayist und meisterhafter Erzähler des 19. Jahrhunderts. Über Dostojewskis Leben und seinem geistigen Schaffen liegt etwas von der tiefen Tragik einer zwiespältigen Menschnenatur. Seine literarischen Werke ergründen die menschliche Psyche in dem Kontext einer problematischen politischen, sozialen und spirituellen Atmosphäre.

Dostojewskis Romane entstammen aus eigenem Erleben, er lebte den Stoff für seine Romane vor. Fast ausnahmslos handeln sie von Menschen in beengten und bedrängten Verhältnisse, wie er sie selbst ein Leben lang erleidet.



Dostojewski war ein meisterhafter Gestalter des menschlichen Seelenlebens, der vor allem schwierig und außenseiterisch veranlagte Menschen schildert, wie z.B. Verbrecher, Spieler, Wüstlinge, Gottesleugner und Gottsucher.

Seine Werke entstammen dem tiefen Einblick und das Verständnis des menschlichen Seelenlebens. In seinen Werken, die teilweise stark auf eigenes Erleben zurückgreifen, schildert er gleichermassen treffend die äußere Wirklichkeit und komplizierte seelische Vorgänge.

Im Jahr 1846 veröffentlichte er seinen Debütroman »Arme Leute«. Bald darauf wird der als Genie Gefeierte wegen missliebiger politischer Umtriebe verhaftet und zum Tode verurteilt. Er wurde jedoch nur zum Schein hingerichtet und für vier Jahre nach Sibirien verbannt.

Der Roman »Aufzeichnungen aus einem Totenhaus« (1860) schildert das Leben in einer sibirischen Strafkolonie und das Ringen der Insassen um einen Rest an Würde in einem brutalen, menschenverachtenden Umfeld. In diesem Buch spiegelte Dostojewski eigene Erlebnsisse während seiner Verbannung in Sibirien in den Jahren 1850 bis 1854 wieder.

Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er 1860 die Zeitschrift »Zeit« (»Wremja«), in der im darauf folgenden Jahr sein Roman »Erniedrigte und Beleidigte« erschien. Bereits 1863 jedoch fiel die »Zeit« wegen eines vermeintlich anti-patriotischen Beitrags der Zensur zum Opfer und wurde verboten.

Später reiste der mittellose Dichter rastlos quer durch Europa. Im Zustand finanzieller Nöte diktierte er 1866 in rasender Eile seinen meisterhaften Roman »Schuld und Sühne«.

Die Brüder Karamasow

Zu seinem berühmtesten Meisterwerken des grossen Seelendichters gehören »Die Brüder Karamasow«, die Autobiographie »Aufzeichnungen aus einem Totenhaus«, die Romane »Schuld und Sühne«, »Böse Geister«, »Der Idiot« und »Der Spieler«.

1866 erschien der erste große Roman von Fjodor Dostojewski »Schuld und Sühne«, in älteren Übersetzungen auch »Raskolnikow«, in neueren »Verbrechen und Strafe«.

Schuld und Sühne

Der Roman »Schuld und Sühne« ist einer der größten psychologischen Romane der Weltliteratur, in dem die Entwicklung eines Mannes zum Mörder geschildert wird. Der Roman handelt von einem halbwüchsigen Mann, der glaubt einen Mord verüben zu dürfen, weil er sich für skrupellos und moralisch überlegen hält. Sein Romanheld Raskolnikow glaubt, er sei ein Übermensch und stehe über dem Gesetz. Der Roman ist deprimierend und grausam, insbesondere was die elenden Lebensbedingungen der einfachen Menschen in der frühkapitalistischen Zeit um 1860 in Petersburg betrifft.

1868 erschien sein zweites Großwerk, »Der Idiot«, der die Geschichte des Fürsten Myschkin, der aufgrund seiner Güte, Ehrlichkeit und Tugendhaftigkeit in der St. Petersburger Gesellschaft scheitert.

1872 schrieb er seinen Roman »Die Dämonen«, in dem er radikale Positionen vertrat. Anschließend widmete er sich vor revolutionsträchtigem Hintergrund dem Kampf gegen den Sozialismus und für eine christliche Erneuerung Russlands.

Sein vierter großer Roman »Der Jüngling« entstand 1875 bei einem Kuraufenthalt in Bad Ems an der Lahn. In dem Roman begibt sich der Held, ein trauriger Halbwüchsling, infolge seelischer Unausgeglichenheit auf Selbstfindungskurs und sucht eine Richtschnur für sein Verhalten.

1880 veröffentlichte der meisterhafte Erzähler seinen letzten großen Roman »Die Brüder Karamasow«.



Dostojewski schrieb seine Gedichte unter den Bedingungen der Zensur des Zaren. Der Autor verwandte in seinen Romanen stets sprechende und einprägsame Namen, so ist seine Romanfigur Karamasow eine Wortschöpfung aus dem russischen Wort kara=Strafe und masat=beschmieren.

Der russische Nationaldichter Fjodor Dostojewski wurde am 11. November 1821 als Sohn eines Arztes in Moskau geboren.


Weblinks:

Fjodor Dostojewski-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Fjodor Dostojewski-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de



Samstag, 16. Januar 2021

»Der Großinquisitor« von Fjodor Dostojewski

»Der Großinquisitor« ist ein Roman von Fjodor Dostojewski.

Im mittelalterlichen Spanien der Inquisition erscheint Christus. Obwohl er kein Wort spricht, wird er von den Menschen erkannt. Er heilt und wirkt Wunder, bis er verhaftet und vom Großinquisitor zum Verhör bestellt wird. Der Greis klagt Jesus an, durch sein Erscheinen auf der Erde die Ordnung der Kirche gestört zu haben und beschuldigt ihn damit, der Menschheit ihre Illusion von Glück und Freiheit zu rauben. Doch Jesus schweigt. Die Legende ist Teil von Dostojewskis letztem Roman »Die Brüder Karamasow«. Hier formuliert er seine Kritik an der Institution der römischen Kirche als Verkörperung weltlicher Macht.

Die Dichtung vom Großinquisitor ist im Grunde ein Dialog im Dialog der beiden Brüder Iwan und Alosha Karamasow. Iwan teilt seinem Bruder mit dass er sich eine Dichtung erdacht hat, die er ihm gerne vortragen möchte und diese Dichtung ist die Geschichte vom Großinquisitor.
Die Geschichte beginnt damit, dass Jesus unter die Menschen zurückgekehrt ist und das zur Zeit der spanischen Inquisition. Er trifft dort auf den greisen Großinquisitor, der ihn höchstpersönlich zu seinem Gefangenen macht und dem Scheiterhaufen überantworten möchte.

Doch zuvor möchte der Großinquisitor den gefangenen Jesus noch verhören, wenn er ihn auch dabei kein Wort sprechen lässt, was auch nicht nötig ist, denn er hatte zu seiner Zeit bereits ja alles gesagt was wichtig ist, wie der Großinquisitor dies auch anführt. Er hält ihm vor, seine Kirche im Stich gelassen zu haben und dass es nun an ihm und den Klerus ist die Kirche und damit die Menschheit unter Kontrolle zu halten, denn ohne sie wäre der Mensch ja nicht fähig zu leben.

Freiheit, so der alternde Mann, sei nicht in der Natur des Menschen verankert, sie würde nur Chaos verursachen. Menschen brauchen Hirten, denn sie sind wie Schafe und so müssen eben jene Kardinäle und Inquisitoren die schwere Bürde auf sich nehmen über die Menschen zu richten.

Der Großinquisitor
Der Großinquisitor

Das Problem von Freiheit, Verbrechen, Schuld und Strafe, sowie die Polarität zwischen Gut und Böse bestimmen das Werk Dostojewskis. In "Die Brüder Karamasow" erfahren diese Themen ihre letzte vollendete literarische Gestaltung. Dostojewskis letzter und bedeutendster Roman erzählt von der Idee der absoluten Freiheit. Und hier im Fünften Kapitel des fünftes Buches dieses besten Romans aller Zeiten wird Iwan seinem Bruder Aljoscha ein prosaisches Gedicht erzählen, wo die Fragen an Jesus, sich zu offenbaren, nicht beantwortet werden, weil die Freiheit des Einzelnen über allem steht. "Nicht vom Brot allein lebt der Mensch" ist die hier dominierende Antwort und Feststellung, die das Handeln rechtfertigt, nämlich einen Stein nicht in Brot zu verwandeln.

Dostojewskij erlaubt mit seiner Dichtung hierbei tiefe Einblicke in das menschliche Wesen und stellt unverblümt die dunkelsten Abgründe unserer Lebensphilosophie dar. Sein tiefgründiger Blick auf die chaotischen Grundlagen des Menschen mag ihm dann wohl auch den Titel des grausamen Philosophen eingebracht haben. Am Besten sollte man dieses Buch selbst lesen, denn nur dann wird man es gegebenenfalls verstehen und zu schätzen wissen oder auch nicht.

Weblinks:

Fjodor Dostojewski-Biografie - www.die-biografien.de

Fjodor Dostojewski-Zitate - www.die-zitate.de


Literatur:

Der Großinquisitor
Der Großinquisitor
von Fjodor Dostojewski

Samstag, 19. September 2020

»Oblomov« von Iwan Gontscharow

Oblomow
Oblomov

»Oblomov« ist ein Roman von Iwan Gontscharow.

Der russische Gutsbesitzer Oblomow verlässt nur ungern seine Liegestatt. Dort empfängt er seine Besucher, dort verbringt er den Tag, dort schmiedet er große Pläne, die er aber nie umsetzt. Der Schlafrock ist sein liebstes Kleidungsstück. Im Nichtstun sieht er seinen Lebensinhalt. Seit 12 Jahren wohnt er bereits in St. Petersburg, seit dem hat er sein Gut nicht mehr besucht. Weil er sich nicht kümmert und weil er bis an die Grenzen des Erträglichen ausgenutzt wird, fallen die Erträge jährlich geringer aus.

Seine Freunde sind, bis auf eine Ausnahme, Schmarotzer, die ihm die Zeit und vor allem sein Geld stehlen. Auch sein Diener Sachar ist Nutznießer von Oblomows Desinteresse und Gleichgültigkeit. Einzig sein Freund aus der Jugendzeit, Andrej Karlowitsch Stolz, schafft es, ihn aus seiner Lethargie herauszureißen. Ist er da, was auch in Oblomows Augen viel zu selten geschieht, verlässt er seine Ruhestätte, er rafft sich auf, die vom Freund empfohlenen Bücher zu lesen und zeigt Interesse an seiner Umwelt. Stolz gelingt es auch, Oblomow mit Olga bekanntzumachen.

Für kurze Zeit kann Oblomow über seinen Schatten springen und die Liebe genießen. Jedoch lassen ihn Selbstzweifel und Unentschlossenheit diese Beziehung beenden und er fällt in stärker denn je in alte Verhaltensmuster zurück.


Ilja Oblomow ist wohl der faulste, trägste, unentschlossenste und apathischste Romanheld der Literatur, aber er ist ein auf seine Art ein liebenswerter Protagonist. Der Begriff der "Oblomowerei" für die Langeweile und den Müßiggang hat auch in den deutschen Wortschatz Einzug gehalten. Als Abkömmling des russischen Landadels steht Oblomow für das feudalistische Althergebrachte, sein Gegenspieler im Roman ist der deutschstämmige Kaufmann Stolz, der den Aufbruch in die neue Zeit verkörpert.

Da Gontscharow seinen Roman logisch und intelligent aufgebaut hat, ist das Ende zwar vorhersehbar, aber nicht in der Vielzahl seiner Details. Hat mir der Roman in seinen ersten drei Teilen schon gut gefallen, war der Schlussteil sozusagen die Krönung für mich.




Zu Beginn des Buches stellte ich mir immer wieder die Frage, wie man so wie unser Held werden kann. Die Beantwortung folgt in "Oblomows Traum", welcher als Erzählung bereits 1848 veröffentlicht wurde. Mit seinem Protagonisten provoziert Gontscharow gekonnt, seine feine Ironie macht das Buch zu etwas Besonderem. Hervorheben möchte ich die wunderbare Charakterisierung der in der Handlung vorkommenden Personen. Alle sind sie fein gezeichnete Individuen, die beim Lesen zum Leben erweckt werden.

Heute, 150 Jahre nach seinem Erscheinen, hat dieser Roman eine ungeheure Aktualität erlangt - allerdings genau als Negation dessen, was Gontscharow aussagen wollte. In der heutigen Zeit mit ihrer Hektik, dem Hetzen von einem Termin zum anderen, dem Zeigen des aktiven Lebens, ist ein wenig Oblomowerei sicher ein gesunder Gegenpol zum geschäftigen Alltagsleben.


Iwan Gontscharow ist der Schöpfer eines Werkes, das sprichwörtlich geworden ist.

Iwan Gontscharow wurde, während er als Beamter im russischen Staatsdienst arbeitete, zum Schriftsteller eines ergreifenden, einfühlsamen Werkes, das die leidenschaftliche, aber letzendlich unglückliche Liebe zwischen Ilja Iljitsch und der etwas jüngeren Olga Sergejewna zum Thema hat. Mit liebevollem Humor erzählt der Autor vom letzten Lebensjahrzehnt des Adligen Oblomow, der in St. Petersburg mit Dienerschaft wohnt, aus dem Beamtendienst ausgeschieden ist und der kaum aus seinem Bett herauskommt, es sei denn zu gutem Essen.

Wie unter einem Vergrößerungsglas präsentiert Gontscharow in Oblomows Traum die einfache dörfliche russische Welt von Oblomowka, dem weit von Petersburg entfernten Herkunftsort des Haupthelden, mit seinen Personen, Geschäften und Speisen, mit seinen Gewohnheiten, seinen Nachlässigkeiten und seinem Aberglauben. Ilja Iljitsch Oblomow, der Gnädige Herr, dessen behütete Kindheit als Gutsbesitzersproß keine Fähigkeit zum Kampf in seiner Seele erzeugt hat, keine Fähigkeit zur Ausdauer, hat dafür einen umso sanfteren, klareren und genügsameren Charakter - eine Schwäche, die von manchem Spitzbuben unter seinen angeblichen Freunden raffiniert ausgenutzt wird.

Auf der anderen Seite steht sein echter Freund aus Kindertagen, Andrej Stolz, väterlicherseits Deutscher, ein vielbeschäftigter Geschäftsmann, der aus ganz anderem Holz geschnitzt ist, und der ein ums andere Mal Ilja aus der Not helfen will, meistens aber an der Trägheit Oblomows scheitert. Olga Sergejewna verbindet die beiden Haupthelden. Stolz, ihr Freund und Ratgeber, macht sie mit dem träge dahinsiechenden Ruheständler bekannt, und der schüchterne Oblomow wird für sie zur ersten großen Herausforderung ihres Lebens. Sein einsames Herz fängt sofort Feuer bei Olga, und auch bei ihr selbst zeigen sich die Symptome des Herzwehs, nachdem sie beobachtete, wie sehr sich ihr Objekt der Neugier und der Beschäftigung zum Subjekt einer, wenn auch unbeständigen Leidenschaft entwickelte.

Doch Ilja Iljitsch hat zuviel Angst vor dem Gerede der Leute, ist zu träge seiner Verantwortung für sein Gut nachzukommen, wird finanziell betrogen; kurz, er hat Angst vor der Zukunft mit Olga, die diesen unsicheren Weg mit ihm schließlich unter Qualen nicht mehr mitgehen kann. Olga erkrankt und wird gerettet von Stolz. Oblomow erkrankt auch und wird gerettet von einer treusorgenden Haushälterin, die für ihn näht und kocht, ihm jeden Wunsch von den Augen abliest, und die langsam, obwohl es ihr selber unbewußt bleibt, liebende Gefühle für den Gnädigen Herrn entwickelt. So ersteht für Oblomow wieder sein geliebtes Oblomowka im Kleinen, in einem heruntergekommenen Haus auf der Wyborger Seite der Newa.

Weitere Personen dieses kleinen St. Petersburger Kaleidoskops sind der griesgrämige Diener Sachar, die schlaue Köchin Anisja, der betrügerische Iwan Matwejew sowie sein Komplize, der ungehobelte, aber gerissene Tarantjew, der nur am Geld Oblomows interessiert ist. Mit seiner psychologischen Tiefe und Seelendeutung, mit seiner sprachlichen Brillanz und Bilderschau, mit seiner gesellschaftlichen Stellungnahme sowie weisen Einsichten in Liebe, Ehe und Familie ist Gontscharows Roman "Oblomow" ein Meilenstein in der Russischen Literatur.

Literatur [ >> ]:

Oblomow
Oblomov
von Iwan Gontscharow

Oblomow
Oblomov
von Iwan Gontscharow

Freitag, 14. Februar 2020

»Der Name« von Alexander Puschkin

Alexander Puschkin

Was läge dir an meinem Namen?
Er stirbt, wie’s laue Rauschen bald
Der Wellen, die am Strand zerschlagen,
Als nächt’ger Laut im dunklen Wald.

Auf einem Blättchen zum Gedenken
Bleibt er als tote Spur zu sehn,
So wie sich Grabinschriften schlenkern
In Sprachen, die wir nicht verstehn.

Was läge dran? Nur’s längst verdeckte
Vom neuen wilden Seelenrausch.
Er würde dir nicht neu erwecken
Erinn’rung, – zarten, reinen Hauch.

Am Trauertag jedoch, im Stillen
Sprich ihn beschwörend vor dich hin
Und sag: die Welt kennt noch ein Fühlen,
Es gibt ein Herz, wo ich noch bin.

»Der Name« von Alexander Puschkin, (1830)


Sonntag, 18. Juni 2017

Lew Kopelew 20. Todestag

Lew Kopelew

Lew Kopelew starb vor 20 Jahren am 18. Juni 1997 in Köln. Lew Kopelew war ein russischer Germanist, Schriftsteller und Humanist mit dem Werdegang eines Dissidenten. Er war ein Zeitzeuge des Jahrhunderts. Ab 1980 lebte er im unfreiwilligen Exil in Deutschland und wurde zu einer bedeutsamen Figur im bundesdeutschen Geistesleben. Der enge Freund Heinrich Bölls und Marion Gräfin Dönhoffs setzte sich unermüdlich für Verständnis und Aussöhnung zwischen Ost und West ein.

Seit Mitte der sechziger Jahre setzte er sich zunehmend für Andersdenkende wie Andrej Sacharow und Alexander Solschenizyn sowie für den Prager Frühling ein. Hierdurch geriet er in immer stärkere Opposition zu dem sich wieder verhärtenden Regime. Er verlor immer mehr den Glauben an den Kommunismus und wurde, als er gegen den Einmarsch anderer kommunistischer Länder in die Tschechoslowakei und die brutale Zerschlagung aller Reformerfolge protestierte, mit Parteiausschluss, Schreibverbot und dem Verlust seiner Stelle am Institut für Kunstgeschichte bestraft. Damit endeten für ihn die letzten Hoffnungen, die er in den Kommunismus gesetzt hatte.

Kopelew wollte in den Westen reisen, aber er wollte auf keinen Fall seine Heimat aufgeben und ins Exil gehen. Eine Einladung von Böll und Marion Gräfin Dönhoff zu einer Studienreise nach Deutschland, der ein langes diplomatisches Ringen um eine Rückkehr-Garantie vorausgegangen war, ließ Kopelew 1980 das Wagnis eingehen, mit seiner Frau ins Ausland zu reisen. Nachdem Kopelew sich zu Anfang des Jahres mit anderen Intellektuellen für Andrej Sacharow eingesetzt hatte, wurden ihm und seiner Frau überraschend im Oktober die Genehmigung zur Ausreise erteilt. Mitte November traf das Ehepaar in Köln ein.

Doch schon Anfang 1981 wurde die Auslandsreise zum Exil – man hatte das Ehepaar ausgebürgert. Nach einer Reise in die USA wurde Köln die neue Bleibe für das Ehepaar Kopelew-Orlowa. Raissa Orlowa hatte wesentlich größere Schwierigkeiten, sich in Deutschland einzugewöhnen, als ihr mit der deutschen Kultur aufs beste vertrauter Mann. Sie berichtet in einem Buch über das ihr nur langsam zur Gewohnheit werdende Leben in Deutschland. Kopelew wurde kurz nach Ankunft deutscher Staatsbürger.

Aufgrund der Perestroika Gorbatschows erhielt Kopelew 1989 die Erlaubnis, seine alte Heimatstadt Moskau zu seinem 77. Geburtstag zu besuchen. 1990 konnte er Russland ein zweites Mal besuchen. Er reiste durch das Land und besuchte alte Freunde, doch das Land war ihm inzwischen fremd geworden. Da seine Frau Raissa 1989 gestorben war, ging er schließlich wieder nach Köln zurück, um dort seine Arbeit zur Versöhnung der Völker fortzusetzen.

Am 18. Juni 1997 starb Lew Kopelew in Köln. Seine Urne wurde nach Moskau überführt, wo die Asche auf dem Donskoi-Friedhof neben seiner Frau Raissa Orlowa beigesetzt wurde.

Geboren wurde der Humanist und Weltbürger Lew Kopelew am 9. April 1912 in Kiew.

Literatur:

Lew Kopelew: Humanist und Weltbürger
Lew Kopelew: Humanist und Weltbürger
von Reinhard Meier


Aufbewahren für alle Zeit!
von Lew Kopelew und Heinrich Böll



Montag, 3. April 2017

Russischer Dichter Jewgeni Jewtuschenko gestorben

Jewgeni Jewtuschenko

Der russische Dichter Jewgeni Jewtuschenko ist mit 84 Jahren in den USA gestorben. Jewtuschenko war ein exilierter russischer Dichter und Schriftsteller.

Jewtuschenko wurde 1932 in Sibirien geboren und wurde vor allem als Dichter der Entstalinisierung in den 60er-Jahren bekannt. Ein berühmtes Gedicht von 1963 kritisierte "Stalins Erben". In dem Gedicht "Babi Jar" erinnerte Jewtuschenko an den deutschen Massenmord an Kiewer Juden 1941. Dies verband er mit Warnungen vor dem Antisemitismus in der Sowjetunion.

Wenn die Wahrheit durch Stille ersetzt wird, ist die Stille eine Lüge.

Seinen Blick auf den Wandel in der Sowjetunion zeigte der 1993 erschienene Schlüsselroman "Stirb nicht vor deiner Zeit", ein autobiographisches Werk erschien 1998 unter dem Titel "Der Wolfspass".

In beiden Büchern gibt es ein identisches Kapitel, das den Ereignissen um den Augustputsch in Moskau gegen Gorbatschow gewidmet ist. Nachdem Jewtuschenko 1988 bis 1991 Parlamentsabgeordneter gewesen war, war er unmittelbarer Augenzeuge der Verteidigung des Weißen Hauses – er trug von dessen Balkon ein Gedicht vor, das den demonstrierenden Menschen draußen auf der Straße gewidmet war.

Jewtuschenko bekam neben zahlreichen Auszeichnungen in seinem eigenen Land 1999 als erster ausländischer Dichter den renommierten amerikanischen "Walt-Whitman-Preis". An US-Universitäten hielt er Vorlesungen aus seinem Lehrbuch "Anthologie der russischen Poesie". In Italien wurde er 2008 mit dem Premio d’Annunzio ausgezeichnet.

Jewgeni Jewtuschenko wurde am 18. Juli 1932 in Nischneudinsk im Oblast Irkutsk geboren.

Weblink:

Jewgeni Jewtuschenko mit 84 Jahren gestorben - www.deutschlandfunk.de

Literatur:

Der Staat
Stirb nicht vor deiner Zeit
von Jewgeni Jewtuschenko




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