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Sonntag, 29. August 2010

Ode an die Einsamkeit







»Einsamer Nie«


Sämtliche Gedichte
Sämtliche Gedichte


Expressionistische Lyrik
von Gottfried Benn (1886-1956),
der sich selbst als der
Grosse Einsame stilisierte.







Einsamer nie als im August:
Erfüllungsstunde - im Gelände
die roten und und die goldenen Brände
doch wo ist deiner Gärten Lust?

Der Garten der Lüste - Mitteltafel des Triptichons


Die Seen hell, die Himmel weich,
die Äcker rein und glänzen leise,
doch wo sind Sieg und Siegesbeweise
aus dem von dir vertretenen Reich?

Wo alles sich durch Glück beweist
und taucht den Blick und tauscht die Rringe
im Weingeruch, im Rausch der Dinge -
dienst du dem Gegenstück, dem Geist.








Ein Sommergedicht, das eigentlich
kein Sommergedicht sein will,
weil der Sommer bereits tief
von Melancholie durchtränkt ist.



Sonntag, 22. August 2010

Tragik des amerikanischen Südens

William Faulkner

William Faulkners »Licht im August« ist ein schicksalhaftes Südstaten-Epos. Faulkner greift in seinem Roman sein Thema, die Tragik des amerikanischen Südens auf. Der 1932 erschienene Roman gilt als »Klassiker der Moderne«.







William Faulkners Roman »Licht im August« spielt mit den Rassenurteilen im Süden Amerikas, in der weiten Landschaft des Mississippi und erzählt die Schicksale von dem Wanderarbeiter Joe Christmas und die schwangere Lena Grove, die Lucas Burch, den vermeintlichen Vater ihres Kindes sucht. Sie alle treffen sich in der Stadt Jefferson zu einem blutig-unrühmlichen Showdown.

Wie die meisten von Faulkners Geschichten spielt die kompakte und facettenreiche Handlung im fiktiven Yoknapatawpha Country mit der Hauptstadt Jefferson. Dabei verwendet der Autor viel Raum für die Beschreibung der einzelnen Charaktere. Mitunter verliert der Leser allerdings das Interesse an der teilweise zu detaillierten und aufgesetzten Kleinlichkeit des Autors. Auch wollen die widersprüchlichen Gedankengänge der Hauptdarsteller nicht immer überzeugen.

William Faulkner


Licht im August


Faulkners »Licht im August« handelt um den farbigen Findling Joe Christmas, der sich in den Südstaaten als Wanderarbeiter durchschlägt. In seiner Jugend wegen seiner Hautfarbe gedemütigt, nimmt seine Haltung gegenüber anderen Menschen immer aggressivere Formen an. Die erotische Beziehung zu einer älteren Weißen scheint zunächst einen guten Weg zu weisen, dann ermordet sie Christmas im Affekt.

William Faulkners »Licht im August« zeigt eine in „Fanatismus und Rassismus erstarrte Gesellschaft", wie sie gelebt wurde und naturgemäß auch noch wird. Die aufeinander zu treibenden fundamentalen Gegensätze sind Schwarz und Weiß, Mann und Frau, Christmas(der Wanderarbeiter) und Christus (die Religion).

Der Erfolg dieses Romans beruht darauf, dass es dem Autor gelungen ist, die fundamentalen Gegensätze des Südens schicksalhaft darzustellen und Literatur werden zu lassen. Faulkner vermag es, diese Gegensätze des amerikanischen Südens geschickt in seinem Brennglas zu spiegeln - entsprechend seinem bekannten Leitspruch: "Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist allgegenwärtig", in seinen Handlungssträngen die Vergangenheitsszenarien permanent in die Gegenwartsabläufe seiner Figuren.

Weblinks:

William Faulkner-Biographie - www.die-biografien.de

William Faulkner-Biographie - www.dieterwunderlich.de

William Faulkner-Biography - Nobelprize.org-Portal - nobelprize.org


Licht im August
Licht im August
von William Faulkner

Sonntag, 15. August 2010

Maxim Gorkis Sommergäste sind vom Hauch der Dekadenz umweht

Maxim Gorki

Maxim Gorki schrieb mit »Sommergäste« ein Theaterstück über die satte und lebensunfähige obere Gesellschaftsschicht im zaristischen Russland. Doch gerade dieses Theaterstück hat ihn weltberühmt gemacht. Maxim Gorkis Theaterstück »Die Sommergäste« zählt zu den ganz großen Werken der Jahrhundertwende.

Das Stück ist vom Hauch der Dekadenz umweht. Es ist eine Mischung aus Prahlertum und wehmütigem Selbstmitleid und handelt von einer Landpartie von Mitgliedern der oberen Gesellschaftsschicht, eine Partie städtischer Sommergäste auf dem Lande und spielt am Ende der Zarenzeit und Vorabend der Russischen Revolution von 1905.

Es zeigt Sommergäste auf Landpartie vor sich selbst. Bürger aus der Stadt versammeln sich in ihrer Datscha und verleben vordergründig sorgenfreie Stunden, doch hinter ihren Plaudereien verbergen sich blasierte Langeweile, sinnlose Intrigen, wehleidiges Selbstmitleid und eitles Protzertum.


Maxim Gorki schrieb in seinem Roman »Die Sommergäste« ein Theaterstück und zugleich Zustandsbeschreibung über die satte und lebensunfähige obere Gesellschaftsschicht im zaristischen Russland. Doch gerade dieses Theaterstück über eine Gesellschaft im Umbruch hat ihn weltberühmt gemacht.

Sommergäste

Man kennt sich im Kreise der Sommergäste und ist sich doch fremd, einander und sich selbst, voller Widersprüche und Ungereimtheiten. Gorkis selbstgefällige Sommergäste sind als Mitglieder der Oberschicht reich und satt, ihr Leben ist leer und ohne Aufgaben. Sie leben nur noch ihre Hypochondrien und Schrullen und spielen auf einer sommerlichen Landpartie ihr Leben als inszeniertes Theater, um sich Abwechslung von ihrem tristen Alltag zu verschaffen.

Gorki traf den Nerv der damaligen Zeit, führt er doch die Fragwürdigkeit einer Gesellschaft vor Augen, welche den Sinn in ihrem Leben verloren hat. Gorki portraitiert in dem Theaterstück eine Gesellschaft am Abgrund: eine desorientierte und sinnentleerte Gesellschaft mit Menschen, die in ihren eigenen Leben nur Sommergäste sind und ihr Leben als Theaterstück inszenieren.

Eine Gesellschaft am Vortag eines reinigenden Stahlgewitters, in dem sie erst wieder zu Verstand kommen werden, zu lebbaren Ideen und Idealen finden. Gorkis Sommergäste sind Fremde im eigenen Land, die Sinn und Ziele für ihr Leben verloren haben. Eine Gesellschaft, die nicht merkt, daß ihre Zeit vorüber ist.

Die Sommergäste sind Fremde im eigenen Land, die Sinn und Ziele für ihr Leben verloren haben. Sie sind reich und satt. Ihr Leben ist leer und ohne Aufgaben. Gorkis leblose Sommergäste sind auf der Suche nach sich selbst.

Sie führen eine durchaus fragwürdige Existenz und versuchen auf dem Land Theater zu spielen. Sie spielen ihr eigenes Theater, das man ansonsten Leben genannt hätte oder auch eine Existenz, die es für sie nicht mehr gibt, weil alles, was sie selber ausmacht, sinnlos und ziellos geworden ist. Und wenn sie noch etwas erreichen, dann sind es sinnentleerte Gespräche, eine sinnleere Liebe, ein Salbadern, um zu gefallen oder einfach nur die anderen zu nerven.

Maxim Gorkis Theaterstück »Die Sommergäste« zählt zu den ganz großen Werken der Jahrhundertwende. Es zeigt typische Schreibformen dieser Krisenzeit im Übergang zur Moderne, eine Art der Desorientierung und Suche nach neuen Ideen und Idealen, wie sie für die europäischen Gesellschaften dieser Zeit typisch waren und sozusagen in der Vorzeit vor Erstem Weltkrieg und russischer Oktoberrevolution gehörten.

Literatur:

Sommergäste
Sommergäste
von Maxim Gorki

Weblink:

Maxim Gorki-Biografie - www.die-biografien.de