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Samstag, 14. Januar 2017

»Die Judenbuche« von Annette von Droste-Hülshoff

Die Judenbuche

»Die Judenbuche« ist eine 1842 in der Zeitschrift »Morgenblatt für gebildete Leser« erschienene Novelle von Annette von Droste-Hülshoff. »Die Judenbuche« ist - wie der Untertitel anklingen lässt - ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen eien szenische Schilderung des Dorflebens in Westfalen in der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Die Szene ist in einem westfälischen Dorf in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Unter den Dorfbewohnern herrscht Hochmut, kleinere und größere Straftaten sind an der Tagesordnung. Friedrich Mergel, die Hauptfigur dieser bekanntesten Novelle der deutschsprachigen Literatur, erschlägt im Streit den Juden Aaron und flieht. 28 Jahre später kehrt er in seine Heimat zurück und erhängt sich am Ort des Verbrechens, an der so genannten Judenbuche, an der steht: -Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast-.

Die Handlung spielt in dem entlegenen westfälischen „Dorf B.“ in einem deutschen Kleinstaat des 18. Jahrhunderts, noch vor der Zeit der großen Umwälzungen, die die Französische Revolution für Europa mit sich brachte. Die Novelle handelt von einem unaufgeklärten Mord, erläutert dessen Vor- und Nachgeschichte und wird nicht nur als Kriminalgeschichte, sondern vor allem als Milieustudie verstanden.


Die Erzählung von Droste-Hülshoff, die streng genommen nicht als Novelle durchgehen kann, folgt dem Lebensweg des zwielichtigen Friedrich Mergel, dessen Vater, ein Trinker, früh im nahen Wald, dem Brederholz, zu Tode gekommen ist und später als das Gespenst vom Brederholz verspottet wird. Friedrich wird zu einem Wichtigtuer und Raubein und gerät schließlich unter Mordverdacht, als in der Nähe der Judenbuche ein Förster ermordet aufgefunden wird. Gerüchte wollen wissen, dass er mit einer Bande von illegalen Baumfällern gemeinsame Sache gemacht und den Förster beseitigt hat, als der ihm auf die Schliche kam. Als einige Jahre später der jüdische Händler Aaron ermordet wird, bei dem Friedrich verschuldet war, taucht er unter. Allerdings gesteht kurz darauf ein anderer den Mord an Aaron.

Jahre später kommt er als Schatten seiner selbst aus dem Orient zurück, verstört und verwahrlost. Er gibt sich als sein Alter Ego Johannes Niemand aus, der seinerzeit mit ihm verschwand und dem die Erzählung schon zu Anfang, als beide noch Kinder sind, das Charakteristikum großer Ähnlichkeit mit der Hauptfigur mitgegeben hat. Wenig später findet man Friedrich erhängt an der Judenbuche, deren hebräische Aufschrift am Schluss der Erzählung wie folgt übersetzt wird: "Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast."

Die Verflechtungen von Verbrechen, Schuld und Vergeltung sind in dieser Novelle sehr deutlich. Der Mörder straft sich selbst, zuvor schon tausendmal vom Leben bestraft, am Ort seines Verbrechens. Dennoch ist er nicht allein schuldig. Er konnte nur in einer Welt schuldig werden, deren Rechtsgefühl den Mord an einem Juden zwar nicht unbedingt erlaubt, aber immerhin verständlich und entschuldbar findet.

Die Einordnung dieser Geschichte aus dem 18. Jahrhundert in ein bestimmtes Genre ist eine schwer lösbare Aufgabe. Zunächst erscheint sie als romantische Doppel- oder Wiedergänger-Geschichte, dann wiederum wähnen wir uns aufgrund des nahezu naturalistischen Dekors und der Schilderung des mühsamen Landlebens in einem Sozialdrama, ehe der Fortzug des Helden in die Türkei wieder Assoziationen an die romantische Tradition des Abenteurer- und Entwicklungsromans weckt. Am Ende verblüfft Droste-Hülshoff mit einem echten Paukenschlag. Und es ist wohl dies alles zusammen, was "Die Judenbuche" den Status einer nahezu singulären Erscheinung in der deutschen Literatur eingebracht hat.

Literatur:

Die Judenbuche
Die Judenbuche: Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen
von Annette von Droste-Hülshoff

Die Judenbuche
Die Judenbuche: Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen
von Annette von Droste-Hülshoff


Weblinks:

Die Judenbuche - www.hs-augsburg.de

Die Judenbuche - www.br.de/radio


Blog-Artikel:

Annette von Droste-Hülshoff 220. Geburtstag - Literatenwelt-Blog - literatenwelt.blogspot.com

Dienstag, 10. Januar 2017

Annette von Droste-Hülshoff 220. Geburtstag

Annette von Droste-Hülshoff

Annette von Droste-Hülshoffs Geburtstag jährt sich am 10. Januar zum 220. Mal. Sie wurde auf Burg Hülshoff bei Münster als Anna Elisabeth Franzisca Adolphina Wilhelmina Ludovica Freiin von Droste zu Hülshoff geboren. Annette von Droste-Hülshoff war eine deutsche Schriftstellerin und Komponistin. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen und Lyrikerinnen ihrer Zeit.

Annette von Droste-Hülshoff nahm ihre literarische Arbeit sehr ernst und war sich bewusst, große Kunst zu schaffen. Sie schuf zahlreiche Gedichte und Gedichtzyklen. Ihre Balladen wurden berühmt (»Der Knabe im Moor«), wie auch ihre Novelle »Die Judenbuche«.

Ein wichtiges Dokument tiefer Religiosität ist ihr Gedichtzyklus »Das geistliche Jahr«, in dem aber – typisch für die Zeit – auch die Zerrissenheit des Menschen zwischen aufgeklärtem Bewusstsein und religiöser Suche gestaltet wird. Die Ausführungen in diesem Werk werden heute als autobiographisch erachtet, da sie über 20 Jahre an dem gesamten Zyklus arbeitete.

Bedeutend für ihr literarisches Wirken waren ihre Reisen an den Bodensee, wo sie zunächst zusammen mit der Mutter ihre Schwester Jenny besuchte, die den Freiherrn Joseph von Laßberg geheiratet hatte, der sich mit mittelalterlicher Literatur beschäftigte.

Die Judenbuche

»Die Judenbuche« ist eine 1842 in der Zeitschrift »Morgenblatt für gebildete Leser« erschienene Novelle von Annette von Droste-Hülshoff. Ihr beanntestes Werk »Die Judenbuche«, eine Kriminalnovelle, gehört zur Weltliteratur. Abgründig-bedrohliche Metaphorik, verbunden mit detailgenauen Beobachtungen prägen ihre Gedichte. Der eruptive Ausbruch ihres lyrischen Schaffens stand in enger Beziehung zu der Liebe zu einem jüngeren Mann. Der Höhepunkt dieser Beziehung wird auch als Höhepunkt ihrer Lyrik angesehen.

Annette von Droste-Hülshoff starb schwerkrank im Alter von 51 Jahren am 24. Mai 1848 auf der Burg Meersburg in Meersburg am Bodensee.

Literatur:

Die Judenbuche
Die Judenbuche: Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen
von Annette von Droste-Hülshoff


Blog-Artikel:

Ovid 2.000 Todestag

»Metamorphosen« von Ovid

Annette von Droste-Hülshoff 220. Geburtstag

»Die Judenbuche« von Annette von Droste-Hülshoff

Carl Zuckmayer 40. Todestag

»Des Teufels General« von Carl Zuckmayer

»Statt etwas oder Der letzte Rank« von Martin Walser

Samstag, 7. Januar 2017

»Metamorphosen« von Ovid

Daedalus

Die »Metamorphosen« des römischen Dichters Ovid wurden vermutlich ab dem Jahr 1 oder 3 n. Chr. bis um 8 n. Chr. geschrieben. Sie sind ein in Hexametern verfasstes mythologisches Werk über Metamorphosen („Verwandlungen“). Sie bestehen aus 15 Büchern von je etwa 700 bis 900 Versen und beschreiben die Entstehung und Geschichte der Welt in den Begriffen der römischen und griechischen Mythologie. Dabei wurden etwa 250 Sagen verarbeitet.

Ovids »Metamorphosen« bilden als Dichtung wohl die ergiebigste Quelle der griechischen Mythologie. Die »Metamorphosen« waren seit ihrem Erscheinen stets eines der populärsten mythologischen Werke überhaupt und sicherlich das den mittelalterlichen Schriftstellern und Dichtern am besten bekannte. Somit hatte dieses Werk einen enormen Einfluss auf die Literatur des Mittelalters sowie auf die bildende Kunst vom Mittelalter bis zum Barock.

Während des augusteischen Friedens entstanden die Gedichtbücher des Horaz und Properz, in denen die Politik des Kaisers begrüßt wird. Gleichzeitig aber schrieb Ovid seine unpolitischen, erotischen Werke, unter denen die »Metamorphosen« am bekanntesten sind.

Ovid wurde durch seine »Metamorphosen« - Verwandlungssagen in Gedichtform nach griechichischem Vorbild, in denen er von der Entstehung der Welt aus dem Chaos bis hin zur Vergöttlichung Caesars etliche Verwandlungen (meist mit mythologischem Hintergrund) beschreibt, berühmt.


»Metamorphosen« von Ovid ist ein Epos in 15 Büchern. Die »Metamorphosen« sind das Opus Magnum Ovids und gelten neben der »Aeneis« Vergils als das bedeutendste literarische Werk der römischen Antike. Ovid hat in seinem epischen Gedicht rund 250 Verwandlungssagen verarbeitet.

Die »Metamorphosen« sind das große Buch der Gestaltumwandlungen. Die rund 250 Verwandlungssagen, die Ovid in seinem epischen Gedicht verarbeitet hat, sind von berauschender stofflicher Vielfalt und reichen bis zu den Mythen der Urzeit zurück. Die unerhört lebendige Anschaulichkeit, mit der die Verwandlungen von Göttern und Menschen, Tieren und Pflanzen geschildert werden, machen die »Metamorphosen« zu einem der schönsten Bücher der Weltliteratur.

In seinen »Metamorphosen« erzählt Ovid von der Entstehung der Welt und des Menschen und führt dann in rund 250 Verwandlungssagen durch die antike Mythologie bis in die Gegenwart des antiken Lesers. Die berührenden Geschichten um Ariadne, Arachne, Pyramus und Thisbe, Perseus und Andromeda, Vertumnus und Pomona, Diana und Aktäon: Die »Metamorphosen« enthalten viele ungewöhnliche Verwandlungs- und Liebesgeschichten.

Metamorphosen
Metamorphosen (Versform)

Hauptthema der »Verwandlungsgeschichten« des Dichters sind die menschlichen Dinge, die Liebe als Fügung des Schicksals. Stoff bot ihm die gesamte Masse der in der poetischen Gestaltung oder in Handbüchern vorliegenden Mythologie: die Umwandlung von Göttern und Menschen in Mineralien, Pflanzen oder Tiere. Die unvergleichliche Anschaulichkeit der Schilderung, auch des Phantastischen, und die Analyse der Leidenschaften sind die großen Vorzüge dieser Dichtung, die für die Nachwelt die ergiebigste Quelle der Kenntnis des griechischen Mythos geworden ist.

Der Übersetzer Johann Heinrich Voß hat die Verse Ovids gut lesbar ins Deutsche übertragen. Die Voss'sche Übersetzung ist Dank ihrem dichterischen Rang für sich mit Recht ein Klassiker geworden.

Literatur:

Metamorphosen
Metamorphosen (Versform)
von Ovid


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Ovid 2.000 Todestag - Literatenwelt-Blog - literatenwelt.blogspot.com

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Rainer Maria Rilke 90. Todestag

Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilkes 90. Todestag jährt sich am 29. Dezember. Rilke starb am 29. Dezember 1926 nach langer Krankheit in Val Mont bei Montreux. Rilke war ein österreichischer Schriftsteller und Lyriker. Er war ein rastloser und reisender Dichter.

Nach einer erzwungenen Militärerziehung wurde Rilke 1896 Student, zuerst in Prag, dann in München und Berlin, weniger studierend als dichtend. Rilke ging im Jahre 1896 als Student der Philosophie nach München. Ein Jahr später lernte er die 36-jährige Lou Andreas-Salome kennen. Die kurze Ehe mit der Bildhauerin Clara Westhoff in Worpswede löste er 1902 auf. Danach ging auf Reisen quer durch Europa und bereiste Italien, Skandinavien und Frankreich.

In Paris schloß er Bekanntschaft mit dem Bildhauer und Künstler Auguste Rodin und wurde dessen Privatsekretär. Bereits nach acht Monaten kam es aber zum Bruch. Es folgten unstete Jahre des Reisens mit Stationen in verschiedenen Städten Europas.


Rilke reiste während seiner Pariser Jahre viel. Ab 1903 hielt er sich zum Beispiel häufig in Italien auf. In Viareggio, einem italienischen Badeort, schrieb er das „Stundenbuch“. Unter anderem fuhr er von September 1903 bis Juni 1904 gemeinsam mit Clara nach Rom.

Von 1906 bis 1908 besuchte er mehrmals die Insel Capri. 1904 reiste er nach Schweden und Dänemark. Nach einem weiteren Rombesuch fuhr er in den Ort Duino an die Adria. Dort wurde er von der Fürstin Marie von Thurn und Taxis auf ihrem Schloss empfangen. Zwischen Rilke und der Fürstin entstand eine lebenslange Freundschaft.

Nach seinem Entschluß zur Berufslosigkeit und zu einem reinen Dichterdasein war Rilke zu jedem Verzicht bereit, wenn es dem Werk galt. Er opferte sein Leben seiner Kunst und gewann Unsterblichkeit, indem er unerreichte Sprach- und Kunstwerke schuf.

Im Ersten Weltkrieg war er zur österreichischen Armee eingezogen, wurde aber aufgrund seiner kränklichen Konstitution in das Wiener Kriegsarchiv versetzt.

1925 reiste Rilke nochmals nach Paris, wo er als Dichter und Literat gefeiert wurde. Doch eine Krankheit beendete den Aufenthalt in Paris. 1926 verschlimmerte sich sein gesundheitlicher Zustand merklich. Rilke blieb von nun an in der Schweiz und kam im Dezember in ein Sanatorium in Val-Mont.

Wie auch in den intellektuellen Romanen zeitgenössischer Künstler, wie z.B. Robert Musil, findet man in Rilkes Werken viele essayistische Absätze vor, verflochten mit überreichen Handlungen, dramatischen Szenen und kontemplativen Passagen, die von dem menschlichen Dasein, der Kunst, Politik und Geschichte handeln wie das für Dostojewskis Romane charakteristisch war.

Rainer Maria Rilke starb am 29. Dezember 1926 an Leukämie. Am 2. Januar 1927 wurde der Dichter in Raron im Kanton Wallis beigesetzt. Sein Grabspruch, den er sich selbst gewünscht hat, lautet: “Rose, oh reiner Widerspruch, Lust, Niemandes Schlaf zu sein unter soviel Lidern“.

Rainer Maria Rilke wurde am 4. Dezember 1875 in Prag als Sohn eines Prager Beamten geboren.

Literatur:

Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
von Rainer Maria Rilke

Gedichte:

Die schönsten Gedichte
Die schönsten Gedichtee
von Rainer Maria Rilke

Die schönsten Gedichte
Die schönsten Gedichte
von Rainer Maria Rilke


Weblinks:

Rainer Maria Rilke - www.rilke.de

Rainer Maria Rilke - www.literaturatlas.de


Blog-Artikel:

Heimito von Doderer 60. Todestag

»Jewgeni Onegin« von Alexander Puschkin

Alexander Puschkin 180. Todestag

Hans Fallada 70. Todestag

Georg Trakl 130. Geburtstag

Rainer Maria Rilke

Dienstag, 27. Dezember 2016

Carl Zuckmayer 120. Geburtstag


Carl Zuckmayer

Am 27. Dezember wäre Carl Zuckmayer 120 Jahre alt geworden. Carl Zuckmayer wurde am 27. Dezember 1896 in Nackenheim, Rheinhessen geboren. Carl Zuckmayer war ein bedeutender deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Bühnenautor in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Zuckmayer meldete sich im August 1914 als Kriegsfreiwilliger an die Front. Aus seinen Erfahrungen als Offizier an der Westfront wurde er militanter Kriegsgegner.


Der fröhliche Weinberg

Der literarische Durchbruch gelang dem Rheinhessen Zuckmayer im Dezember 1925 mit der weinseligen Komödie »Der fröhliche Weinberg«. Sie führte vor allem wegen der parodistischen Darstellung eines Korpsstudenten zu zahlreichen Skandalen, wurde aber dennoch das meistgespielte Theaterstück in den 1920er Jahren.

Anfang der 1920 er Jahre zog es ihn anch Berlin. Berlin war sein berufliches Zentrum, in dem alle seine Uraufführungen und Proben stattfanden. Aber schreiben konnte nur auf dem Lande. Von seinen Tantiemen kaufte sich Zuckmayer 1926 ein Haus in Henndorf bei Salzburg, wo er nun überwiegend lebte, obwohl Berlin weiterhin sein berufliches Zentrum blieb.


In Berlin feierte er 1927 mit der Uraufführung des »Schinderhannes« im Lessing-Theater den nächsten Theatererfolg. 1928 folgte die Uraufführung von »Katharina Knie«.

Seinen größten Erfolg in den Jahren der Weimarer Republik hatte er 1931 mit der Komödie »Der Hauptmann von Köpenick. Ein deutsches Märchen«.


Der Hauptmann von Köpenick

1931 wurde das satirische Stück von Carl Zuckmayer im Deutschen Theater Berlin uraufgeführt. 160.000 Mark an Tantiemen (damals das Lebenseinkommen eines Schwerstarbeiters) trug sie ihm allein im ersten Jahr nach der Uraufführung ein, aber auch den Hass der Nationalsozialisten, denen die anti-militaristische Tendenz des Stücks zuwider war.

Nach dem Anschluss Österreichs 1938 sah sich Zuckmayer nun doch zur Flucht gezwungen, zuerst in die Schweiz, dann in die USA, wo er in Hollywood als Drehbuchautor arbeitete. Da er sich dort jedoch in seiner Existenz als Künstler bedroht sah, pachtete er ab 1940 eine Farm in Vermont, die er bis Kriegsende in der Emigration bewirtschaftete.

Ein Jahr nach Kriegsende, 1946, kehrte Zuckmayer als ziviler Kulturbeauftragter des amerikanischen Kriegsministeriums erstmals nach Europa zurück.

Carl Zuckmayer

Des Teufels General

Nach dem Krieg feierte Zuckmayer als Dramatiker grosse Erfolge auf der Bühne. Sein größter Nachkriegserfolg war Stück »Des Teufels General« - ein Fliegerdrama als Parabel auf den Untergang des Nationalsozialismus. Das Drama bezieht sich auf den Tod des Fliegerasses Ernst Udet im Jahr 1941 in Russland.

Das im Dezember 1946 in Zürich uraufgeführtes Stück »Des Teufels General« war sein größter Nachkriegserfolg auf dem westdeutschen Theater. Allein in der Spielzeit 1948/49 wurde es 2.069 Mal gespielt.

Mit Dramen wie »Der Gesang im Feuerofen« (1950) über Widerstand und Kollaboration in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs und »Das kalte Licht« (1955) über einen Fall von Atomspionage war Zuckmayer im Westen auch in den 1950er Jahren der erfolgreichste deutsche Dramatiker. Zahlreiche seiner Werke wurde in den 50er Jahren verfilmt, u. a. durch Helmut Käutner.

Mit Beginn der 1960er Jahre sank das Interesse an seinen Stücken rapide, weil ihr formaler Traditionalismus nicht mehr dem Zeitgeschmack von Regisseuren und Intendanten entsprach.

Zuckmayer, der im Januar 1946 die von ihm drei Jahre zuvor beantragte amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt, behielt seinen Wohnsitz im abgelegenen Woodstock (Vermont) bis 1957. Einen Antrag auf Wiedereinbürgerung in Deutschland zu stellen, lehnte er ab. 1957 übersiedelte wieder nach Europa und zog in die Schweiz. Dort erwarb der Rückkehrer in Saas-Fee im Kanton Wallis ein Haus. 1966 wurde er Schweizer Staatsbürger.


Als wärs ein Stück von mir

In diesem Jahr veröffentlichte er auch seine Autobiographie »Als wär’s ein Stück von mir« - ein Klassiker unter den Künsterbiografien, - die ein Bestseller wurde und sich bis heute weit über eine Million Mal verkaufte.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören »Der fröhliche Weinberg« (1925), »Der Schinderhannes« (1927), »Der Hauptmann von Köpenick« (1931) und »Des Teufels General« (1946).

Carl Zuckmayer war Zeitzeuge und Chronist eines bewegten Jahrhunderts, dessen Geschehnisse er in vielen Werken festhielt.

Er war ein Schriftsteller, der die Deutschen in ihrem Wesen durchschaute, aber immer auch an die Deutschen glaubte.

Carl Zuckmayer starb am 18. Januar 1977 in seiner schweizer Wahlheimat Visp.

Weblink:

Carl Zuckmayer-Biografie - www.die-biografien.de

Carl Zuckmayer-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de

Literatur:

Als wärs ein Stück von mir
Als wärs ein Stück von mir
von Carl Zuckmayer

Der fröhliche Weinberg
Der fröhliche Weinberg
von Carl Zuckmayer

Montag, 26. Dezember 2016

Robert Walser 60. Todestag

Robert Walser

Robert Walsers 60. Todestag jährt sich am 25. Dezember. Walser starb am 25. Dezember 1956 nahe Herisau im Kanton Appenzell auf einem winterlichen Spaziergang im Schnee. Robert Walser war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller.

Robert Walser gehört wohl zu den schillerndsten Persönlichkeiten der deutschsprachigen Literatur: Der 1878 geborene Schriftsteller lehnte den bürgerlichen Leistungs- und Erfolgsbegriff seiner Zeit gänzlich ab, lebte in selbstgewählter Armut und verbrachte das letzte Drittel seines Lebens in einer Nervenheilanstalt. Zu Lebzeiten fanden v.a. seine feuilletonistischen Beiträge einige Anerkennung und selbst Kafka und Hesse konnten sich für Walsers Werk begeistern; nach Walsers Tod 1956 geriet es jedoch beinahe in Vergessenheit.

Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Banklehre und arbeitete als Commis in verschiedenen Banken und Versicherungen in Zürich. Seine ersten Gedichte, die 1898 erschienen, ließen ihn rasch zu einem Geheimtip werden und verschafften ihm den Zugang zu literarischen Kreisen. Nach Erscheinen seines ersten Buches Fritz Kochers Aufsätze folgte er 1905 seinem Bruder Karl nach Berlin, der dort als Maler und Bühnenbildner den Durchbruch erzielt hatte. In rascher Folge publizierte Walser nun seine drei Romane Geschwister Tanner (1907), Der Gehülfe (1908) und Jakob von Gunten (1909).

Infolge einer psychischen Krise geriet Walser Anfang 1929 gegen seinen Willen in die Psychiatrie, deren Rahmen er nie mehr verlassen konnte. 1933 von der Berner Klinik Waldau nach Herisau verlegt, gab er das Schreiben vollständig auf und lebte dort noch 24 Jahre als vergessener anonymer Patient.

"Er hat in seinen Büchern mehr Dichtertum, als einige Dutzend Preisträger zusammen.", sagte Albin Zollinger ber ihn.


"Er hat in seinen Büchern mehr Dichtertum, als einige Dutzend Preisträger zusammen."

Albin Zollinger

Walser debütierte mit Gedichten - viele davon erschienen 1909 in dem von Karl Walser illustrierten Band »Gedichte«. Erst später sollte er sich der Prosa zuwenden.

Walser geriet in dieser Zeit, auch da er durch den Krieg von Deutschland weitgehend abgeschnitten war, in die Isolation. Zudem konnte er als freier Schriftsteller, obwohl er eifrig produzierte, kaum leben. Anfang 1921 zog Walser deshalb nach Bern, wo er für einige Monate eine Stellung als Bibliothekar im Staatsarchiv annahm. In Bern lebte er sehr zurückgezogen und wohnte in möblierten Zimmern, die er häufig wechselte.

Walsers Werk lässt sich in vier Epochen unterteilen: die frühen Werke, die im Umfeld von Jugendstil und Ästhetizismus standen; die vergleichsweise realistischen Werke der Berliner Zeit, in der sämtliche zu Lebzeiten Walsers veröffentlichten Romane entstanden; die vordergründig stark auf Heimatkunst und Schweizer Sujets zurückgreifenden Schriften der Bieler Zeit; und die immer abstrakter, hermetisch werdenden Prosastücke, Gedichte und Dramolette der Berner Zeit, die dem Umfang nach den größten Teil von Walsers Werk ausmachen.

In der Berner Zeit radikalisierte sich Walsers Stil. In immer stärker verdichteter Form schrieb er „Mikrogramme“ (so genannt nach der winzigen, schwer zu entziffernden Bleistiftschrift, die Walser zur Niederschrift benutzte), das heißt Entwürfe zu Gedichten, Prosastücken, Szenen und einen ganzen Roman (Der Räuber), von denen er nur einen Teil auch mit der Feder in Reinschrift ausführte, um sie Redaktionen zum Abdruck einzureichen. In diesen Texten verdichtete er seinen sprachspielerisch subjektiven Stil zu noch höherer Abstraktion.

Robert Walser wurde am 15. April 1878 in Biel, Kanton Bern geboren.


Literatur:

Der Spaziergang
Der Spaziergang
von Robert Walser

Jakob von Gunten
Jakob von Gunten
von Robert Walser

Samstag, 17. Dezember 2016

Das abenteuerliche Leben des Santa Claus


Hierzulande hat sich längst herumgesprochen, dass in Amerika nicht der Weihnachtsmann den Kindern die Geschenke bringt und nicht das Christkind, und dass diese ihn Santa Claus nennen.

Dieser hat viele eigenartige Gewohnheiten und wenn man über ihn nachdenkt, stellen sich viele Fragen. Aber wer ist dieser Santa Claus eigentlich, wo wohnt er und wie kam er zu seinem Namen? Und warum reist er mit einem Schlitten, den Rentiere durch die Lüfte ziehen und wieso können die überhaupt fliegen?



Der Weihnachtsmann oder Das abenteuerliche Leben des Santa Claus

Lyman Frank Baum, der Schöpfer des Klassikers »Der Zauberers von Oz«, hat sich darüber auch Gedanken gemacht und schon Anfang des letzten Jahrhunderts diese abenteuerliche Märchen erzählt, das die vielen Geschichten und Mythen rund um Weihnachten mit einer eigenen Variante bereichtert.

Dieses Märchenbuch mit seinen gesammelten abenteuerlichen Weihnachtsgechichten ist ein Vorlesespass für die ganze Familie.