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Samstag, 17. Juni 2023

»Mrs. Dalloway« von Virginia Woolf


Virginia Woolfs berühmtester Roman spielt an einem Junitag des Jahres 1923 in London, strukturiert durch den Stundenschlag des Big Ben.

Clarissa Dalloway, eine Dame der upper class im Herbst ihres Lebens, bereitet eine ihrer berühmten Abend
gesellschatten vor. Parallel dazu wird das Schicksal des von seinen Kriegseindrücken verfolgen Veteranan Septimus Warren-Smith geschildert, von Virginia Woolf als eine Doppelgänger Clarissas angelegt.

»Mrs. Dalloway« gilt als Virginia Woolfs doppeltes literarisches Selbstportrait als junger Mann und ältere Dame. Die Oberfläche von Konventionen und Partygeplauder wird von Gefühlen von Haß und Glück, homoerotischen Reminszenzen, Gedankenfetzen und Reflexionen durchzogen. Der Roman gilt als ein Meilenstein der modernen Erzählkunst - vergleichbar mit Joyces "Ulysses" und Prousts "A la recherche de ternps perdu."


Zwar gilt auch für ihre Literatur wie für viele Andere, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, umständlich und zeitweise ermüdend langweilig, aber trotzdem zieht sie einen in ihre Charaktere, hält einem so im Text. Sie kann Emotionen wecken, oder anders herum, man kommt garnicht umhin, in ihren Texten emotional mitzugehen, das macht es so traumhaft.


Melancholie und tiefgründiger Witz machen den Klassiker von Virginia Woolf zu einem Lesegenuss der besonderen Art.



Literatur:

Mrs. Dalloway
Mrs. Dalloway
von Virginia Woolf

Mrs. Dalloway
Mrs. Dalloway
von Virginia Woolf

Samstag, 22. Oktober 2022

»Goyas Ungeheuer« von Berna Gonzalez Harbour

Goyas Ungeheuer


»Goyas Ungeheuer« ist ein spannender Kriminalroman von Berna Gonzalez Harbour, der in Madrid spielt.

Es ist die überaus gelungene Verknüpfung von Krimi und Kunstbetrachtung, welche das Besondere dieses Buches ausmacht. Das ist die durchaus seltene, aber überaus gelungene Verknüpfung von Krimi und Kunstbetrachtung.

Berna Gonzáles Harbour

»Die Kunst Goyas steht für mich für eine Realität, die so gegenwärtig wie Tag und Nacht ist.
Und deshalb wollte ich sie in einen Roman einbauen.«

Berna Gonzáles Harbour

Franciso Goya

Es geht in dem Roman um das Spätwerk des Francisco José de Goya y Lucientes (1746 – 1828). Dieser zog sich 1819 auf sein Landhaus »Quinta del Sordo« (»Landhaus des Tauben«) zurück, dessen Wände er bis 1823 mit den verstörenden »Pinturas negras« (»Schwarze Bilder«) bemalte.

Vor diesem Hintergrund spielt die Geschichte im heutigen Madrid, deren Protagonistin die vom Dienst suspendierte Kommissarin Maria Ruiz ist. Sie wurde vom Dienst suspendiert, weil sie auswärts, also außerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches, erfolgreich einem Kollegen bei den Ermittlungen half. Für den Beamten-Apparat aber ist das ein Fall von Insubordination, der unbedingt geahndet werden muß…
Aber kaum wieder in ihrer Heimatstadt angekommen, wird sie ungewollt konfrontiert mit rätselhaften Ereignissen: Zunächst versetzen drei tote Truthähne, kunstvoll drapiert in einem Park, die Bevölkerung in AufruhrDie Gerüchteküche brodelt. Für die veröffentlichte Meinung ein Fall von Voodoo oder ähnlichem. Eher unbemerkt kommt auch der Welpe eines Kollegen ums Leben.

Dann aber geschieht noch Schlimmeres: in einem Flußbett wird die Leiche der Kunststudentin Sara gefunden, aber eben nicht einfach gefunden. Nein, sie ist förmlich da ausgestellt: wie auf der Garotte erwürgt und dazu noch altmodisch kostümiert. Zunächst geht man hier von einer aus dem Ruder gelaufenen Sado-Maso-Aktion aus. Der mysteriöse Mord ist einem Kunstbild Goyas nachgestellt. War der Mörder etw ein Bewunderer Goyas?

Bald aber gerät Saras Professor in Verdacht, er habe seine Studentin auf dem Gewissen. Und nun brodelt, bösartig vorverurteilend und ausufernd, virtueller wie realer Protest. Der Professor wird von nur dümmlich zu nennenden Jungalternativen an den Pranger gestellt und beruflich wie privat „fertig gemacht“. Die Autorin scheut sich nicht, anhand dieses Beispiels falsch verstandene Emanzipation und dergleichen bloßzustellen (alte weiße Männer als Täter, Frauen als Opfer des Hetero-Patriarchats). In Madrid ereignen sich noch weitere Morde bzw. Mordankündigungen.

Maria Ruiz soll sich zwar nicht in den Fall einmischen, aber sie kann es nicht mitansehen, wie sowohl die „öffentliche Meinung“ als auch die Polizei sich verzetteln. Sie stellt also ganz privat eigene Recherchen an, wobei ihr zwei Bekannte helfen: ein alter Zeitungsjournalist und eine junge Bloggerin. Vor allem aber stößt sie in einem besetzten Haus, wo die Studentin gewohnt hatte, auf den 15jährigen Straßenjungen Eloy - der übrigens aus großbürgerlichem Hause kommt. Letzerer übergibt ihr Saras Tagebuch. Maria spricht auch mit dem Professor.

Die Kommisarin erkennt schließlich, daß die Studentin nicht nur mit diesem, sondern mit anderen Männern ebenfalls sexuelle Kontakte pflegte. Sie erfährt auch, daß Sara sich dafür eingesetzt hatte, Goyas Spätwerk auf eindrucksvolle Weise öffentlich zu präsentieren. Langsam wird ihr, wird auch den beiden Journalisten klar, daß all die Morde einigen Werken Goyas nachgestellt sind.

Der Kriminalfall an sich ist eher langweilig, weil Motiv und Täter sehr schnell bekannt sind und die Handlung dann relativ ziellos vor sich hintreibt. Spannung kommt nicht auf, wirkliche Rätsel gibt es auch nicht, nur grenzenlose Verwunderung über das seltsame Verhalten der Beteiligten. Dies wiederum gründet in den unbekannten vorigen Teilen.

Literatur:

Goyas Ungheuer
Goyas Ungeheuer
von Berna Gonzalez Harbour

Montag, 14. Juni 2021

Harriet Beecher Stowe 210. Geburtstag

Harriet Beecher Stowe


Harriet Beecher-Stowe wurde vor 210 Jahren am 14. Juni 1811 in Litchfield, Connecticut geboren.

Harriet Beecher-Stowe war ein amerikanische Schriftstellerin von der Ostküste und erklärte Gegnerin der Sklaverei. Aus einer streng puritanischen Familie stammend, wurde sie Lehrerin. Sie heiratete einen Professor für Bibelkunde. In den Grenzen, die ihre religiöse Gesinnung ihr setzte, trat sie schon früh für Frauenrechte ein und kämpfte in den Nordstaaten gegen die Sklaverei.

Schon früh hat sie sich mit der Sklavenfrage beschäftigt und noch eingehendere Studien und Beobachtungen machte sie, als sie mit ihrem Ehemann wiederholt den Süden bereiste und die Pflanzungen von Louisiana, Tennessee, Georgia, North und South Carolina, die Sklavenzüchtereien von Virginia, die „Negermärkte“ von New Orleans usw. sah, wo die Südstaaten glaubten, nicht ohne Sklaverei auskommen zu müssen. Als 1850 das „Fugitive Slave Law“ im Kongress angenommen wurde, fühlte Beecher Stowe die Zeit gekommen, über das harte Los der Sklaven zu schreiben.

Die auf den Reisen empfangenen Eindrücke verarbeitete sie in ihrem berühmten, die traurige Lage der versklavten Schwarzafrikaner in den nordamerikanischen Sklavenstaaten darstellenden Roman »Onkel Toms Hütte«.

Ihr bekanntestes Buch »Onkel Toms Hütte« (1852) entstand nach einer Reise in die Südstaaten und beschreibt als erstes Werk der damaligen Zeit klar und deutlich die Differenzen zwischen beiden Staatsregionen. Gegen die Intention der Autorin trug das Buch zum Ausbruch des Bürgerkriegs bei. Heute wird das Werk wegen seiner vereinfachenden Sichtweise der Farbigen als simple und schutzbedürftige Menschen kritisiert.

Der Roman beeinflusste die politische Meinung in den USA zu diesem Thema wesentlich und wurde zu einer wichtigen Kampfschrift im Bürgerkrieg der Nordstaaten gegen die Südstaaten (Sezessionskrieg). Bereits im ersten Jahr des Erscheinens wurden 300.000 Exemplare verkauft; zahlreiche Neuauflagen und Übersetzungen in andere Sprachen folgten.

Harriet Beecher-Stowe starb am 1. Juli 1896 in Hartford, Connecticut.

Literatur:

Onkel Toms Hütte Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe

Samstag, 27. Oktober 2018

»Das Geisterhaus« von Isabel Allende


Das Geisterhaus
Das Geisterhaus

»Das Geisterhaus« war der erste Roman von Isabel Allende und zugleich ihr bislang erfolgreichstes schriftstellerisches Werk. Der Roman stellt die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen vor und nach dem Militärputsch in Chile (1973) dar, der mit Unterstützung der USA erfolgte.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht die Geschichte der dem Großbürgertum angehörenden Familie del Valle Trueba, deren Entwicklung die Autorin über mehrere Generationen nachzeichnet.

Der Roman spielt vor dem historischen Hintergrund einer vor dem Umbruch stehenden chilenischen Gesellschaft, die gespalten ist zwischen einer von konservativen Großgrundbesitzern feudal abhängigen Landbevölkerung einerseits und städtischen Zentren andererseits. Die städtischen Zentren bestehen aus unterschiedlichsten Welten, die miteinander kaum in Verbindung stehen: großbürgerliche Wohnviertel für die politischen und wirtschaftlichen Eliten, Elendsviertel für Arbeiter und für indigene Bevölkerungsgruppen.

Mit 80 Jahren läßt Esteban sein Leben Revue passieren. Er erinnert sich an den Tod seiner ersten Braut, die Liebe seiner Frau Clara, die Eigensinnigkeit seiner Tochter Blanca und an den Revolutionär Pedro, der sich ausgerechnet in Blanca verliebt. Und natürlich an den unehelichen Sohn Esteban, der das Unglück über die Familie bringt.

Esteban Truba ist zum Großgrundbesitzer und Politiker in Chile aufgestiegen. Die Familie, darunter seine Schwester Férula, aber auch seine Frau Clara, hat unter der harten Hand des Despoten gelitten. Im Alter wird dem Patriarchen der Hass seines unehlichen Sohnes Esteban zum Verhängnis. Viel zu spät ändert sich Truba, der die schlimmsten Niederlagen seines Lebens durch die von ihm selbst vorangetriebene politische Entwicklung, die zur Ermordung des Präsidenten Allendes führte, erleben muß.

Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Esteban Trueba arbeitet jahrelang in einer Goldmine, um seiner reichen Verlobten Rosa ein standesgemäßes Leben bieten zu können. Mit einem bescheidenen Vermögen in der Tasche will er sie endlich zum Altar führen, doch Rosa erliegt genau an diesem Tag einem Giftattentat, das eigentlich ihrem Vater Severo galt. Aus Trauer über ihren Tod zieht Esteban sich in die Wildnis zurück, wo er die marode Hazienda "Tres Marías" ehrgeizig wieder zur Blüte führt.

Das Geisterhaus
Das Geisterhaus


Zu Reichtum und Ansehen gekommen, findet er in Rosas jüngerer Schwester Clara, einer sanftmütigen Frau mit übersinnlichen Fähigkeiten, seine große Liebe. Clara verbindet aber auch eine intime Seelenverwandtschaft mit Estebans Schwester Férula, bis der Patriarch die Unglückliche in wilder Eifersucht aus dem Haus jagt. Seine hartherzige Haltung gegenüber seiner Tochter Blanca, die den jungen Revolutionär Pedro liebt, führt zum Bruch mit Clara, die viele Jahre nicht mehr mit Esteban sprechen wird.

Durch seinen wirtschaftlichen Erfolg beflügelt, bestimmt dieser als erzkonservativer Senator nun die Geschicke des Landes, bis er den Generälen die Möglichkeit zum Militärputsch eröffnet und schließlich von den Ereignissen überrollt wird. Seine Tochter Blanca wird verhaftet und ausgerechnet von seinem unehelichen Sohn Esteban García gefoltert, der sich der Militärjunta angeschlossen hat und so den Hass auf seinen Vater auslebt. Für den gebrochenen Patriarchen wird es Zeit zum Umdenken.

Aufwendige Verfilmung des Weltbestsellers von Isabel Allende durch den deutschen Produzenten Bernd Eichinger (“Die unendliche Geschichte”) und Palmen-Abonnent Bille August (“Pelle der Eroberer”). Ein außergewöhnliches Staraufgebot macht diesen Film zu einem Ausnahme-Ereignis. 3,7 Mio. Kino-Besucher waren begeistert.


Buchempfehlung:

Das Geisterhaus
Das Geisterhaus
von Isabel Allende

Mittwoch, 2. August 2017

Isabel Allende 75. Geburtstag

Isabel Allende

Isabel Allende wurde vor 75 Jahren am 2. August 1942 in Lima, Peru, geboren. Der Vater von Isabel Allende, Tomás Allende, war chilenischer Diplomat in Lima. Isabel Allende ist eine chilenische Schriftstellerin und Journalistin.

Die Nichte des chilenischen Präsidenten Salvador Allende arbeitete als Journalistin für Zeitschriften und das Fernsehen. 1967 war die engagierte Frauenrechtlerin Mitbegründerin der Frauenzeitschrift "Paula".

Nachdem der mit ihr verwandte chilenische Präsident Salvador Allende bei einem Militärputsch 1973 ums Leben gekommen war, ging sie 1975 ins Exil nach Venezuela. Allendes Leben veränderte sich stark durch den Militärputsch von Augusto Pinochet, bei dem Chiles Präsident Salvador Allende umkam, der ein Cousin von Isabel Allendes Vater war. Im gleichen Jahr wurde ebenso ihr Stück "El embajador" in Santiago uraufgeführt.

1975, zwei Jahre nach dem Putsch, ging sie mit ihrem Mann und den zwei Kindern ins Exil nach Venezuela. Dort lebte sie in den nächsten 13 Jahren und arbeitete für die Zeitung "El Nacional" in Caracas und als Lehrerin an einer Schule.

International bekannt wurde die Autorin mit ihrem Erstlingsroman "Das Geisterhaus" (1982). Sie verbindet in ihren Romanen autobiografische Elemente und emanzipatorische Thematiken miteinander. Zu ihren Werken zählen "Von Liebe und Schatten" (1984), "Eva Luna (1987) und "Fortunas Töchter" (1998).

Allendes Roman "Paula" aus dem Jahr 1994 ist ein Gedenken an ihre Kindheit in Santiago und ihre Jahre im Exil. Sie schrieb ihn in Form eines Briefs an ihre Tochter, die wegen falscher Medikation in einem Madrider Krankenhaus im Koma lag und 1992 starb.

Ihre Werke wurden bislang in 27 verschiedene Sprachen übersetzt und sie konnte über 51 Millionen Exemplare verkaufen. Der vielleicht wichtigste von zahlreichen Preisen in Isabel Allendes Karriere ist der ihr 2010 verliehene "Nationale Literaturpreis" Chiles, den vor ihr erst drei Frauen erhalten haben.

Isabel Allende lebt heute in San Rafael in Kalifornien. 2003 erhielt sie die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Buchempfehlung:

Das Geisterhaus
Das Geisterhaus
von Isabel Allende


Donnerstag, 29. Juni 2017

»Die Geschichte der Bienen« von Maja Lunde


Die Geschichte der Bienen

Was macht die Natur mit ihren Geschöpfen? Die Bienen sind in Gefahr: Sie verschwinden und ihre Population nimmt in der ganzen Welt ab. Grund für die norwegische Schriftstellerin Maja Lunde, über das Bienensterben einen kunstvollen Roman zu schreiben. »Die Geschichte der Bienen« ist ihre eigene Geschichte über das Sterben der Bienen.

Der Roman ist ein Raum-Zeit-Projektion, welche aus drei Teilen besteht: Schilderung des Lebens des ersten Imkers in England, eines Bienenzüchters in Amerika im Jahr 2007 und einer Honigfrau in einer fernen Zukunft in China. Es werden im Wechsel, die Geschichten von Tao, einer chinesischen Arbeiterin im Jahr 2098, George, einem amerikanischen Imker im Jahr 2007 und William, einem englischen Saatgut-Händler im Jahr 1852 erzählt.

Tao bestäubt Bäume per Hand, da es keine Bienen mehr gibt, George muss mit der Zurückweisung seines Sohnes, der den Familienbetrieb nicht übernehmen will, und einem mysteriösen Bienensterben zurechtkommen und William befindet sich in einer Lebenskrise, aus der er in erster Linie herausfindet, indem er sich mit der Erfindung einer neuen Art von Bienenstöcken beschäftigt.

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden und die Welt wird eine andere.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.


Die Geschichte der Bienen

Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?

Maja Lundes Roman »Die Geschichte der Bienen« ist ein oft rezensiertes, hoch gelobtes Buch und mittlerweile auch fast ganz oben auf den Bestsellerlisten – und das zu Recht! Ich bin immer noch begeistert von diesem Buch. Maja Lunde versteht es außerordentlich gut, das hochaktuelle Thema des Bienensterbens in einen Roman zu verpacken. Es gibt nicht den erhobenen Zeigefinger aber dennoch bewegt einen dieses Buch so sehr, dass man noch einmal mehr sein eigenes Verhalten überdenkt.

Die drei Geschichten sind, jede für sich, fesselnd und ganz wunderbar erzählt - es gibt einfach Bücher, die ganz wunderbar geschrieben sind, Autoren, die auf eine Art und Weise schreiben, dass man gleich in eine Geschichte eintaucht und das Buch "in einem Rutsch" durchliest.


Literatur [ >> ]:


Die Geschichte der Bienen
von Maja Lunde


Blog-Artikel:

Salman Rushdie 70. Geburtstag

Lew Kopelew 20. Todestag

»Telex aus Kuba« von Rachel Kushner

»Landschaften nach der Schlacht

Juan Goytisolo gestorben

Samstag, 3. Juni 2017

»Das Pfingstwunder« von Sibylle Lewitscharoff

»Das Pfingstwunder« von Sibylle Lewitscharoff

Kaum eine deutsche Schriftstellerin ist so fantasievoll, klug und gleichzeitig so verspielt wie Sibylle Lewitscharoff. »Das Pfingstwunder« erzählt von eimem Leben nach dem Tod und ist ein Loblied auf die Macht der Poesie. »Das Pfingstwunder« von Sibylle Lewitscharoff ist eine Mischung aus hsitorischer Komödie und Gegenwartsroman - ein wahres Konstruktionswunder mit Dantescher Inspiration - trotz der fantastischen Konstruktion mehr Traktat als fiktionaler Roman.

Epikur war sich sicher: Es gibt kein Leben nach dem Tod. Der Mann sollte irren, denn nach seinem Ableben fand sich der griechische Philosoph (341 - 271 v. Chr.) unter den Ketzern im sechsten Kreis der Hölle wieder - wenn man Dante glaubt, der vor 700 Jahren in seiner »Göttliche Komödie« das Jenseits bis ins Detail beschrieb: Neun Höllenkreise für die Sünder, der Läuterungsberg mit dem Fegefeuer und den himmlischen Sphären des Paradieses.

Das Versepos, in dem der italienische Nationaldichter Dante Alighieri (1265 - 1321) das politische Geschehen, das theologische, naturwissenschaftliche und philosophische Wissen seiner Zeit und mit einer hinreißenden Liebeserklärung verknüpft, ernährt die Dante-Forscher bis heute. So auch Gottfried Elsheimer, die Hauptfigur in dem Roman.

Mit 33 Kollegen aus drei Erdteilen ist der Romanist zu Pfingsten 2013 zu einem Dante-Kongress nach Rom gekommem. Er ist überzeugter Agnostiker und knochenharter Realist, doch als vom Petersdom die Glocken läuten, passiert etwas, was eigentlich gar nicht sein kann. Ist Dante doch mehr als nur Dichtung?

Die "Dantisti" gehen die »Commedia Divina« Dantes systematisch durch. Als der Läuterungsberg (Purgatorio) an der Reihe ist, wird die Stimmung ausgelassener. Ähnlich dem der Bibel können die Gelehrten fremde Sprachen verstehen.Siekommen gar nicht mehr dazu, sich mit dem Paradiso zu befassen. Plötzlich verschwinden alle auf wundersame Weise bis auf Elsheimer.

Der hockt 13 Tage später völlig fertig in seiner Frankfurter Wohnung und sucht nach Erklärungen. Er kann niemandem erzählen, was er erlebt hat - man würde ihn ja für verrückt halren. Als 34. Kongressteilnehmer ist er übriggebleiben und mit dieser Zahl hat es in der Danteschen Welt etwas auf sich: 100 Cantos (Gesänge) zählt die »Commedia«, je 33 für Fegefeuer und Paradies, 34 - inklusive Einleitung - für die Hölle.


Das Buch erzählt die Geschichte um den Dante-Forscher Gottfried Elsheimer, der als einziger Teilnehmer eines Dante-Kongresses in Rom nicht gen Himmel fährt, sich fortan mit Fragen der Theodizee beschäftigt, von Vergil in die "Spiralen des inferno" herabgeführt wird und äußert gelehrt alle deutschen Dante-Übersetzungen, inklusive derjenigen Rudolf Borchardts durchrezensiert, zeugt vor allem von Lewitscharoffs Leidenschaft für die Commedia.

Im Mittelpunkt steht die »Göttliche Komödie«, Dantes realismusgetränkter Einblick in die Welt nach dem Tod. Einer der eifrig Debattierenden ist Gottlieb Elsheimer, Frankfurter Romanist und nach eigener Einschätzung eher ein Kandidat fürs Fegefeuer als fürs Paradies.

Das Pfingstwunder
Das Pfingstwunder


34 Dante-Forscher aus aller Welt treffen sich Pfingsten 2013 zu einem Kongress, auf dem zentrale Gesänge des Dante’schen Großgedichts »Göttliche Komödie« aus literaturwissenschaftlicher Perspektive abgehandelt werden. Die Beiträge der jeweiligen Dantisti bilden das Gerüst für Lewitscharoffs neuen Roman, dessen Geschehnisse aus Sicht des Frankfurter Italianisten Gottlieb Elsheimer berichtet werden.

Absurd erscheint die Idee der Autorin, die im Buch auftretenden Teilnehmer eines Dante-Kongresses in Rom würden alle Gesänge Dantes leserfreundlich Stück für Stück abhandeln, statt sich an autonomen wissenschaftlichen Fragestellungen zu orientieren. Und obwohl sich der Kritiker auch noch über die ein oder andere Phrase auslässt, die ihm wie aus einem Mädchenroman der frühen sechziger Jahre entsprungen scheint, entdeckt er in diesem Buch dann doch nicht nur ausgezeichnete Beobachtungen, etwa wenn Lewitscharoff die einzelnen Figuren aus Dantes "Göttlicher Komödie" präzise umreißt oder einen snobistischen, von der "eigenen Großherzigkeit gerührten" Akademiker porträtiert, sondern auch herausragende Passagen, etwa über die "Natur der Wahrheit". Nur ein Roman ist es halt nicht.

Das Buch ist trotz der fantastischen Konstruktion mehr Traktat als fiktionaler Roman, in jedem Falle aber klug und - abgesehen von ein paar bemüht lebendigen Passagen - auch unterhaltsam zu lesen.

Literatur:

Das Pfingstwunder
Das Pfingstwunder
von Sibylle Lewitscharoff

Göttliche Komödie
Göttliche Komödie
von Dante Alighieri


Rezensionen:

"Das Pfingstwunder": Gnade den himmlischen Heerscharen! - ZEIT - www.zeit.de

Das Pfingstwunder: Roman von Sibylle Lewitscharoff - Suhrkamp Insel - www.suhrkamp.de

Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder. Roman - Perlentaucher - www.perlentaucher.de

"Das Pfingstwunder" von Sibylle Lewitscharoff: Die ersehnte ... - www.spiegel.de


Weblinks:

Dante Alighieri-Biografie - www.die-biografien.de

Der Büchnerpreis für Sibylle Lewitscharoff - www.youtube.com


Blog-Artikel:

»Die Fremden: Für mehr Mitgefühl« von William Shakespeare



Samstag, 27. Mai 2017

»Der Report der Magd« von Margaret Atwood

Der Report der Magd

»Der Report der Magd« von Margaret Atwood erzählt von der provozierenden Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben: Die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben.

So könnte die Zukunft aussehen - hineinprojeziert in das Jahr 2195: Totalitär, angesichts sich wandelnder gesellschaftlicher Bedingungen, frauenfeindlich allemal, wenn der Nachwuchs ausbleibt, die Zukunft allein auf der Hoffnung beruht, daß genug Nachschub bereitsteht, um sie zu tragen. Margret Atwood hat mit ihrem Roman eine kühle Vision aus der Sicht einer Bediensteten beschrieben. Daß sie uns trotzdem zu packen vermag, beruht in der Kunst der Autorin die Verhältnisse so bedrückend zu schildern, daß selbst eine aufkeimende Liebe ständig Gefahr läuft, entdeckt und unterbunden zu werden.

Faszinierend beschrieben, wie die Frauen der Machthaber auf die Welt der Mägde reagieren. Fast Dickenssche Verhältnisse, in denen das Großbürgertum sich der Waisen erbarmt. Desfred, die mißbrauchte Magd eines Kommandanten flüchtet am Ende ins Unbekannte, vertraut sich Fremden an. Lieber sterben, als so zu leben.


Das Besondere bei Atwoods Büchern, auch und gerade bei »Der Report der Magd«, ist die kunstvolle Verschachtelung der Erzählung, welche das Ganze so mitreißend gestaltet, und die auf über 400 Seiten durchgehende, lyrische Sprache.

»Der Report der Magd« ist extrem düster, letztendlich mit mehr Pessimismus als Optimismus versehen. Beklemmend, eindrücklich. Die Geschichte erinnert an Orwells Vision vom Großen Bruder, der über uns alle wacht. Doch ihre Vision trägt ein menschliches Antlitz, was die Vorstellung noch grauenhafter macht, da das Alltägliche in ihr verharmlost erscheint.

Die Dinge sind wie sie sind und nur ein paar Verrückte versuchen sie zu ändern, aber mit denen wird man schon fertig werden. Wenn man angesichts fehlender Aussichten auf Veränderung, sein einziges Heil im Privaten sucht, das auch noch so kontrolliert, wird, daß man seinen Körper zur Zucht bereitstellen muß, ist man seiner selbst vollkommen beraubt.

Margaret Atwoods »Report der Magd« wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation und von Regisseur Volker Schlöndorff unter dem Titel »Die Geschichte der Dienerin« verfilmt.

Literatur [ >> ]:

Der Report der Magd
Der Report der Magd
von Margaret Atwwood

Der Report der Magd | Die Zukunft - diezukunft.de

Blog-Artikel:

»Die Fremden: Für mehr Mitgefühl« von William Shakespeare

»Die Fahnen: Roman in fünf Bänden« von Miroslav Krleža

»Das Maskenspiel der Genien« von Fritz von Herzmanovsky-Orlando

Fritz von Herzmanovsky-Orlando 140. Geburtstag

Ludwig Uhland 230. Geburtstag

»Frühlingsglaube« von Ludwig Uhland



Mittwoch, 1. Februar 2017

»Die Geschichte eines neuen Namens« von Elena Ferrante

Die Geschichte eines neuen Namens
Die Geschichte eines neuen Namens

»Die Geschichte eines neuen Namens« von Elena Ferrante ist die Fortsetzung des Erfolgsromans »Meines geniale Freundin«. Mit »Die Geschichte eines neuen Namens«, dem zweiten Teil des literarischen Welterfolgs setzt Elena Ferrante den Zyklus der »Genialen Freundin« fort. Ende August war der erste Band der Neapolitanischen Saga »Meine geniale Freundin« von Elena Ferrante über die Kindheit und frühe Jugend erschienen.

Die unterschiedlichen Lebenswege der ehemals besten Freundinnen im Neapel Mitte des letzten Jahrhunderts laufen eine Weile parallel nebeneinander her, trennen sich, treffen aber immer wieder zusammen. Aus den jungen Mädchen sind nun Teenager geworden. Und das Leben beginnt, nun seine Weichen zu stellen. Welches der Mädchen kann mit seiner Entscheidung den erhofften Ausbruch aus der Armut erreichen?

Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht – er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen.

Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt. Trotz all dieser Widrigkeiten beharren Lila und Elena immer weiter darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen, auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran die beiden jungen Frauen sich festhalten, ist ihre Freundschaft.

Die Geschichte eines neuen Namens


Hinter den beiden Freundinnen liegt die gemeinsam verbrachte Jugend. Sie und ihre Freundin Lenú, die sich bereits als kleine Mädchen fest vorgenommen haben, dem Elend des Armenviertels Rione zu entfliehen, gehen unterschiedliche Wege, um ihr Ziel zu erreichen. Lila erhofft sich eine bessere Zukunft, indem sie ganz traditionell den aufstrebenden jungen Lebensmittelhändler Stefano heiratet.

Die erst 16-jährige Lila Cerullo - nun Signora Carracci - erlebt die Auswirkungen ihrer früh eingegangenen Ehe. Die weniger selbstbewusste Lenú will sich durch Fleiß und gute Noten in Schule und Studium hoch arbeiten - durchaus nicht selbstverständlich für ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen.


In schlichter, einprägsamer Sprache, aber sehr eindrucksvoll in farbig, teils drastisch beschriebenen Episoden lässt Ferrante in der Fantasie des Lesers eine Zeit wiedererstehen, in der das Leben von Mädchen und Frauen noch sehr eingeschränkt und vom Willen der Väter und Ehemänner dominiert war, ihre Rolle festgelegt auf die der zukünftigen Ehefrau und Mutter, dem (Ehe-)Mann untergeben.

Die Autorin erschafft lebendige, authentische Charaktere, in die sich der Leser leicht einfühlen kann, und erzählt packend von den Schwierigkeiten, mit denen sich Lila und auch Lenú auseinandersetzen müssen, weil sich beide auf ihre Weise über gesellschaftliche Tabus hinwegsetzen. Eindrücklich und ohne zu beschönigen schildert sie eine Zeit wirtschaftlicher und sozialer Probleme, mafiöse Gesellschaftsstrukturen und den Aufstieg der Camorra, mit denen die Schicksale der Freundinnen verflochten sind.

Weblink:

"Die Geschichte eines neuen Namens": Elena Ferrantes sehnsüchtig erwarteter Fortsetzungsroman ist da - www.dw.com

Literatur:

Die Geschichte eines neuen Namens
Die Geschichte eines neuen Namens da
von Elena Ferrante

»Meine geniale Freundin« von Elena Ferrante
Meine geniale Freundin: Band 1 der Neapolitanischen Saga (Kindheit und frühe Jugend)
von Elena Ferrante



Blog-Artikel:

Meine geniale Freundin von Elena Ferrante

Inkognito der Autorin Elena Ferrante gelüftet

Samstag, 12. November 2016

Ilse Aichinger gestorben

Ilse Aichinger

Die österreichische Schriftstellerin Ilse Aichinger ist tot. Sie starb am 11. November im Alter von 95 Jahren in Wien. Ilse Aichinger ist eine der bedeutendesten Schriftstellerinnen der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Bekannt wurd sie auch als Mitglied der »Gruppe 47«.

Im Jahr 1948 schrieb Ilse Aichinger ihren einzigen Roman »Die größere Hoffnung«, in dem sie autobiografisch das Schicksal rassisch verfolgte Kinder und einer jungen Halbjüdin während der Zeit des im Nationalsozialismus schildert. Der Roman ist eine wunderbare Parabel über die Flucht vor dem Faschismus über den Ozean.

Auf merkwürdige Weise dunkel, dabei irritierend lyrisch wirken viele ihrer Texte. Ganz ungewöhnlich erscheint auch ihr Verhältnis zur Welt in früheren Gesprächen. Heute gibt sie keine Interviews mehr. Das Leben sei eine „absurde Zumutung“, sagte sie einmal. Am liebsten würde sie verschwinden.

Dieses „Verschwinden“, das man auch Tod nennen könnte, war für sie dabei keine erschreckende Vorstellung: „Gute Literatur ist mit dem Tod identisch“. Auch beim Schreiben sei ihr das nicht Sichtbare am wichtigsten, erklärte sie:

Hätte man sie vor ihrer Geburt gefragt, ob sie zur Welt kommen wolle, sie wäre lieber weggeblieben. Für Ilse Aichinger war das Leben eine absurde Zumutung. Dieses Leben, diese Welt konterte sie lange in ihrem Schreiben - bis ihr die Sprache unbrauchbar wurde. Inzwischen ist sie im Schweigen angekommen.


„Alles, was man sagt oder schreibt,
ist nur Fazit dessen, was man nicht sagt.“

Geprägt wurde diese Weltsicht der »Poetin des Schweigens« durch dramatische Erfahrungen. Ihre Mutter, eine Ärztin, war Jüdin, der nichtjüdische Vater verließ die Familie. Im Juli 1939 konnte Ilses Zwillingsschwester Helga mit der Tante noch mit einem der letzten Kindertransporte nach England fliehen. Ilse sollte mit der übrigen Familie folgen, doch das Vorhaben scheiterte.

Nach einem abgebrochenen Medizinstudium begann sie zu schreiben. Ihren Mann Günter Eich, mit dem sie zwei Kinder hatte, hatte sie 1951 bei ihrem ersten Treffen der »Gruppe 47« kennengelernt. Das war im Frühjahr, Aichinger war 29 und ihr Roman »Die größere Hoffnung« hatte ihr zu einiger Bekanntheit verholfen. Dieser sollte ihr einziger Roman bleiben.

Für ihren Roman, ihre Gedichte, Hörspiele und Prosastücke, die in viele Sprachen übersetzt wurden, erhielt sie zahlreiche literarische Auszeichnungen, u. a. 1952 den Preis der Gruppe 47, 1982 den Petrarca-Preis, 1983 den Franz-Kafka-Preis, 1995 den Österreichischen Staatspreis für Literatur.

Im Alter aber hatte sich die Autorin des Romans »Die größere Hoffnung« (1948) zunehmend zurückgezogen. „Sie schreibt nicht mehr und ist nur noch Privatperson“, sagte ihr Wiener Verleger Reto Ziegler über die Größe der Nachkriegsliteratur.

Ilse Aichinger wurde am 1. November 1921 als Tochter einer jüdischen Familie in Wien geboren.




Die größere Hoffnung





"Die größere Hoffnung"
von Ilse Aichinger



Fischer-Verlag,
Gebundene Ausgabe,
14,00 EUR.

ISBN-13: 978-3100005228

Sonntag, 9. Oktober 2016

»Meine geniale Freundin« von Elena Ferrante

Meine geniale Freundin


Meine geniale Freundin

Ende August ist der erste Band der Neapolitanischen Saga »Meine geniale Freundin« von Elena Ferrante über die Kindheit und frühe Jugend erschienen. Die Autorin Elena Ferrante hat mit dem ersten Teil eines vierbändigen Neapel-Epos ein weltweites Lesefieber ausgelöst. Die Neapel-Tetralogie »L'Amica Geniale« ist in Italien zwischen 2011 und 2014 erschienen. In deutscher Übersetzung kam der erste Band Ende August dieses Jahres auf den Markt.

Der Roman erzählt von einer innigen Beziehung zwischen zwei Frauen. Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sie sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen waren sie beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.

Immer wieder ist Neapel Schauplatz eines dicht gewebten Netzes aus realen und fiktiven Geschichten. Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte.



Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen.



Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden?


Elena Ferrante hat ein literarisches Meisterwerk von unermesslicher Strahlkraft geschrieben, ein von hinreißenden Figuren bevölkertes Sittengemälde und ein zupackend aufrichtiges Epos – über die rettende und zerstörerische, die weltverändernde Kraft einer Freundschaft, die ein ganzes langes Leben währt.


Literatur:

»Meine geniale Freundin« von Elena Ferrante
Meine geniale Freundin: Band 1 der Neapolitanischen Saga (Kindheit und frühe Jugend)
von Elena Ferrante


Elena Ferrante Blog-Artikel:

Die Geschichte eines neuen Names von Elena Ferrante

Inkognito der Autorin Elena Ferrante gelüftet

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Inkognito der Autorin Elena Ferrante gelüftet

Elena Ferrante

Elena Ferrante ist die große Unbekannte der Gegenwartsliteratur. In Neapel geboren, hat sie sich mit dem Erscheinen ihres Debütromans im Jahr 1992 für die Anonymität entschieden. Niemand kennt ihr Gesicht, nur die Stimmen ihre Helden sprechen uns an. Nun traten Journalisten an die anonyme Autorin heran, die das Geheimnis der geheimnisvollen Neapolitanerin enthüllen wollen.

Ihre Neapel-Bücher sind weltweit Bestseller, doch die Identität der Erfolgsautorin konnte bislang geheim bleiben. Nun hat ein investigativer Journalist offenbar herausgefunden, wer hinter dem Pseudonym Elena Ferrante steckt. Hinter dem Pseudonym soll sich die Übersetzerin Anita Raja verbergen. Der deutsche Verlag der Autorin will das jedoch nicht bestätigen.

Die streng gehütete Identität der italienischen Erfolgschriftstellerin Elena Ferrante ("Meine geniale Freundin") ist laut einem Zeitungsbericht angeblich geklärt. Der italienische Enthüllungsjournalist Claudio Gatti schreibt in der Sonntagsbeilage der Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 ore", hinter dem Pseudonym verberge sich die Übersetzerin Anita Raja.


Gatti folgte demnach der "Spur des Geldes". Raja arbeite als freie Übersetzerin für den italienischen Verlag "Edizioni e/o", in dem Ferrantes Werke erscheinen. Seit dem Riesenerfolg der englischen Ausgabe der Tetralogie hätten sich die Zahlungen an Raja vervielfacht, was mit der Tätigkeit als Übersetzerin nicht zu erklären sei.

Der Verlag war am Sonntag nicht zu erreichen. Ferrantes deutscher Verlag Suhrkamp nahm zurückhaltend Stellung. "Da unsere Autorin Elena Ferrante es vorzieht, ihre Anonymität zu wahren, werden auch wir uns zu Fragen, die ihre Identität betreffen, nicht äußern", sagte Sprecherin Tanja Postpischil. Die Neapel-Tetralogie "L'Amica Geniale" ist in Italien zwischen 2011 und 2014 erschienen. In deutscher Übersetzung kam der erste Band Ende August dieses Jahres auf den Markt.

Elena Ferrante hatte jedoch schon vorher erklärt, daß sie im Fallle der Enthüllung ihrer Identität kein Buch mehr schreiben wolle.



Weblinks:

Inkognito von Autorin Elena Ferrante gelüftet? - www.dw.com

Gespräch mit Iris Radisch über Elena Ferrante - Youtube - www.youtube.com

Literatur:

»Meine geniale Freundin« von Elena Ferrante
Meine geniale Freundin: Band 1 der Neapolitanischen Saga (Kindheit und frühe Jugend)
von Elena Ferrante

Samstag, 2. Juli 2016

»Salz auf unserer Haut« von Benoîte Groult

»Salz auf unserer Haut« von Benoîte Groult erzählt die Geschichte einer im Grunde unmöglichen, einzigartigen Liebe: George, die Pariser Intellektuelle, und Gauvin, der bretonische Fischer - Welten trennen die beiden, die Barrieren von Erziehung und Bildung, von Weltanschauung und Geschmack stehen zwischen ihnen. Als Ich-Erzählerin beschreibt Groult darin eine wilde Sex-Affäre mit einem Fischer.

Ein Leben miteinander halten beide für unmöglich. Und doch zieht sie ein Verlangen zueinander, das stärker ist als Vernunft und Konvention, eine Leidenschaft, die, auch als die Liebenden älter und reifer werden, nicht erlischt. Ein Roman voll Zärtlichkeit und Sinnlichkeit, zugleich das Porträt einer freien, selbstständigen Frau, die zu ihren Gefühlen steht.

Die Liebesgeschichte zwischen der Pariser Bildungsbürgerin George und dem bretonischen Fischer Gauvain ist eine Geschichte der ständigen Verhinderungen. Über viele Lebensjahrzehnte treffen sich ihre Wege wieder und wieder. Jedes Mal flammt ihre Leidenschaft erneut auf. Jedes Mal trennen sie sich wieder und jeder geht seiner eigenen, den gesellschaftlichen Positionen angepassten, Wege.


Zwei Liebende, die einander begehren, allerdings in einer Zeit, in der der soziale Status eine unüberwindbare Mauer darstellt. Er, der bretonische Seemann aus bildungsfernem Elternhaus, derjenige, der auf dem Land aufgewachsen ist und in der körperlichen Arbeit eine Tugend sieht, wobei er für die schönen Dinge im Leben keine Zeit oder Muße hat. Sie, eine gebildete Intellektuelle, aufgewachsen in Paris, die sich gegen die gesellschaftlichen Konventionen stellt, aber in ihrer Liebe zu ihrem "Kormoran" nicht über ihren Schatten springen kann und so an ihre Grenzen stößt.

Eine Liebesgeschichte, die unter die Haut geht, weil sie vieles in Frage stellt und bis zum Schluss immer das Beste, das Wahrhaftigste, das Ehrlichste war, was den beiden im Leben passiert ist...einfach nur toll und dramatisch zugleich.

Salz auf unserer Haut
Salz auf unserer Haut

Ein wundervoller Roman über die Liebe zweier Seelenverwandter, denen leider ein ganzes Leben nicht ausgereicht hat, zu erkennen, dass sie auch im wahren Leben für einander geschaffen gewesen wären, bis es schliesslich zu spät war.

Damals erregten die Liebesszenen zwischen den Hauptfiguren reichlich Aufsehen. Heute sind sie noch immer prickelnd und doch so erfreulich literarisch aufgearbeitet. Dieser Roman, vor den schönsten Kulissen der unterschiedlichsten Orte auf der ganzen Welt, ist die perfekte Urlaubslektüre.

Vor allem in ihrem Heimatland wurde der Roman als "Frauen-Porno" und und "Hymne an den Phallus" kritisiert. Inzwischen gehört das Buch zu den Klassikern der erotischen Literatur. 1992 wurde es von Andrew Birkin verflimt.

Weblink:

Salz auf unserer Haut
Salz auf unserer Haut
von Benoîte Groult

Mittwoch, 29. Juni 2016

»Malina« von Ingeborg Bachmann

Malina
Malina

»Malina«, Ingeborg Bachmanns einziger Roman, Auftakt des geplanten Todesarten-Zyklus, offenbart die psychische und physische Zerstörung eines weiblichen Ichs durch das männliche Prinzip. Die fragmentarischen Teile »Der Fall Franza« und »Requiem für Fanny Goldmann« erschienen erst nach dem frühen Tod der Autorin, die 1973 an den Folgen eines Brandunfalls starb.

Nach der Trennung von Max Frisch und einem psychischen Zusammenbruch zog Bachmann zunächst nach Berlin und 1965 nach Rom, wo sie weiter an ihrem vermutlich 1962 begonnenen Todesarten-Projekt arbeitete. Über Jahre entwarf sie neue Konzepte für den Zyklus, ohne ein Buch abschließen zu können, und geriet immer mehr unter den Druck der Verleger. 1970, zehn Jahre nach ihrem ersten Prosaband Das dreißigste Jahr, erschien »Malina« in ihrem neuen Verlag Suhrkamp.

Im Alter von elf Jahren erlebte Ingeborg Bachmann den Einmarsch von Hitlers Truppen in ihrem Heimatort Klagenfurt. Das Trauma der abrupt verlorenen Kindheit überwand sie nie. Ihr Leben lang schrieb sie mit kraftvoller Poesie für eine bessere Gesellschaft und gegen die Unterdrückung des Individuums.

Die namenlose Ich-Erzählerin des Romans, eine in Wien lebende bekannte Schriftstellerin, reflektiert und beschreibt ihre Situation als Geliebte zweier Männer. Vordergründig eine Dreiecksgeschichte zwischen Ich-Erzählerin, ihrem Geliebten Ivan und Malina, mit dem sie zusammenlebt, findet das eigentliche Geschehen im Innern der Protagonistin statt. Ihre seelischen Konflikte, ihre Wünsche, Sehnsüchte und Fantasien, ihre Vorstellung von Glück werden eindringlich und beklemmend dargestellt.

In Ingeborg Bachmanns Büchern wird viel gelitten und viel geliebt. Im Lieben und in der Suche nach dem Glück war sie so kompromisslos wie in ihrem Schreiben. Zwei Jahre vor ihrem Tod veröffentlichte sie »Malina«, ein stark autobiografisch geprägtes Buch. Vordergründig handelt der Roman von einer Dreiecksbeziehung der namenlosen Erzählerin mit zwei Männern: dem schönen Liebhaber Ivan und ihrem Lebensgefährten Malina.

Wenn man durch Ingeborg Bachmanns Ungargasse läuft, achtet man nicht nur auf die Häuser, sondern vor allem auf die Schilder an den Häusern. Im Haus Nr. 5 wohnte Ludwig van Beethoven, ein wenig weiter, in der Nr. 8, Joseph von Eichendorff. Nur ein Stück die Straße hinauf, jeweils eine Nummer weiter, in den Häusern Nr. 6 und Nr. 9, ließ Bachmann die Hauptfiguren ihres Romans »Malina« wohnen, deren Leben fortan um den Ort kreisen, welches von der Ich-Erzählerin ihr "Ungargassenland" genannt wird.

Bachmann selbst lebte während ihrer Zeit in Wien in der Beatrixgasse und in der Gottfried-Keller-Gasse. Beide befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Ungargasse. Dennoch wundert man sich beim Lesen des Romans „Malina“, weshalb sie gerade diese Straße als Wohnort ihrer Figuren wählt, denn die Ich-Erzählerin selbst beschreibt die Ungargasse zunächst als wenig einladend. „Sie ist […] nicht unbekannt zu nennen, denn man kennt sie schon, aber ein Fremder wird sie nie zu Gesicht bekommen, weil es in ihr nichts zu besichtigen gibt und man hier nur wohnen kann. […] Es gibt, und das ist leicht zu erraten, viel schönere Gassen in Wien“.

Ivan kann ihrer Liebe letztlich jedoch nicht standhalten, die Erzählerin verzweifelt, und weder die Literatur noch Malina können sie retten; die Männerwelt ist tödlich für sie. Im Roman klingt deutlich der Wunsch nach Selbstzerstörung an, Bachmann spielt mit dem Motiv des Todes durch Verbrennen. Ahnte sie ihr eigenes, an Dramatik kaum zu überbietendes Ende? Deutungen ihrer Schriften lehnte die Autorin zeitlebens ab, sie bevorzugte stilles Nachdenken. Dafür liefert »Malina« wahrlich Stoff genug - sofern man als Leser ob der wirren Erzählung nicht frühzeitig aufgibt.




Im ersten Kapitel »Glücklich mit Ivan« beschreibt die Erzählerin ihr Verhältnis zu ihrem unerreichbar erscheinenden Geliebten. Malina, der »dritte Mann« aus dem zweiten Kapitel, ist Repräsentant der Vernunft, der die materielle Grundlage ihres Zusammenlebens sichert. Er erscheint als der männliche Teil im Bewusstsein der Erzählerin. Seine Rationalität ist dem weiblichen Ich lebensnotwendig, sie kann jedoch ihre Ansprüche ihm gegenüber nicht geltend machen. Malina wirkt menschlich und gesellschaftlich überlegen. Die Unterdrückung nimmt das weibliche Ich trotz des Wunsches nach Selbstverwirklichung und Gleichberechtigung ohne Gegenwehr hin.

Die Traumsequenzen der Ich-Erzählerin im zweiten Kapitels von »Malina« kreisen um ihren Vater. Die Ich-Erzählerin setzt die Herrschaft des Vaters über das Kind mit der Herrschaft des Mannes über die Frau gleich. Die Unterdrückung wird zusätzlich in den historischen Kontext des Holocaust gestellt.

Das dritte Kapitel »Von letzten Dingen« ist als ein fiktiver Dialog zwischen der Erzählerin und Malina über das Schreiben.

»Es war Mord«, das ist der letzte Satz ihres Romans. Die Männer haben die Erzählerin umgebracht.

Literatur:

Malina
Malina
von Ingeborg Bachmann

Rezension:

Ambivalenz eines Ortes

Samstag, 25. Juni 2016

Ingeborg Bachmann 90. Geburtstag

Ingeborg Bachmann


Ingeborg Bachmanns Geburtstag jährt sich zum 90. Mal am 25. Juni. Ingeborg Bachmann wurde am 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren. Lyrikerin, Erzählerin, Essayistin.

Im Alter von 11 Jahren erlebte Ingeborg Bachmann den Einmarsch von Hitlers Truppen in ihrem Heimatort Klagenfurt. Das Trauma der abrupt verlorenen Kindheit überwand sie nie.

Ihr Leben lang schrieb sie mit kraftvoller Poesie für eine bessere Gesellschaft und gegen die Unterdrückung des Individuums. Im Lieben und in der Suche nach dem Glück war sie so kompromisslos wie in ihrem Schreiben.



1952 nahm die Lyrikerin an ihren ersten Lesung bei der »Gruppe 47« teil. Sie wurde mit vielen Lieraturpreisen ausgezeichnet: Bremer Literaturpreis, Hörspielpreis, Georg-Büchner-Preis, Großer Österreichischer Staatspreis, Anton-Wildgans-Preis.

Ingeborg Bachmann ist vielen mehr durch den berühmten Literaturpreis Österreichs bekannt oder vor allem als Lyrikerin.


Der Ton ihres Schaffens erinnert in den mythologischen Anklängen ein wenig an Christa Wolfs "Kassandra" oder an den feierlichen Ton klassizistischer Lyrik, etwa Schiller oder Hölderlin. Nicht selten entsteht beim Lesen eine Sogwirkung, da sich hinter dem prosaischen Zauber mehr, weit mehr zu verbergen scheint, als nur das geschriebene Wort. Bachmanns Charaktere reichen weit in die Tiefe, es fehlt also auch nicht an psychologischem Potenzial der Figuren.



Nach der Trennung von Max Frisch und einem psychischen Zusammenbruch zog Bachmann zunächst nach Berlin und 1965 nach Rom, wo sie weiter an ihrem vermutlich 1962 begonnenen Todesarten-Projekt arbeitete. Über Jahre entwarf sie neue Konzepte für den Zyklus, ohne ein Buch abschließen zu können, und geriet immer mehr unter den Druck der Verleger. 1970, zehn Jahre nach ihrem ersten Prosaband Das dreißigste Jahr, erschien »Malina« in ihrem neuen Verlag Suhrkamp.

Sie lebte nach Aufenthalten in München und Zürich viele Jahre in Rom, wo sie am 17. Oktober 1973 starb. Zwei Jahre vor ihrem Tod veröffentlichte sie ihren einzigen Roman "Malina", ein stark autobiografisch geprägtes Buch.

Weblinks:

Ingeborg Bachmann-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Ingeborg Bachmann-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de