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Freitag, 15. April 2011

Simone de Beauvoir 25. Todestag

Die französische Schriftstellerin, Philosophin und Frauenrechtlerin Simone de Beauvoir starb sm 14. April 1986 im Alter von 78 Jahren in Paris. Sie entwickelte sich durch ihre schriftstellerischen Arbeiten zu einer der führenden Repräsentantinnen des französischen Existentialisten-Kreises und zur bedeutendsten Repräsentantin und Theoretikerin der neuen Frauenbewegung.

Beauvoir wurde in Frankreich schnell bekannt und bewundert für ihr emanzipatorisches Engagement. Von 1970 an engagierte sich Simone de Beauvoir in der Frauenbewegung. Sie deutete die traditionell passive Rolle der Frau in der Gesellschaft als Ergebnis einer Entwicklung patriarchalischer Strukturen und forderte deren Veränderung mit dem Ziel einer Selbstverwirklichung der Frau.

"Mein wichtigstes Werk ist mein Leben"

Simone de Beauvoir lehnte jeglichen Glauben an eine „Natur der Frau“ kategorisch ab und warnte immer wieder vor der „Falle der Ehe und Mutterschaft“. Nach ihrer Ansicht klammerten sich Frauen viel zu sehr an ihre Mütterlichkeit. Sie meinte, jede Frau sei ein bißchen homosexuell, weil Frauen begehrenswerter seien als Männer.

Das andere Geschlecht

In dem Werk "Das andere Geschlecht" („Le deuxième Sexe“) zog Simone de Beauvoir zwei Schlussfolgerungen: Einerseits vertrat sie die Auffassung, in der patriarchalischen Gesellschaft werde die Frau als das „Andere“ definiert, während der Mann die Norm sei, an der sich die Frau zu messen habe. Anderseits meinte sie, Weiblichkeit sei keine angeborene Wesensqualität. Man komme nicht als Frau zur Welt, sondern werde es.
Bis heute gilt dieses Werk als Standardwerk der Frauenbewegung und ist das meistgelesene Buch zur Emanzipation.

Nach der Gründung der „Liga für Frauenrechte“ 1974 leitete sie diese als Präsidentin. Außer in der Frauenbewegung engagierte sie sich auch gegen die Kriege in Algerien und Vietnam.

Simone de Beauvoirs Leben und ihre Schriftstellerei sind entscheidend durch Jean-Paul Sartre geprägt worden. Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung betrachtete Simone de Beauvoir neben Jean-Paul Sartre als die Fundamente aller Werte. Sie gehen davon aus, dass der Einzelne sich erst durch seine Handlungen definiert; es komme darauf an, sich zu entscheiden, ohne sich hinter Traditionen und Religionen, Doktrinen und Ideologien zu verstecken – auch wenn die Verdammung zur Freiheit Angst hervorrufe.

"Mein wichtigstes Werk ist mein Leben", sagte Simone de Beauvoir. Mit dieser Philosophie – dem Existenzialismus – treffen sie den Nerv der Nachkriegszeit.

Am 14. April 1986 starb die engagierte Frauenrechtlerin Simone de Beauvoir im Alter von 78 Jahren in Paris. Kurz vor ihrem Tod hatte sie noch der „Sozialistischen Partei“ beim Wahlkampf ihre Unterstützung versprochen.




Das andere Geschlecht: Sitte und Sexus der Frau








"Das andere Geschlecht: Sitte und Sexus der Frau"
von Simone de Beauvoir



Rowohlt-Verlag,
13,00 EUR.

ISBN-13: 978-3-4992-2785-1






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