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Mittwoch, 13. März 2019

»Die zweite Frau« von Günter Kunert

Die zweite Frau
Die zweite Frau

Im Februar 2019 ist unter dem Titel »Die zweite Frau« im Wallstein Verlag ein vor mehr als 40 Jahren entstandener, bisher unbekannter Roman erschienen, dessen Manuskript von Kunert „vor kurzem zufällig in einer Truhe entdeckt“ wurde.

Ein Roman, geschrieben vor 45 Jahren - in der DDR »absolut undruckbar«, wusste Kunert und versteckte ihn im Archiv. Nun wiedergefunden, wird er endlich veröffentlicht.

In einer Truhe fand Günter Kunert unlängst ein Manuskript, das er vor fast fünfundvierzig Jahren geschrieben hat - einen Roman, so frech, brisant und »politisch unmöglich«, dass Kunert, der damals noch in der DDR lebte, ihn gar nicht erst einem Verlag vorlegte. »Absolut undruckbar«, wusste er und vergrub das Manuskript so tief in seinem Archiv, dass er selbst es vollkommen vergaß und erst jetzt durch Zufall wiederfand.


Kunert ist berühmt für seine skeptischen Gedichte, die vor ökologischen Katastrophen und Fehlentwicklungen warnen, für seine Miniaturen und kurzen Prosatexte, Notate, Hörspiele, Filme; als Romanautor kennt man ihn eher nicht. Und hier ist nun ein Roman, funkelnd und frisch, geschrieben zur Hälfte des Lebens:

Der männliche Protagonist sucht nach einem Geschenk zum vierzigsten Geburtstag seiner Frau; die Auswahl in den Geschäften ist ebenso entmutigend wie seine Einfallslosigkeit, schließlich tauscht er Mark der DDR in Westgeld, um im Intershop einzukaufen, und macht dort unbedachte Bemerkungen. So nimmt eine Tragikomödie um Montaigne, Missverständnisse und Stasi-Tumbheit ihren Lauf.

Weblink:

Günter Kunert: Schreiben als Gymnastik - www.mdr.de


Literatur:

Die zweite Frau
Die zweite Frau
von Günter Kunert

Dienstag, 12. Februar 2019

Thomas Bernhard 30. Todestag


Thomas Bernhard

Am 12. Februar jährt sich der 30. Todestag des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard, der im Februar 1989 in Gmunden (Oberösterreich) starb. Klassiker der Weltliteratur, weltberühmter Dramatiker, polarisierender Skandalautor: all diese Prädikate hat man dem 1989 verstorbenen österreichischen Schriftsteller Thomas Bernhard schon verliehen. Er gehört zu den grossen Autoren dieses Jahrhunderts und gilt als ein Autor von Weltrang.

Thomas Bernhard war einer der berühmtesten Stückeschreiber seiner Zeit und ein Wüterich, der in unermüdlichem Schaffenszorn Weltliteratur schrieb. Er war ein überaus vielschichtige Gestalt: Polarisierender Skandalautor, weltberühmter Dramatiker, österreichisches Phänomen - all das und noch viel mehr war Thomas Bernhard.

In der Rolle des Enfant terrible, des Nestbeschmutzers, befriedigte der uneheliche Sohn einer oberösterreichischen Hausgehilfin und Enkel des Schriftstellers Johannes Freumbichler seine Größenphantasien auf grandiose Weise. Das ungewünschte Kind, als Außenseiter geboren und vom Großvater zu Idealisierung der Einzelgängerrolle erzogen, durch die Krankheit um die Sängerlaufbahn gebracht und als Gerichtsreporter eines Salzburger Provinzblättchens zur Randerscheinung im Schreibgewerbe gestempelt, schwang sich zum bestgehaßten und berühmtesten Schriftsteller und Dramatiker seines Landes auf. Er wurde der negative Staatsdichter Österreichs. Sein Erfolg ermöglichte ihm den Milieuwechsel, verschaffte ihm den Zutritt zum Großbürgertum, dessen Lebensstil (Wohnung im Wiener Nobelviertel, Landsitz in Oberösterreich) er imitierte und dessen Borniertheiten er hämisch studierte und gnadenlos bloßstellte. Seine berühmte Misanthrophie, der Bernhardsche Markenartikel "Menschenhaß", ist genau besehen nur gewendete Eigenliebe.

Thomas Bernhard

Bernhard hat den eher beschaulichen Literaturbetrieb Östereichs nach dem Krieg gewaltig aufgemischt. Zu Lebzeiten war Thomas Bernhard als "Skandalautor", "Österreich-Beschmutzer" und Übertreibungskünstler verschrien und geschmäht, denn er zeigt Österreich nur allzuoft sein ungeschöntes und wahres Gesicht. Der »Alles-und alle-Beschimpfer« provozierte Skandale und wollte dennoch partout kein Skandalautor sein. Er war dennoch ein unbequemer Störenfried im eher beschaulichen Literaturbetrieb seines Heimatlandes Österreich, welches ihn mit einer innigen Hassliebe verband.

„Ich darf nicht leugnen,daß ich auch immer zwei Existenzen geführt habe, eine, die der Wahrheit am nächsten kommt und die als Wirklichkeit zu bezeichnen ich tatsächlich ein Recht habe, und eine gespielte, beide zusammen haben mit der Zeit eine mich am Leben haltende Existenz ergeben.“

Thomas Bernhard, »Der Keller«

Thomas Bernhards Karriere begann als Lyriker, bevor er Anfang der 1960er Prosa-Werke zu verfassen begann. 1957 erschien sein erster Gedichtband "Auf der Erde und in der Hölle". Die schwere Kindheit, seine ständige Todesnähe durch Lungentuberkulose und der frühe Verlust des Großvaters spiegeln sich in seinem Werk wider. Mit dem Roman "Frost" wurde Bernhard 1963 schlagartig bekannt. Er schrieb Theaterstücke, Romane und Erzählungen und erhielt etliche Ehrungen - die ihm in späteren Lebensjahren aber mitunter peinlich waren.

Thomas Bernhard, der seine schriftstellerische Laufbahn mit Gedichten begann, fand schließlich seinen unverwechselbaren Stil in der Prosa (in Romanen und kürzeren Prosastücken) sowie im Drama. Aber Bernhard war auch ein großer Künstler der Literatur, der genau wußte: »Die einzige Heimat für einen Künstler ist die Kunst selbst.« Und das das Leben Bestimmung zum Tode ist: »Das Leben ist ein Prozess, den man verliert, was man auch tut und wer man auch ist.«

»Meine Triebfeder ist, das zu schreiben, von dem niemand spricht.«

Thomas Bernhard




In all seinen Werken spiegeln sich sowohl gesellschaftliche Zustände als auch persönliche Erlebnisse. Thomas Bernhard war ein Schriftsteller, der sein eigenes Leben zur Dichtung gemacht hat und seine Erfahrung zum Mittelpunkt seiner Stücke erhoben. Daraus entstanden ist eine Dichtung mit Hang zur Erregung. Aus seinen Werken strömte stets die Erregung über die Zustände in seinem Heimatland. Und von der Erregung zum Skandal ist es nicht weit.

Thomas Bernhard schrieb seine autobiografisch geprägte Romane entlang seines Lebensverlaufes - beginnend mit dem Roman "Frost" 1963. Der Autor verarbeitete seine Kindheit und Jugend literarisch in fünf autobiografischen Werken: "Die Ursache", "Der Keller", "Der Atem", "Die Kälte" und "Ein Kind".

Mit dem Romanen "Frost", "Kalkwerk und "Heldenplatz" hat der Büchner-Preisträger Bernhard so deutliche literarische Zeichen gesetzt, dass das Interesse an seiner Literatur und seiner Vita auch 25 Jahre nach seinem Tod nicht abgeklungen ist. Bernhard schrieb auch autobiographisch: "Die Ursache", "Der Keller", "Der Atem", "Die Kälte", "Ein Kind", Werke, in denen er durchaus misantropisch vom Fahrrad Fahrenlernen, der Beziehung zum Großvater, der daraus entwickelten Prägung künstlerisch zu arbeiten, seinem Kindheitsproblem Bettnässen, schweren Erkrankungen, eigener erlebter und verfluchter Schwächlichkeit und Sanatoriumsaufenthalten erzählt.

Thomas Bernhard arbeitete sich sein Leben lang laut grantelnd an seiner österreichischen Heimat ab. Die Dosis wurde stetig erhöht. Ob Bernhard Prosa schreibt oder ein Stück, immer stehen sein Plädoyer gegen den Nationalsozialismus, seine Angriffe gegen sein ungeliebtes Heimatland Österreich mit im Mittelpunkt. Ganz besonders im "Heldenplatz", dem wohl umstrittendsten, dem bekämpftesten Werk von Thomas Bernhard. "Heldenplatz" von 1988 kurz vor Bernhards Tode sorgte in Österreich für einen großen Eklat.

Thomas Bernhard ist der Geist, der stets verneint und seine Stücke sind der Ausdruck seiner berühmten Misanthrophie und des Bernhardschen Markenartikels "Menschenhaß". Bernhard gilt als großer Romancier des Abgründigen. Der misanthropische Schriftsteller neigte dabei zu literarischem Sarkasmus. .


Empfohlene Romane von Thomas Bernhard:











Das Feuilleton wurde nicht müde im Erfinden immer neuer Begriffe, um Thomas Bernhard, zu beschreiben. Als "Alpen-Beckett" wurde er bezeichnet und einen Meister der Suada sah man in ihm. Nur wenige haben so grandiose Hasstiraden auf Österreich verfasst wie Bernhard, keiner provozierte bei Preisverleihungen die Laudatoren wie er. Bernhard war immer für einen Skandal gut. Die Veröffentlichung seines Romans "Holzfällen" hat für einen Eklat gesorgt und die Inszenierung seines Stückes "Heldenplatz" war begleitet von heftigen öffentlichen Protesten.

Immer wieder war es seine Hassliebe zu Österreich, die offen zu Tage trat und ihn umgetrieben hat. Es gab für ihn kein schöneres Land als Österreich, in dem er nicht leben konnte, und in dem er doch bis zu seinem Tode blieb. Wut, Zorn und Häme galten dem Land und seinen Menschen. Vor allem die Politiker hatten es dem begnadeten Misantropen angetan. Seine großen Themen waren stets existenzieller Art: Tod/Selbstmord, Krankheit und seine innig gepflegte Österreich-Hassliebe:

»Ich lebe hier in Österreich, weil ich nicht anders kann, weil ich an die Landschaft gebunden bin. Aber ich will meiner Arbeit zuliebe mit meinen Feinden nichts zu tun haben ... ich habe naturgemäß keine Lust, auf diese Bühne zu steigen, auf welcher jeder, der an der Wahrheit hängt, zu einer lächerlichen Figur gemacht wird.«

Thomas Bernhard, eigentlich ein Wachrüttler im verschlafenen Kulturbetrieb seines Heimatlandes, wütete in seinen Werken mit wildem Furor, wurde bekannt dafür, wenig Rücksichten auf öffentliche Moral zu nehmen. Der streitbare Schriftsteller wurde künstlerisch getrieben durch eine Lust an der Provokation. Die provokatorische Feuersbrunst seiner abgründigen Werke loderte weithin sichtbar. Seine aufgeführten Werke - immer am Rande des Skandals - waren umstritten und riefen stets starke Emotionen hervor.

Heute erfährt der Dichter eine seltsame Anverwandlung: Er ist längst zu einem gefeierten Klassiker geworden. Zu Lebzeiten hatte Thomas Bernhard mit Skandalen für Schlagzeilen gesorgt und wurde dafür geschmäht. Er galt in Österreich als sogenannter Nestbeschmutzer. Der Dichter Bernhard ist heute, 30 Jahre nach seinem Tode, zu einem seltsamsten Heiligen der Weltliteratur geworden - er ist als nationales Heiligtum beinahe sakrosant geworden. Über Thomas Bernhard schimpft man längst nicht mehr.


Der Wahrheit auf der Spur


Der Wahrheit auf der Spur,
von Thomas Bernhard

Suhrkamp Verlag
344 Seiten, 19,90 EUR.
ISBN-13: 978-3-518-42214-4

Bekannt wurde Bernhards Theaterstücke durch die Inszenierungen des Intendanten Claus Peymann am Wiener Burgtheater. Es war der ganz spezielle böse Übertreibungshumor, den Peymann an Bernhard mochte. Beide verband eine innige Freundschaft.

Sein letztes Stück »Heldenplatz« kommt wie ein letztes Aufbegehren vor, in dem der Autor seiner Heimat die Stirn bieten wollte. Dieses Stück ist eine einzige Attacke und ein Lamento und es lässt heute noch, Jahre nach seiner Veröffentlichung, die Verärgerung spüren oder ahnen, die es seinerzeit in Österreich ausgelöst hat.

Er zählt zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellern und wurde unter anderem 1970 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1972 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Der Suhrkamp Verlag hat ihm zu Ehren eine Werkausgabe in 22 Bänden publiziert.



Biografien:

Zu Thomas Bernhard - Thomas Bernhard-Portal www.thomasbernhard.at

Thomas Bernhard-Biografie - www.dieterwunderlich.de

Thomas Bernhard-Biografie - www.die-biografien.de



Weblinks:

Thomas Bernhard-Zitate - www.die-zitate.de


Über Thomas Bernhard schimpft man nicht mehr - www.nzz.ch


Blog-Artikel:

Thomas Bernhard 80. Geburtstag

Thomas Bernhard der große Verneiner





Samstag, 9. Februar 2019

»Insel der Pinguine« von Anatole France

Insel der Pinguine


»Insel der Pinguine« (französisch L’Île des Pingouins«) ist ein 1908 erschienener historischer Roman des französischen Autors Anatole France. Vorgeblich eine Chronik des fiktiven Landes Alka in acht Büchern, ist der Roman eine Satire auf die Geschichte Frankreichs im Besonderen und die Geschichte des christlichen Abendlandes im Allgemeinen.


»Insel der Pinguine« ein 1908 von Anatole France ist ein utopischer Roman über die Entwicklung einer Gesellschaft im technischen Zeitalter. France zeichnet darin eine von Gier und Macht zerfressene Gesellschaft, in der die Plutokraten zur Macht kommen.

Menschen werden zu Sklaven der Maschinen und ausgebeutet. Die Unterdrückten erheben sich gegen die Herrschaft der Plutokraten und setzen eine neue Generation von Bomben ein, um sich zu erheben.


Der fromme Greis Mael landet - vom Teufel verführt - auf einer eisigen Insel. Er hört Geräusche und beginnt den Bewohnern zu predigen, nur handelt es sich nicht um Menschen, sondern um Pinguine, dies hindert den Missionar jedoch nicht daran, diese auch gleich zu taufen.

Ein Konzil unter Leitung des Herrn nimmt sich dieses theologischen Problems an, da Pinguine seelenlose Geschöpfe sind, ist die Lösung eine Verwandlung in Menschen. Das nächste Wunder lässt nicht lange auf sich warten, die Insel wird nach Europa gezogen.

Der Prozess der Verwandlung lässt alle menschliche Fehler wie: Eitelkeit, Gier, Herrschsucht usw. hervortreten, im Laufe der Entwicklung der Nation von Pinguinien im Lande Alka werden auch zivilisatorische "Errungenschaften" wie Klerus, Adel, Diktatur und Kapitalismus Einzug halten, sowie Bürgerkrieg, Imperialismus und Terror..

Anatole France` Roman beginnt als fabelhafte Erzählung und wird mehr und mehr zu einer historischen Satire auf Europa und besonders auf Frankreich, mit zahllosen geschichtlichen Anspielungen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gespickt, in klassisch schöner Sprache und großer Erzählkraft bietet der Erzähler eine warmherzige und zugleich spöttische Betrachtung der Politik und Kultur. Adel, Klerus, Patriotismus bekommen ihr Fett weg, eine herrliche Travestie mit einem ernsten Schluß, einen Blick in die Zukunft, der als Mahnung und Warnung gedacht, leider allzu schnell von der Realität eingeholt wurde.

Anatole France steht mit diesem Roman in der Tradition solch großer Satiriker wie François Rabelais und Jonathan Swift, nimmt aber auch mit seinem letzten Kapitel Dystopien des späteren 20. Jahrhunderts vorweg und erweist sich so als Wegbereiter der Science Fiction. Heiligenlegenden, Chroniken und andere Geschichtsquellen werden mit hoher stilistischer Raffinesse parodiert, travestiert und so in ihrer Wirkkraft auf die kollektive Psyche hinterfragt. France setzt sich mit diesem Vorgehen im Gegensatz zu einer positivistischen Geschichtsschreibung, deren Vertreter im Vorwort in Gestalt des Gelehrten Fulgentius Tapir verspottet werden, der ums Leben kommt, als er buchstäblich in dem von ihm gesammelten Material ertrinkt.

»Die Insel der Pinguine« gehört bis heute zu den beliebtesten Werken von Anatole France und wurde in viele Sprachen übersetzt.

Literatur:

Insel der Pinguine
Insel der Pinguine
von Anatole France

»Der Zauberberg« von Thomas Mann

Der Zauberberg

Thomas Mann liebte die Schweiz. Daher spielt auch sein »Der Zauberberg« in einem Sanatorium in Davos. »Der Zauberberg« schildert eine gänzlich andere - fast schon entrückte - Welt. Thomas Mann schuf ein zeitlos gültiges Bild der Zeit um den Ersten Weltkrieg.

Der Roman »Der Zauberberg« von Thomas Mann erzählt die abenteuerliche Geschichte von Hans Castorp, einem jungen Mann einer alteingesessenen Bürgersfamilie aus dem flachen Norden Deutschlands.

Dieser Hans Castorp kommt zu Besuch auf den Zauberberg, einem Lungensanatorium auf der Schatzalp bei Davos, verschlägt es in diese Bergwelt und kommt nicht mehr weg. Denn, so wird schnell klar, dieser Zauberberg in einer abgeschotteten Bergwelt hat seine eigenen Gesetze und seine eigene Zeit, denn er ist aus der Zeit gefallen.

Früh verwaist, hat der junge Castorp gerade sein Studium als Schiffsbauingenieur beendet und fährt für drei Wochen nach Davos, um seinen Vetter Joachim Ziemßen zu besuchen, der dort in dem internationalen Sanatorium "Berghof" zur Kur weilt und seine Lungenerkrankung kuriert. Wegen Anzeichen von Tuberkulose wird dieser sicherheitshalber von den Ärzten in Davos behalten.

"Wenn ich einen Wunsch für den Nachruhm meines Werkes habe, so ist es der, man möge davon sagen, dass es lebensfreundlich ist, obwohl es vom Tode weiss."

Ein kurzer Besuch in einem Davoser Sanatorium wird für den Protagonisten Hans Castorp zu einem siebenjährigen Aufenthalt, der Kurort wird zur Bühne für die europäische Befindlichkeit vor dem Ersten Weltkrieg. - Im Juli 1913 begonnen, während des Krieges durch essayistische Arbeiten, vor allem durch die »Betrachtungen eines Unpolitischen«, unterbrochen, konnte der Roman erst im Jahr 1924 abgeschlossen und veröffentlicht werden.


Die Inspiration zur Geschichte bekam Thomas Mann von seinem eigenen Aufenthalt in Davos. Seine Frau Katia erkrankte an Tuberkulose und reiste zur Liegekur ins Waldsanatorium Davos. Das bot Thomas Mann fundierte Berichte über das Leben im Sanatorium aus erster Hand. Geplant als Novelle, als heiteres Gegenstück zu dem ernsten »Tod in Venedig«, entstand mit dem »Zauberberg« einer der großen Romane der klassischen Moderne und zu einem der gewaltigen Werke der Weltliteratur.

Literatur:

Der Zauberberg
Der Zauberberg
von Thomas Mann

Weblinks:

Manns Zauberberg - www.davos.ch

Schatzalp - Wikipedia-org

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Sonntag, 6. Januar 2019

François Rabelais 525. Geburtstag

François Rabelais

François Rabelais wurde vor 525 Jahren um 1494 geboren. François Rabelais war ein französischer Schriftsteller der Renaissance, Humanist, römisch-katholischer Ordensbruder - seit 1511 der Franziskaner, ab 1524 der Benediktiner - und als Mediziner praktizierender Arzt und Dozent. Er gehört zu den bedeutendsten Prosaschriftstellern der französischen Literatur.

Da er sich nicht zwischen katholischer Orthodoxie und Reform bzw. den sich rasch konstituierenden religiös-politischen Parteien entscheiden mochte, ließ er sich 1530 von seinem geistlichen Status beurlauben und schrieb sich an der medizinischen Fakultät in Montpellier ein. Die Medizin war damals ein fast reines Buchstudium auf der Basis der Schriften von Hippokrates und/oder Galen. Der Humanist Rabelais scheint sich denn auch hauptsächlich philologisch mit der Medizin beschäftigt zu haben, denn er edierte 1531/32 Texte der genannten Koryphäen.

Allerdings ließ er sich von seinen Studien nicht absorbieren, sondern verfasste zugleich einen Roman. Dieser erschien Ende 1532 als »Les horribles et épouvantables faits et prouesses du très renommé Pantagruel, Roi des Dipsodes, fils du grand géant Gargantua«. »Composés nouvellement par maître Alcofrybas Nasier«. Das Werk, für das Rabelais zunächst keinerlei Fortsetzung plante, war also schon am Titel als Parodie der Gattung Ritterroman und damit als humoristisch erkennbar. Druckort war das zu jener Zeit geistig äußerst lebendige Lyon, wo Rabelais sich auch als Arzt niederließ und eine Anstellung am Hôtel Dieu (Krankenhaus) erhielt.

Neben seiner ärztlichen Tätigkeit fand er offensichtlich Zeit genug zum Schriftstellern. So verfasste er je einen Almanach für die Jahre 1533 und 1535, edierte ein gelehrtes Buch über die Topographie des antiken Rom (1534) und schrieb vor allem, nach dem Erfolg des »Pantagruel«, einen weiteren Roman in ähnlicher Manier. Dieser kam 1534 (oder 1535) heraus, unter dem selben Pseudonym (einem Anagramm aus f-r-a-n-c-o-y-s-r-a-b-e-l-a-i-s), und stellt eine Vorgeschichte des »Pantagruel« dar, wie der Titel »La Vie très horrifique du grand Gargantua, père de Pantagruel« anzeigt. Die erheblich späteren weiteren Bände des Zyklus erschienen unter Rabelais' richtigem Namen und bekamen mit »Le tiers livre« und »Le quart livre« nüchterne Titel, standen allerdings auch kaum mehr in der Tradition der Ritterroman-Parodien.

1535 gab Rabelais den wohl nur mäßig geliebten und auch nicht intensiv betriebenen Arztberuf auf und trat in den Dienst des hochadeligen Bischofs von Paris und Mitglieds des Kronrates Jean du Bellay, den er schon 1534 als Sekretär und Leibarzt auf einer diplomatischen Reise nach Rom begleitet hatte. 1535/36 reiste er erneut mit dem kurz zuvor zum Erzbischof beförderten Du Bellay nach Rom, wo er nebenher die Erlaubnis des Papstes erhielt, pro forma in den Benediktinerorden zurückzukehren, sich eine hübsche Kanonikus-Pfründe zuweisen zu lassen und zugleich als Arzt tätig zu sein.

François Rabelais schrieb zuerst das Buch »Pantagruel« und nach dessen großen Erfolg verfasste er »Gargantua« um die beiden Riesen „Gargantua“ und „Pantagruel“, dessen fünf Bände 1532, 1534, 1545, 1552 und 1564 erschienen. »Gargantua und Pantagruel« ist ein Romanzyklus, der aus fünf Bänden besteht und zwischen 1532 und 1564 erschien.

Gekonnt durchmischt der Schriftsteller sein Werk mit Witz, Ironie, Sarkasmus, Wortspielereien und Komik - was ihn prompt zur Zielscheibe der konservativen Sorbonne-Theologen seiner Zeit machte. Mit teils kräftigen Worten, auch die Fäkalsprache nicht auslassend schreibt Rabelais seine humorvolle satirische Parodie im Ritterromanstil. Dabei kristallisiert sich der Mönch, Bruder Jahn von Klopffleisch, als einer der liebenswerten Protagonisten heraus

Vor allem die beiden ersten Bände waren sehr erfolgreich. Ebenfalls fanden die Adjektive Einzug in die französische Alltagssprache, so etwa pantagruélique, in der Redewendung „un appétit pantagruélique“ (deutsch „einen pantagruelischen Appetit haben“) oder „gargantuesque“, in der Redewendung „un repas gargantuesque“ (deutsch „ein gargantuesker Schmaus“).

Der Erfolg Rabelais' beruhte darauf, dass er auf der Stilebene spielerische Ironie und Sarkasmus, derben Witz und pedantische Gelehrtheit, Wortspiele und komisch verwendete echte und fiktive Zitate vermischte. Gleichzeitig war er aber auch als humanistischer Gelehrter aktiv. Seine äußerst mobile Lebensweise im Gefolge fürstlicher und klerikaler Förderer und die ständige Suche nach Erweiterung seines Wissens, zumal im Kontakt mit anderen Gelehrten, war damals typisch für viele europäische Intellektuelle.

François Rabelais starb am 9. April 1553 in Paris.

Literatur: [ >> ]:

Gargantua und Pantagruel
Gargantua und Pantagruel
von Francois Rabelais

Donnerstag, 20. Dezember 2018

John Steinbeck 50. Todestag

John Steinbeck


John Steinbeck starb vor 50 Jahren am 20. Dezember 1968 in New York an Herzversagen. John Steinbeck war ein berühmter amerikanischer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, zu dessen erfolgreichsten Autoren er gehört.

John Steinbeck wurde bekannt durch seine sozialkritische Romane. Die Helden seiner sozialkritischen Romane sind die Mittellosen, Außenseiter und gesellschaftliche Randgruppen.

Tortilla Flat

Seinen Durchbruch erlebte Steinbeck 1935 mit dem Roman »Tortilla Flat«, in welchem er den Freundschaftsbund armer, aber lebenslustiger Hispano-Amerikaner nach dem Vorbild der Tafelrunde von König Artus schildert.

Steinbeck schrieb zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Novellen, arbeitete zeitweilig als Journalist und war im Zweiten Weltkrieg Kriegsberichterstatter.

»Die Straße der Ölsardinen« gehört zu den fröhlichsten und optimistischsten Werken Steinbecks, mit der er der Stadt Monterey in Kalifornien ein Denkmal setzte.

Steinbeck schildert darin die kleine Welt rund um die Straße der Sardinenfabriken, die Cannery Row, von Monterey und die zunehmend irrwitzigen Versuche einer Gruppe liebenswerter Herumtreiber, Schnorrer und Lebenskünstler, ihrem Freund und Gönner Doc eine Party zu geben.

Zu seinen bekanntesten Romanen gehören »Tortilla Flat« (1935), »Früchte des Zorns« (1939),
»Die Straße der Ölsardinen« (1945), »Jenseits von Eden« (1952).

1940 erhielt er den Pulitzer-Preis und 1962 den Nobelpreis für Literatur.

John Steinbeck wurde am 27. Februar 1902 in Salinas, Kalifornien geboren.

    John Steinbeck-Romane

Früchte des Zorns
Früchte des Zorns
Die Straße der Ölsardinen
Die Straße
der Ölsardinen
Tortilla Flat
Tortilla Flat
Das Tal des Himmels
Das Tal des Himmels
Of Mice and Men
Of Mice and Men
Die Reise mit Charley. Auf der Suche nach Amerika.
Die Reise
mit Charley.

Sonntag, 2. Dezember 2018

T.C: Boyle 70. Geburtstag


Der amerikanische Schriftsteller T.C. Boyle wurde vor 70 Jahren am 2. Dezember 1948 als Thomas John Boyle in Peekskill, New York geboren und hat mit dem heutigen Tage das Rentenalter erreicht. Den irischen Namen Coraghessan gab er sich selbst mit 17 Jahren nach einem Vorfahren mütterlicherseits.

T.C. Boyle wuchs in schwierigen Familienverhältnissen auf. Den High-School-Abschluss schaffte er nur knapp. Boyle handelte sich in den letzten Jahren auf der High-School den Ruf als Herumtreiber und Schulversager ein.

Nach ausschweifenden Jugendjahren in der Hippie- und Protestbewegung der 60er Jahre war Boyle Lehrer an der High School in Peekskill und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten in namhaften Zeitschriften. Bis ins Jahr 2012 unterrichtete er an der "University of Southern California" in Los Angeles "Creative Writing".

T.C. Boyle ist ein Westküsten-Autor, der es versteht, Geschichten meisterhaft zu erzählen. Er gilt als brillanter Erzähler und hat über 60 Kurzgeschichten geschrieben. Der Westküsten-Autor hat auch mehrere Kurzgeschichtenbände publiziert.
San Miguel
Der amerikanische Romancier hat wunderbare und amüsante Erzählungen wie "Wassermusik", aber auch "Willkommen in Wellville", "Grün ist die Hoffnung", "América" und viele andere veröffenlicht. 2013 brachte er seinen historischen Roman "San Miguel" heraus. Für seinen 1987 erschienenen Roman "World´s End" erhielt Boyle den PEN/Faulkner-Preis.

Er ist seit 1974 mit Karen Kvashay verheiratet und lebt in Montecito bei Santa Barbara in Kalifornien.

Weblinks:

T.C. Boyle-Portal - www.tcboyle.de

Fotos, Berichte, Zitate aus Zeitungsmeldungen, Links und Videos - www.tcboyle.de

Facebookseite von www.tcboyle.de - Facebook-Seite

Literatur:

San Miguel
San Miguel
von T.C. Boyle